Beatsteaks-Beatsteaks-Review

Wenn eine Band beim siebten Studioalbum auf die Idee kommt, dieses selbstzubetiteln, muss doch etwas faul sein. Oder? Im Falle der Beatsteaks und nach 19 Jahren Bandgeschichte eine sehr berechtigte Frage. Selbstbetitelung liegt zwar im Trend, steht aber auch immer wieder für eine „Back-to-the-Roots“-Haltung, eine Rückbesinnung auf die eigenen Stärken – zumindest, was die Band dafür hält. Vielleicht, aber nur vielleicht, ist den Burschen rund um Frontsau Arnim auch einfach kein anderer Titel eingefallen.

 

Ich bin ehrlich, „Boombox“ war das schlechteste Album der Beatsteaks, wenn nicht sogar des damaligen Jahres. Dementsprechend zwiespältig war meine Haltung gegenüber einer neuen Scheibe. Die Vorabsingle „DNA“ klingt schließlich wie ein Up-Tempo-Abklatsch von „Milk & Honey“, und der Song gehört bekannter Weise nicht zu den Sternstunden-Stücken der Band.

 

 

Alles neu= alles gleich= alles gut?

Abgefeiert nicht zuletzt, weil er eben etwas gebraucht hat, um zu zünden. Scheiß’ drauf, ich halte es mit dem Protagonisten des Videos und feiere einfach meine eigene geheime „Sä-Beatsteaks-ahr-bäck-Party“! Auch wenn die dann doch eher eine Pop-, denn eine Punk-Party ist. Aber wie klingen die restlichen Songs? Und wieder muss ich vorab ein Geständnis loswerden: Ich stehe nicht auf dieses „Wir-erfinden-uns-mit-jeder-Platte-neu“-Gebärden. Wenn eine Platte nun mal der Shit ist, warum sollte man an der Richtung etwas ändern? Nur damit findige Musik-Redakteure was zu meckern haben? Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht!

 

Mister Drummer, übernehmen Sie!

Das Album hat Festivalpotenzial, ganz klar. Nicht zuletzt durch Songs wie „Pass the Massage“ oder „Be smart and breath“, das stark an Weezer oder Sublime erinnert, zumal bei letzterem nicht Armin hinterm Mikro steht, sondern Schlagzeuger Thomas, der einiges in Sachen Gesang gelernt zu haben scheint.

 

Songs wie „Make a Wish“ oder „Creep Magnet“ sind klassisch schön Indie-Träumereien, die den gealterten Beatsteaks sehr gut zu Gesicht stehen. Wiederum eher Beatsteaks-typisch ist das soundstruktur-starke „Wicked Witch“, als Schwoof-Abstauber und Festival-Rausschmeißer erweist sich „I Never was“.

 

Alles schön, gut und satt produziert, aber an die alten Kracher-Platten wie „Smack Smash“ oder gar „Limbo Messiah“, kommt die neue Scheibe bei weitem nicht ran.