Action-Bronson-Mr-Wonderful-Review

[dropcap size=big]A[/dropcap]lle (Musik-)Nazis, Geradeausdenker und Klaustrophobiker kriegen jetzt massiv ihr Fett weg – der „wonderfulste“ Koch der Welt tischt einen Braten auf, der fetter nicht sein könnte.

Wie viele Hater muss ein Mann mit einigen Zentnern Kampfgewicht haben, der zu allem Überfluss auch noch jüdisch/albanischer Abstammung ist und rote Haare sein Eigen nennt? Optisch findet sich Action Bronson irgendwo zwischen ältester Spross der Weasley-Familie mit Knasterfahrung und kuscheliger Bär zum Liebhaben wieder. Akustisch gibt’s hingegen kein überflüssiges Zauberstab-Gewedel oder eine Steif-Marke im Ohr, sondern die volle Oldschool-Flow-Mästung bis allen Zweiflern der Temporallappen verfettet.

Dickes Mädchen Gif
Mäuseknopf, raff Dich auf. Die neue Platte von Bronson ist da!

Schwing ab, Spargeltarzan!

Noch schnell einen kleinen Snack vorbereiten, um die 13 Tracks auch locker auf einer Backe absitzen zu können und dann rein ins Leckerland. Doch was ist das? Gleich der erste Song unterbricht zweimal, weil Bronson seine Lyrics nicht auf die Reihe bekommt – dieser Teil dürfte jedoch eher selbstironisch zu verstehen sein, als dass wirkliches Versagen der Grund ist. Doch weshalb muss ein solch vermeintlicher Fehler gleich im ersten Track eines heiß begehrten Rap-Albums auftauchen? Weil Bronson es kann und ihm deine Meinung wahrscheinlich völlig Wurst ist, du Spargeltarzan!

Mal abgesehen von diesem etwas ungewöhnlichen Beginn bieten die ersten Tracks des Albums jedoch die gewohnt fetten Oldschool-Beats – welche vor allem mit Vielfältigkeit und stimmigen Klavier-Parts zu überzeugen wissen – und einen souverän flowenden Rap-Koloss.

„I didn’t choose the thug love, the thug love chose me!“

Mit Thug Love Story 2017gibt es eine Art kleinen Gruß aus der Küche in musikalischer Form. Waren die Tracks vor diesem kurzen Interlude – in dem eine Liebesgeschichte geschildert wird – schon echte Pfundskerle, so kommen nun die wahren „Mittelfinger an die Low Carb-Muttis“-Tracks des Albums.

Mit Baby Blue, Only in America und dem Finale Easy Rider schickt der weiße Rick Ross die wahren Kalorienbomben – ja genau, die geilen, bei denen einem sofort das Wasser im Mund zusammenläuft – ins Rennen. Dieser Lieferservice kommt nicht nur nie zu spät, sondern kann sich auch ganz locker eine Geld-zurück-Garantie leisten.

Fat Guy Girl Gif
Der Soundtrack für Pick-Up-Artists!

Mein neuester Fetisch heißt Bronson-Bashing!

Ganz der Papa mag man sich denken. Während der Zentermann dafür bekannt ist, bei seinen Konzerten den ein oder anderen Fan zu vermöbeln oder unsanft von der Bühne zu befördern – wobei er nicht mal vor Zwergwüchsigen und Securities halt macht – vermöbelt Mr. Wonderful Kritiker und FDH-Fanatiker. Dieses schmackhafte Luxus 13 Gänge Menü lässt keinen Liebhaber reichhaltiger Kost in der Salat-Hölle schmoren und hat noch nie etwas von Trennkost, Low Carb oder Paleo gehört.

Dass Eminem sich langsam Sorgen um seinen Platz auf dem Thron der weißen Rapper machen muss mag vielleicht noch etwas zu hoch gegriffen sein, aber Bronson sitzt definitiv schon mit einer Backe auf der Lehne und wir alle wissen, dass das schon fast ausreicht, um Klaustrophobiker ins Schwitzen geraten zu lassen.