cro-mtv-unplugged-review

Das hier soll kein Diss werden. Keine Abrechnung mit einer Plastikkunstfigur ohne Seele und Integrität, keine Hasstirade auf einen Typen, der den Rap angeblich verraten hat. Nein, dafür sind die zugekifften Spastis im Netz da draußen zuständig. Uns ist so was ja prinzipiell scheißegal. Eigentlich…

Was dieses Milchgesicht hinter der Pandamaske aber jetzt mit seinem „MTV Unplugged“-Album anrichtet, ist unverzeihlich. Diese Platte ist der endgültige Beweis dafür, was mit der Jugendkultur von heute nicht stimmt. Überhaupt erst auf die Idee zu kommen, Cro diese Weihen zukommen zu lassen, einem Typen also, der erst seit ein paar Jahren Musik macht und so nahbar ist wie ein Türsteher nachts um halb fünf, ist blanker Hohn. Was Cro daraus macht, ist sogar noch schlimmer.

Cro Unplugged 2
Cro bei der Ideenfindung zu seinem großen Unplugged…

Kleines Mädchen, du bist einfach nur dumm!

Nirvana, Bob Dylan, Paul McCartney, Eric Clapton und unzählige weitere Menschen, die sich mit Fug und Recht Künstler nennen dürfen, haben dieses Format bekannt und beliebt gemacht. Einer wie Cro wirkt da eher wie ein überheblicher Schuljunge, dem der Papi einen Fuffi zugesteckt hat.

Ebenso wie ihm durch diese kindische und bescheuerte Pandamaske jegliche Menschlichkeit fehlt, fehlt seiner Musik schon immer die Seele, die Tiefe, der Inhalt. Cro, diese Geldmaschine in Comicfigurgestalt, mag für zwölfjährige Mädchen den perfekten Sommer-Soundtrack schreiben. Aber es gibt eben einen Grund, weshalb zwölfjährige Mädchen auf dieser Welt keine wichtigen Entscheidungen treffen. Sie sind einfach zu dumm dafür.

Cro Unplugged 3
Cro bei der Besprechung mit MTV…

„Menno, ich will aber auch Künstler sein!“

Natürlich werden die auch irgendwann merken, wie peinlich das alles ist. Aber wir, die wir das längst wissen, müssen diesen Mist jetzt auch noch unplugged erdulden. Wo auf anderen Konzerten der Reihe große Momente entstehen, vorgetragen von leidenschaftlichen Künstlern, ist Cros „MTV Unplugged“ ein blasser, leidenschaftsloser, ohne Esprit oder Drive vorgetragener Matsch, der halbherzig mit Bläsern, Orgeln und Piano aufgepeppt wurde.

Wenn dieses Album eines ist, dann der unnötige Beweis, dass Carlo Waibel alles andere als ein Künstler ist. Er ist ein Produkt, das macht, was man ihm sagt, und damit gewaltige Erfolge feiert. Fast ist man froh, wenn dieser aufgeblasene Max Herre dem kleinen Jungen bei „Lange her“ unter die Arme greift. Fast. Auch das geschieht so konstruiert, so geplant, dass auch hier keinerlei Stimmung aufkommt.

Cro Unplugged
Cro nachdem der Vertrag unterzeichnet wurde…

Ab in die Ecke, Schuljunge!

Natürlich kann man Cro nicht mit Paul McCartney vergleichen. Natürlich hab es auch furchtbare MTV-Unplugged-Vergewaltigungen von den hässlichen Sportfreunden Stiller oder dieser Nörgelbitch Shakira. Das entschuldigt aber weder diese peinliche Abfolge von herzlos vorgetragenen Pop-Songs noch Cros indiskutable, pseudoroutinierte und durchgehend blasse Performance.

Wenn ich du wäre, würde ich diese Maske jetzt erst recht nicht mehr abziehen, Cro.

Du solltest dich schämen!