Chris-Cornell-Higher-Truth-Review

Oh mein Gott! Chris Cornell hat endlich seine neue Platte rausgebracht. Dachte sich niemand, niemals. Reichlich unbeeindruckt waren wir also, als wir hörten, dass es irgendjemand tatsächlich für Wert befunden hat, uns die Info zu geben, dass „Higher Truth“ nun zur Rezension bereit ist. Aber hey, da war noch etwas Heroin in der Spritze von gestern. Perfekt, um die Schnarchveranstaltung, die manche auch „den Nachfolger des 2009er Albums Scream“ bezeichnen würden, einer ersten Hörprobe zu unterziehen. Achtung, Spoiler! Wir mussten zwischendurch pausieren und unseren Dealer wegen akuter Entschlafungsprobleme erneut anrufen.

 

Wenn Fürze besser klingen als die Platte

Irgendwo zwischen Zeilen wie „Stare into the Sun“ und schwurbeligen Titeln, die „Broken Heart“ enthalten, plätschert das Plättchen dann los. Ja, Chris Cornell hat immer noch eine gute Stimme. Das weiß er auch, das zeigt er bei jeder seiner verdammten Shows. Sogar dann, wenn er mit Audioslave auf der Bühne steht. Und plötzlich legendäre Rage Against The Machine-Songs so böse vergewaltigt, dass wir uns beim Gedanken daran die Ohren am liebsten ein zweites Mal abhacken würden. Aber wieso ist uns sein Goldkehlchen plötzlich so scheißegal? Der Audio-Rotz tröpfelt weiter, und … krass, mein Furz hat gerade eine Tonleiter rauf- und runtergespielt.

Packt den Tetra-Pak Wein aus, es gibt gammligen Schmelzkäse.Vielleicht liegt es daran, dass die Songs so belanglos daherkommen, dass sie genauso gut im nächsten Galeria Kaufhof laufen könnten, während man auf der Rolltreppe hinter den Links-Stehern zum wiederholten Male den ein oder anderen Bombenanschlag herbei wünscht. Oder man sich mit Black Metal im Ohr fragt, ob Zähne eigentlich Lücken haben, oder Lücken in Wirklichkeit Zähne.

Chris Cornell Fan
Die Pre-Listenings liefen nicht so dufte…

Mit dem Zahnstocher ins Auge

Die absolut perfekte, aber charakterlich durchsichtige Produktion aus den Reglerhänden Brendan O’Briens… Aaalter, sind das echt 16 Songs auf diesem Album? Irgendwie fragen wir uns ja ein bisschen, wie Chris Cornell selbst durch die immergleichen Akkord-Folgen mit den immergleichen Plattitüden-Lyrics kommt. Kann der Typ denn nicht von seinen Soundgarden-Royalties leben?

Ach ja, wir hätten’s fast vergessen. Er muss ja mit beiden Händen und allen Stimmbändern sein legendäres Vermächtnis systematisch zerstören. Dafür benötigt’s natürlich Arbeit. Und augenscheinlich einem Albumcover, das uns irgendwie an Sex denken lässt. Heute schon einen Zahnstocher ins Auge bekommen?

Chris Cornell Fail
Das, Chris, ist Dein neues Album?

Das mag nicht mal das Massageflittchen!

Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass wir jetzt viel lieber das Substantiv „Abschuss“ deklinieren würden. Denn genau das hätte man als Label-Besitzer, Produzent, Vermarkter, Ehefrau, Affäre, Thai-Massagen-Teilzeit-Nutte, Pudel oder wer auch immer irgendwie einen Titel der Platte mit der Frage nach seiner Meinung vorgespielt bekommen hat, machen müssen: Ihn eiskalt abschießen. Das tat aber keiner, deswegen obliegt uns die Pflicht: „Higher Truth“ ist das Epitom der Langeweile. Und der Grund, warum Labels wie Universal hoffentlich schneller als bisher gedacht aussterben werden.

 

PS: Beim Schreiben der Rezension hat mein Körper aus Langeweile tatsächlich einen Niesanfall der Rotzklasse „G“ wie grün fabriziert. Chapeau, Chris Cornell. Für irgendeine Reaktion hat es dann doch gereicht.