Ne, ist echt voll kacke in Los Angeles: fast immer gutes Wetter, man kommt mit dem Bus ans Meer, ständig rennen einem Kreative, Musiker oder Schauspieler über den Weg und, dass diese Kesselstadt nur so ganz nebenbei Skatepunk, den Burrito so wie wir ihn kennen und den Beachcruiser gesellschaftlich akzeptabel gemacht hat, ist echt eine Riesensauerei. Klar, dass ich Deap Vally in der Heimat von Hollywood, Olive Garden und den größten Rappern aller Zeiten alles andere als wohl fühlen. Drecksloch!

 

Was ist Heimat für euch?

Das beschauliche Echo Park

 

Was an L.A. ist richtig kacke?

Der Smog!

 

Welche Klischees über L.A. stimmen einfach?

Schönheitschirurgie ist hier echt ein Ding. Die Leute wollen einfach nicht älter werden, in L.A.. Sie werden nur bekloppter. Und so sehen sie auch aus.

 

 

 

„Für meinen Körper war das Gift!“

Inwieweit hat Los Angeles euch als Künstlerinnen inspiriert?

Es ist wunderschön hier. Und das Wetter ist klasse! Man hat hier eine tolle Lebensqualität. Du kannst sogar richtig pleite sein und dir geht’s dennoch irgendwie gut, wegen der Voraussetzungen hier. Meine Jugend war beispielsweise ziemlich hedonistisch. Ich hab bis zum Limit gelebt. Ich denke, diese Einstellung hat sich auch in den ersten Sachen von Deap Vally widergespiegelt. Für meinen Körper war das jedoch Gift. Außerdem habe ich hier echt viele talentierte und kreative Freunde und über die ganzen Jahre inspiriert man sich natürlich zu abgefahrenen Dingen. Man wächst zusammen. Im Prinzip dreht sich Deap Vally nur um diese Lebensweise: Rachel McCollum aka Milo hat zum Beispiel unser Artwork zu „Femejism“ gemacht, Michelle Rose hat unsere Kostüme designed und Ericka Clevenger hat eines unserer neues Videos gedreht. Wir sind einfach Freunde, die sich kreativ austauschen. Und das macht uns verdammt glücklich. 

 

Warum ist in L.A. für Musiker schwieriger als sonstwo?

In Los Angeles geht’s immer nur um den Kommerz! Es ist die Stadt des Showbiz. Dieses System belohnt natürlich die Künstler, die das hochwertigste, aber generische Produkt abliefert. Oder kein Problem damit hat, sich auszuverkaufen. Das ist eine Schande! Kommerz ist zwar nicht schlecht, aber zur Zeit bringt er einfach nichts mit Substanz hervor. 

 

 

Was vermisst ihr am meisten auf Tour?

Mexikanische Restaurant, jüdische Deli-Stores, meine Freunde und meinen Macker!

 

 

Wo geht man hin, für ein erstes Date?

Hol Dir ne Latte und einen Snack im Stories Cafe und Bookstore in Echo Park. Ein toller Ort, um sich näher zu kommen!

 

 

 

„Nach Skid Row geht man zum Sterben!“

 

 

Wo gibt’s die geilsten Klamotten?

Lokale Designer gibt’s im Spacedust, geile Second Hand-Sachen im Wasteland und ansonsten sowieso immer im American Vintage.

 

Wo gibt’s das beste Essen, das auch bezahlbar ist?

Ganz klar im Yuca’s, in Los Feliz bei Hillhurst. Nirgendwo gibt’s leckerere Tacos! Außerdem ist der Laden noch in Familienbesitz: Hier nimmt noch Omi die Bestellung entgegen. Und das Besondere: hier gibt’s echtes yucatanisches Essen. Am besten probierst du mal den Carnita Taco: mit Jalapenos und scharfen Möhren!

 

Wo geht man besser nicht hin?

Nach Skid Row. Da geht man nur hin, um zu sterben. Oder, wenn man harte Drogen sucht.

 

 

 

Dein L.A. in drei Worten:

Sonne, Freunde, Berge!