[dropcap size=big]G[/dropcap]ott hat uns verlassen. Hat kurz vor Weihnachten den Abgang gemacht, sich vielleicht eine andere Bande an Dummköpfen am anderen Ende der Galaxis gesucht, die ihm jetzt den Hof macht. Anders ist nicht zu erklären, dass an diesem unglückseligen Freitag, den 12. Dezember, Heino, Unheilig, Xavier Naidoo (als Xer) UND ZU ALLEM ÜBERFLUSS auch noch die Böhsen Onkelz mit neuen Veröffentlichungen am Start sind. Wir Babys sind uns sicher: So viel wie man da kotzen möchte, kann man gar nicht fressen. Wir versuchen es trotzdem fleißig, sind verbotenerweise schon bei Türchen 23 unseres Mettwurst-Adventskalenders, um all der ungerechten Scheiße Herr zu werden, die an nur einem Tag über uns kommt. Anstatt aber immer nur zu schimpfen und weil ja alles gerade total weihnachtlich und besinnlich ist, haben wir Euch die schönsten, besten, noch bessersten und lebensverändernstden (Onkelz-Vokabular, verstehste?) Weisheiten der Onkelz zusammengefasst. Ganz schöne Genies der deutschen Lyrik, so viel steht fest. Ist natürlich alles immer enorm doppelbödig, reflektiert und soll die kleinen Schrumpfgehirne da draußen zum Nachdenken anregen. Wie gut das funktioniert, hat man ja beim Hockenheimring diesen Sommer erlebt. Na, Ben Becker, immer noch stolz auf Deine Leistung?

 

Aus „Alkohol“

„Alkohol, oh Alkohol.
Alkohol, oh Alkohol.
Alkohol, oh Alkohol.
Oh Alkohol!“

Die Böhsen Onkelz haben schon früh in ihrer Karriere erkannt, was es für die richtige Propaganda braucht: Lieder, deren Texte genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Das hier kann auch ein besoffener Hooligan nach der Hogesa-Demo mitgröhlen und sich trotz grenzenloser Dummheit als Teil des Kollektivs fühlen. