Leicht hat man es selten mit dem Gesindel, das man so beschäftigt. Immer gibt es irgendwo Aufmüpfige und Possenreißer, an anderer Stelle wieder Dorftrottel und die, die es noch werden wollen. Um den Saftladen mal ein wenig aufzuräumen, den wir hier freizügig Online-Magazin schimpfen, laden wir nach und nach bessere Menschen ein. Heute im Gespräch: Dead Soul, zwei Schweden aus Östergötland, die irgendwie In Flames-Sänger Anders Fridén überreden (*zwinker) konnten, ihn bei seinem Label Razzia Records unter Vertrag zu nehmen. Da beide Fraktionen gern Probleme mit Hartalk bekämpfen und ihre Tränen aus Weltschmerz längst getrocknet sind, mussten sie einfach zum Bewerbungsgespräch antreten. Dead Soul nennen sich nicht nur so, sondern verschanzen sich auch irgendwo zwischen mutloser Melancholie und dunkler Getriebenheit, zwischen Dark Rock, bluesigem Industrial und Johnny Cash‘ Verwegenheit. Für die Babys wären die beiden Klangtüftler perfekt. Um unsere Feinde mit Tiefenpsychologie zurück in den Hundezwinger zu schicken, aus dem sie kamen. Außerdem sind sie beste Dudes mit den Schattenwesen von Ghost, die kann man immer gebrauchen. Also dann, Niels Nielsen, beweise dich!

 

Was sind Ihre größten Stärken?

Die Fähigkeit, in allen Bereichen des kreativen Prozesses unabhängig zu sein. Wir können mehr oder minder alles vom Songwriting übers Aufnehmen bis zur Kunst und den Videos selbst machen. Außerdem sind wir extrem selbstkritisch, was uns noch härter an allem arbeiten lässt.

 

Und was sind Ihre größten Schwächen?

Vielleicht eben genau das. Wir tendieren dazu, hier und da etwas zu hart zu arbeiten und etwas zu selbstkritisch zu sein.

 

Wie können Sie die Lücke in Ihrem Lebenslauf erklären?

Wir haben härter als je zuvor daran gearbeitet, unsere Kunst auf den Punkt zu perfektionieren – zumindest so, dass wir sie für perfekt halten. Das erbittet eben manchmal, dass man unter dem Radar fliegen muss und für eine Weile verschwindet.

 

Warum sollten wir Sie anstellen?

Weil wir so verschieden sind von jeder anderen Band und weil wir etwas anbieten, das von so ziemlich jedem genossen werden kann, der gute Musik zu schätzen weiß.

 

Wie würden Sie mit einem wütenden Kunden umgehen?

Das kommt auf das Level der Feindschaft an. Aber, natürlich, ist meistens nichts effektiver, als ruhig und unberührt zu bleiben. Wenn das nicht hilft, dann unsere Kung Fu-Skills.

 

Wie motivieren Sie sich?

Musik machen, die uns begeistert und glücklich macht und auch besser zu werden. Dann natürlich der Gedanke daran, mehr und mehr Leute zu erreichen.

 

Wie gehen Sie mit Druck um?

Ein gelegentlicher Drink tut nicht weh.

 

Was bringt Sie aus der Fassung?

Betrunkene und nackte englische Roadcrews (ohne Mädchen).

 

Über welche drei Dinge sollten Sie laut Label-Chef Anders Fridén besser Bescheid wissen?

Über teuren Whiskey. Teures Bier. Darüber, wie wir ihm helfen können, seine Dreadlocks zurückzubekommen.

 

Worauf sind Sie besonders stolz?

Selbst wenn wir noch nicht ganz am Ende der Tour sind, denken wir, dass neun Wochen durch ganz Europa mit der Bahn zu fahren eine echt starke Leistung ist.

 

Was war Ihr größter Fehler?

Jede Nacht auf Tour zu beschließen, zur After-Party gehen, wenn wir doch versuchen sollten, etwas Schlaf zu bekommen?

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Es ist zu spät, die Musik an den Nagel zu hängen. Also werden wir wohl noch Musik machen und auf Tour fahren, wenn unser Plan B, im Aktienmarkt ein Vermögen zu machen, scheitert.

 

Welche Fragen haben Sie an Ihren zukünftigen Arbeitgeber?

Wir würden gern wissen, ob wir den Job bekommen, wie hoch das Gehalt ist und wann wir Urlaub nehmen dürfen?

 

Nanana, ganz schön frech. Noch nicht mal drin im System und schon aufmüpfig. Stasi, Hilfe!