Kein Applaus für Scheiße!
Baby, ich such was!
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Musik-Kritiken

Clueso – Stadtrandlichter

Ein großes Talent für schlechte Texte hat auch Clueso. Das Kuriose ist nur, dass das sonst niemand wahrnimmt. Sicher, eine Nation, die sonst mit den Geißens und durch Inzest zerfressenen Bauern aus Deutschlands unterster Hillbilly-Unterschicht vor dem Fernseher einschläft, mag schon bei einem fehlerfrei ausgesprochenen Satz und einem korrekt gesetzten Komma lauthals nach dem Grimme-Preis verlangen. ...rinnjeschaut

Slash – World on Fire

Wir müssen reden. Rock'n'Roll, setz dich, du und ich haben ein ernsthaftes Problem. Weißt du, früher warst du cool, verboten, gefährlich, hast du zu Problemen, Trennungen, unehelichen Kindern, Abhängigkeiten, Verletzungen und ziemlich originellen Todesfällen geführt. Heute bist du langweilig geworden, dein Arsch ist fett, deine Haut runzelig und deine Tränensäcke einfach nur ekelhaft. ...rinnjeschaut

Kraftklub – In Schwarz

Liebste Musikanten, Songwriter, Phrasendrescher, Dudelbarden, Klimpermongos und Klampfenspastis. Ihr tut mir Leid! Ganz ehrlich, ich fühle mit Euch. Ihr quält Euch Tag für Tag in den Proberaum, überdenkt Riff für Riff, Zeile für Zeile, Droge für Droge und dennoch fasst Euer Facebook-Auftritt nicht mehr als 300 läppische "Mag ich"-Bekundungen. Ja, Ihr macht etwas falsch.

Dioramic – Supra

Ich kann bei irgendwelchen Scheissbands einfach keinen mehr hoch bekommen: Dioramic sind für mich nicht Arkadi Zaslavski, Max Nicklas, Alex Mauch, Fabian Geib und Paul Seidel. Für mich heissen die Buben ab sofort Dolly Buster, Kelly Trump, Mia Gold, Teresa Orlowski und Vivian Schmitt. Ja, Dioramic verändern die Realtität.

And you will know us by the Trail of Dead – IX

Es geht um Tod, um Verlust, um Trauer und um tiefe Wunden, in denen die Band absichtlich mit rostigen Messern herumgestochert hat. Hach, sowas mag ich. „Wenn du damit nichts anfangen kannst, bis du nicht menschlich und verdienst es, zu sterben“, sagen sie selbst über ihre neunte Platte. Auch schön: „Diese Übertragung soll dich fertig machen.“ Also, ich hab's verstanden...

Maroon 5 – V

Journalisten sind das verlogenste Drecksvolk von allen: und insbesondere deren weiblicher Flügel. Adam Levine ist nämlich nicht nur ein Sänger, der eigentlich nicht singen kann, auch als "schönster Mann der USA" (wegen seines "Ich bin genau so süß wie ein Labrador Welpe"-Blickes?) und "ganz toller Künstler und Persönlichkeit" per se (wollt ihr mich verarschen? Der Typ geht auf rote Teppiche und "versucht" gut auszusehen. Thats it!) macht der Kalifornierer eine ziemlich schlechte Figur.

The Tidal Sleep – Vorstellungskraft

Kennt man ja: Bands, deren Mitglieder wohlbehütet aufwachsen, von Papas dickem Bankkonto finanziert werden, Leidenschaft mit Angeberei verwechseln, von unfähigen Feuilleton-Fatzkes an ihre hörige Leserschaft als nächste große Nummer verkauft werden und dann vor der ganzen Welt so tun, als wären sie ein paar Jungs von der Straße oder gramerfüllte, gepeinigte Seelen, deren einziges Ventil die Musik ist. Erbärmlich!

In Flames – Siren Charms

Erst abgöttisch geliebt, dann fallen gelassen wie eine leere Bierdose. Ja, Metaller können so herzlos sein wie ein unbedarfter Moskau-Urlauber, der Organräubern in die Hände fällt. In Flames hat es auch erwischt. Einst schwedisch, aggressiv, melodisch… und zu Beginn der Neunziger mitverantwortlich, dass Melodic Death Metal überhaupt erst erfunden wurde. Ihr wisst schon, die Mucke eben, die jede Metalcore-Band als Haupteinfluss hat ohne es zuzugeben. Könnte ja Kiddies kosten.

Beatsteaks – Beatsteaks

Alles satt produziert, aber an die alten Kracher-Platten wie „Smack Smash“ oder gar „Limbo Messiah“, kommen die Beatsteaks bei weitem nicht ran.