8 Gründe warum Steven „Making A Murderer“ Avery doch schuldig sein könnte

Vieles deutet darauf hin, dass Steven Avery Opfer einer Intrige wurde. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Dokumentationen auch manipulativ sind... Denn alles zeigt Making A Murderer nicht!...
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Making A Murderer ist die wohl erschütterndste True Crime-Dokumentation seit der ersten Staffel des Podcasts „Serial„. Da ist es kaum verwunderlich, dass Steven Averys Fall nach seiner Ausstrahlung auf Netflix für reichlich Aufsehen gesorgt hat. Das Schicksal des 18 Jahre zu unrecht inhaftierten Autohändlers, der nur zwei Jahre nach seiner Entlassung erneut, doch nun wegen Mordes, verurteilt worden war, hat Menschen dazu bewegt aktiv zu werden: Petitionen im Netz haben bereits mehr als 300 000 Unterzeichner. Und ja, auch mich hat die spannende Doku regelrecht wahnsinnig gemacht, mich am Rechtssystem der USA zweifeln lassen. So sehr ich aber glaube, dass in Averys Fall irgendetwas „nicht stimmt“, so sehr bin ich aber auch zur Vorsicht gemahnt. Auch wenn vieles darauf hindeuten mag, dass Avery Opfer einer Intrige wurde, so sehr sollte man nicht vergessen, dass Dokumentationen sehr wohl auch manipulativ sind… Denn alles zeigt Making A Murderer bei weitem nicht!

 

1. Avery war bereits in der Vergangenheit gewalttätig

In der Doku wird es nur kurz erwähnt, doch ein Sachverhalt wirft ein ganz anderes Licht auf den vermeintlich unschuldigen und sympathischen Steven Avery: Dieser wurde nämlich rechtskräftig dafür verurteilt, eine Katze bei lebendigem Leib mit Öl übergossen und in ein Feuer geworfen zu haben. Zudem musste sich Avery dafür verantworten, weibliche Verwandte des öfteren mit einer Waffe bedroht zu haben. Auch musste bereits die Polizei wegen Averys schwieriger Beziehung zu seiner Freundin einschreiten (Siehe Punkt 6). Dies hat Ken Kratz in mehreren Interviews wiederholt untermauert.

 

2. Avery war von Halbach „angetan“

In den Monaten vor der Tat hat Avery Teresa Halbachs Arbeitgeber, das „Auto Trader“-Magazin, mehrere Male angerufen und explizit nach Halbach als Fotografin gefragt. Halbach hatte sich in diesem Zuge mehrere Male bei ihrem Vorgesetzten darüber beschwert, dass sie Avery nicht mehr besuchen wolle, da dieser bei einem der letzten Treffen nichts weiter trug als ein Handtuch und sexuelle Anspielungen äußerte. Zudem benutzte Avery Fake-Namen, um Halbach auf sein Grundstück zu locken – unter anderem den seiner Schwester. Dies hat Ken Kratz in mehreren Interviews wiederholt untermauert.

 

3. Avery rief Halbach am Tag des Mordes an

Am Tag von Halbachs Verschwinden, hatte Avery die Fotografin drei Mal angerufen… Davon zwei Mal mit Hilfe einer sogenannten „*67“-Nummer – einem Präfix, dass in den USA genutzt werden kann, um Nummern zu blocken. Einen vierten Anruf tätigte Avery nach dem Todeszeitpunkt von Halbach. Dann wiederum ohne Blocker. Da sie diesen Anruf niemals hätte beantworten können, als Alibi-Anruf?

 

 

4. Averys Waffe hing über dem Bett – die ganze Zeit

Die Kugel aus der Waffe, auf der Halbachs DNA gefunden wurde, hing immer über Averys Bett. Es muss also für einen Manipulator sehr schwer gewesen sein, die Kugeln aus Averys Waffe mit Halbachs DNA zu bearbeiten, ohne das dies bemerkt worden wäre: Ballistiker erklärten bereits, dass die Waffe, aus welcher die belastende Kugel stammt, seit 6. September unter Polizei-Verschluss war. Ein Manipulator hätte die Waffe also vor dem 5. September entwenden, DNA auf der Kugel platzieren und abfeuern müssen. Daher die Frage: die Waffe wurde also 4 Monate zuvor präpariert und die manipulierte Kugel solange „aufgehoben“? Die Kugel wurde am Tag des Verbrechens, dem 31. Oktober, abgefeuert.

 

5. Avery kaufte DIE Hand- und Fuß-Schellen

Avery hatte vor Halbachs Ermordung Hand- und Fuß-Schellen erworben. Dieselben, die Averys Neffe Brendan Dassey in seinem Verhör beschrieben hatte. Avery erklärte, dass er diese für sich und seine Freundin Jodi gekauft hatte. Dies hat das Milwuakee Magazine herausgefunden…

 

6. Avery und seine Freundin hatten „Probleme“

Avery und Freundin Jodi sollen eine sehr schwierige Beziehung zueinander gehabt haben: an einem Punkt ordnete die Polizei sogar an, dass sich Avery Jodi drei Tage nicht nähern dürfe.

