Alle alleine. Eine Idee, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Ein Sinnbild für unsere erschütternde Gesellschaft. In der es Gewohnheit ist, 200 Euro Taschengeld für die neuen Yeezy Boosts auszugeben und beim Rausgehen dem Penner noch vor seinen Lidl zu spucken. In der es schwer ist, nein zu sagen, wenn die nächste Horde von Oberflächlichkeiten zum Saufgelage beim Dorfbums ruft. Lieber ’nen Fuffi versaufen statt dem kleinen Flüchtlingsjungen ein Stück vom Pausenbrot abzugeben. Lang lebe der Luxus. Weil wir in unserer (wie ihr wisst) offensiv toleranten Baby-Redaktion Wert auf Ehre, Sachverstand und Integrität legen, darf auch kein dahergelaufener Frei.Wild-Fremdenfeind einen Fuß auch nur einen Spalt weit unser Hintertei… äh Hintertürchen betreten. Nur wahre Männer ihres Fachs dürfen sich bei uns auf einen Job bewerben und Teil dieser weltbewegenden Vereinigung werden. Nur Einsiedler dürfen das, die in der realen Welt eh keine Überlebenschance hätten. Aus Scham. Tommy Rogers, Sänger der Metaller von Between The Buried And Me, hat das erkannt und den Leitsatz „alle allein“ gebracht. Tommy ist allein (da ist es wieder, dieses Wort) deswegen Teil unserer Gang. Er hat den Job! Weil er dumme Menschen genauso hasst wie wir. Was kann es schöneres geben?

 

Was sind ihre größten Stärken?

Ich bin sehr aufrichtig, proaktiv und liebe es, zu arbeiten.

 

Was, würden sie sagen, sind Ihre Schwächen?

Ich mag keine Menschenmengen, ich mag Touren nicht so – das Feuer ist vor langem erloschen. Ich habe jetzt Familie, es ist hart, weg zu sein. Meine Schwächen gründen sich also manchmal auf sozialer Unbeholfenheit.

 

Erzählen sie mir über einen Konflikt oder eine Herausforderung auf Arbeit und wie sie damit umgingen.

Dieses neue Album war eine echte Herausforderung, weil ich mich in eine Position brachte, die meine ganze Herangehensweise veränderte. Ich habe mich freiwillig in ein Desaster begeben. Dadurch habe ich aber noch härter gearbeitet und mehr über mich und das Schreiben gelernt.

 

Wo sehen sie sich in fünf Jahren?

Ich werde 39 Jahre alt sein, hoffentlich noch Musik spielen, definitiv noch welche schreiben. Mein Sohn wird dann acht Jahre alt sein und zur Schule gehen, was mich zu einer total gestressten Person machen wird.

 

Welche Arbeitsumgebung bevorzugen sie?

Ich mag es, allein zu schreiben, zuhause. Manche Dinge machen wir zusammen, aber meistens schreiben wir alle alleine. Natürlich bedarf das wegen meines Sohnes der Planung.

 

Wie würde ihr Boss, sprich Tourmanager, sie beschreiben?

Er würde mir raten, ich solle mehr Interviews geben und besser darin werden. Und er würde sagen, ich wäre kaum gesellschaftsfähig. Weil ich so oft alleine sein will, sieht er mich nicht oft. Er würde mir noch von Kaffee abraten, wenn zu viel davon herumsteht und ich wieder hyperaktiv werde.

 

Was sind ihre Gehaltsvorstellungen?

Erdnussbutter und Marmelade, Saft, Wasser, manchmal Tee oder Honig.

 

Wenn sie ein Tier sein könnten, welches wären Sie?

Welches lebt am längsten? Ich habe Todesangst. Schildkröten? Aber die Fähigkeit zu fliegen wäre auch wundervoll. Also ein Vogel, der 1000 Jahre lebt. Ich wäre sogar gern 100.000 Jahre hier. In jeder Generation würde ich etwas Neues machen.