All Them Witches – Dying Surfer Meets His Maker

All Them Witches verbrennen mit Dying Surfer Meets His Maker die Nacht und führen das Erbe der absurdesten Freidenker und Komponisten nach Jim Morrison fort....
All-THem-Witches-surfer-Review

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Es ist die Sorte Party, bei der der Gastgeber jungen Ziegen die Herzchen rausschneidet und dann ’ne Coke-Light-Flasche reinsteckt. Nur, damit seine Gäste ihren Spaß haben. Reiben, rollen, Feuer. Eine Rockband von irgendwo aus dem Süden. Und die ganzen tanzenden Galaxien. Damit hat doch dieser Guru was zu tun, der von der Decke stiert.

 

Nicht denken, vergessen!

„My name is Lucy, come take my hand“, haucht dir das Surfermädchen ins Ohr. Eins von denen, die einen am Keks haben. Mager, so mager. Und diese geweiteten Pupillen. Genau wie du sie magst. Du wirfst eine Pille ein. Deine dritte in der Stunde. „Verflucht, bist du schön“, denkst du und nimmst ihre Hand. Der Eidechsen-König wartet schon.

Die langhaarigen Typen legen los. Du schenkst dem Raum ein teuflisches Grinsen, schnappst dir eine Bierflasche und düst mit der Kleinen ab. Du kollidierst mit allen anwesenden Körpern. Ohne Widerstand. Tödliche Pirouetten zwischen Fratzen. Liebevoll wärmend, fürchterlich geifernd. Dein Herz steht in Flammen. Die Kleine stöhnt. Du musst hier raus. Du stürmst. Mitten durch die Glastür. Kühler Wind. Endlich.

Maske

Sodele. Besser?

Lernt, mich gut zu vergessen.

Die Invasion der Masken. Von überall durchbohren sie dich. Zwischen Hecken, hinter Scheiben, von der Straße. Die ganze verfickte Nachbarschaft ist in ihren scheiß Gärten. Sie alle wollen dich auffressen. Dir doch egal. Du drehst dich um, streichst dir die Strähnen aus dem Gesicht und gießt Lucy Feuer in den Rachen.

Du hältst inne. In ihrer Pupille spiegelt sich etwas. Du drehst dich um und siehst einen Verrückten, der auf dem Dach eines Hauses balanciert. Er springt. Und jauchzt. Der Schamane befiehlt einer Horde Verrückter, sich zu bewegen. Die Hälfte von ihnen ist nackt. Die anderen längst tot. Lucy zieht dich zu ihr und du fällst. Du fällst. Du fällst.

Mitten durch die Zeit. Zwischen Sternen, Buschfeuern und Kojoten hindurch. Tausend Kaleidoskope zeigen dir dein bärtiges Antlitz. Du klaust ein Gesicht aus der historischen Galerie. Und findest Halt auf dem Pfad der linken Hand. Lucy lächelt dich an. Du legst deinen Kopf auf ihre Titten. Diese mageren Rippen. Einer dieser Götter soll sie schützen. Du erschrickst. Zwischen deinen Beinen schlängelt sich plötzlich eine Schlange hindurch.

Surfer

Aaah, „Maker“, ja grüß Dich, gell!?

Hier kommt keiner lebend raus.

Du und Lucy reiten sie. Schneller als die Wahrheit. Lucy blickt dich ein letztes mal an und du erkennst. Das ist das Ende des Gelächters. Das ist das Ende der Nacht. Du bist der Eidechsenkönig. Du kotzt. Du staubst deine Lederjacke ab. Du kehrst zur Party zurück.

Der Soundtrack für einen mystischen Trip durch die obskursten Stein-Sümpfe südlich des Himmels. All Them Witches verbrennen mit Dying Surfer Meets His Maker die Nacht und führen das Erbe der absurdesten Freidenker und Komponisten nach Jim Morrison fort.

Die Babys frohlocken.

Themen
Rock

Misanthropie, Ende nie. Der Exil-Wiener musste die Stadt der Raunzer und Grantler verlassen, weil er sie in Sachen Menschenverachtung einfach in den Schatten stellte. Als Kulturpessimist und selbst ernannter Assilant kam der natural born Wortspielgewinner auf einer Festivität zu Stukkert mit den Babys in Kontakt. Sprich: Hasserfüllte Blicke wurden getauscht. Und weil die Welt gut und gerne noch eine Scheibe Dunkelheit vertragen kann, schreibt der Swaganer nun den Sonnenuntergang herbei. Schließlich warten wir ja alle nur aufs Absaufdatum.
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