 

7. Averys DNA unter der Motorhaube

Am Wagen von Halbach wurden nicht nur Blutspuren gefunden, sondern auch DNA-Spuren vom Handschweiß Averys. Ein Argument der Verteidigung war es, dass Averys Blut sehr wohl im Wagen hätte „platziert“ werden können, da Avery wegen seines früheren Verfahrens Blut abgenommen und dieses archiviert worden war. Im Falle des Schweißes scheint dies jedoch unmöglich, da US-Behörden lediglich Blut-Proben archivieren.

 

8. Dasseys KOMPLETTE Aussage

Ja, Averys Neffe Brendan Dassey wurde wohl von Beamten genötigt bestimmte Aussagen zu treffen. Was in der Dokumentation jedoch nicht aufgeführt wird, ist ein expliziter Auszug aus einem dokumentierten Telefongespräch Dasseys mit seiner Mutter, in welcher dieser davon spricht, dass sein Onkel ihn zu der Tat gezwungen und in der Vergangenheit sogar sexuell belästigt habe.

Mom: Did he make you do this?
Brendan: Ya.
Mom: Then why didn’t you tell him that.
Brendan: Tell him what
Mom: That Steven made you do it. You know he made you do a lot of things.
Brendan: Ya, I told them that. I even told them about Steven touching me and that.
Mom: What do you mean touching you?
Brendan: He would grab me somewhere where I was uncomfortable.
Mom: Brendan I am your mother.
Brendan. Ya.
Mom: Why didn’t you come to me? Why didn’t you tell me? Was this all before this happened?
Brendan: What do you mean?
Mom: All before this happened, did he touch you before all this stuff happened to you.
Brendan: Ya.
Mom: Why didn’t you come to me, because then he would have been gone then and this wouldn’t have happened.
Brendan: Ya ..
Mom: Yes, and you would still be here with me.
Brendan: Yes, Well you know I did it.
Mom: Huh
Brendan: You know he always touched us and that.
Mom: I didn’t think there. He used to horse around with you guys.
Brendan: Ya, but you remember he would always do stuff to Brian and that.
Mom: What do you mean.
Brendan: Well he would like fake pumping him
Mom: Goofing around
Brendan: Ya but, like that one time when he was going with what’s her name Jessica .. sister.
Mom: Teresa? (Das Opfer, Anm. d. Red.)
Brendan: Ya. That one day when she was over, Steven and Blaine and Brian and I was downstairs and Steven was touching her and that

Das komplette Transkript des Telefonates ist HIER zu finden. Der Auszug des Telefonats stammt von Pajiba.

(9. Averys Aussagen im Knast)

Während seiner Zeit im Gefängnis, als Avery seine Haftstrafe für die Vergewaltigung verbüßte, von welcher er später freigesprochen wurde, soll Avery anderen Häftlingen von „Fantasien“ erzählt haben. Dabei sollen Begriffe wie „Folterkammer“ und „Vergewaltigunszimmer“ gefallen sein. Zudem soll Avery Mithäftlingen konkret von Gedanken über Vergewaltigungen und Mord erzählt haben. Das behauptet zumindest der im Falle Averys ermittelnde Staatsanwalt Ken Kratz.

 

Der Fall Steven Avery wird wohl in Zukunft noch sehr viele Fragen aufwerfen. Die kleinen Ausschnitte aus Brendans Verhör in Making A Murderer wirken zumindest so, als ob die Polizei-Beamten Dassey zu seiner Aussage genötigt hätten. Andererseits lässt das Transkript des Anrufes zwischen Dassey und seiner Mutter wenig Zweifel an Dasseys Rolle.

Es sei nochmal gesagt, dass Brendan Dasseys IQ bei 70 Punkten liegt. Es kann also sehr wohl sein, dass Avery seinen Neffen zu einer Teilnahme an der Tat gezwungen hat und dieser schlichtweg nicht im Stande war sein Handeln und Mitwirken an der Tat einzuschätzen – oder vielleicht sogar einfach „Nein“ zu sagen. Insbesondere auch mit der Hintergrundinformation, dass Avery seinen Neffen in der Vergangenheit sexuell belästigt haben könnte, kann man Dasseys Aussagen und Verhalten in einem anderen Licht betrachten… Auch, da Dassey sich zu seinem Neffen in der Dokumentation und in Verhören nie wirklich geäußert hat. Meiner Meinung nach verschweigt er seinen Neffen und dessen Aussagen sogar, umgeht diese bewusst. Warum sollte Avery dies tun?

Auch klar ist: Dassey wirkt einfach nicht smart genug, eine Story diesen Ausmaßes einfach so erfinden zu können, deren wichtige Eckpunkte mit allen Beweisen der Anklage übereinstimmen, ohne diese vorher aufgezeigt bekommen zu haben.

Mit einem haben die Macher von Making A Murderer jedoch recht: Dassey hätte in der damaligen Situation wohl alles verifiziert, um „einfach nur nachhause zu dürfen“…

 

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Dieser freundliche Bursche schreibt sehr schöne Artikel. Weil er selbst sehr schön ist. Und schöne Dinge sehr mag. Und dieses sehr schöne Mag betreibt... Zudem wäre er sehr gerne kein Einhorn, jedoch sehr wohl ein Musketier. Sehr Paul McCartney hat er auch schon Mal getroffen, kam aber sehr viel zu spät...Cocaine is eben a sehr hell of a drug... Sehr am Ende? Er fängt doch erst an, sehr geehrte Bitch. Schreib mir: flo@igittbaby.de
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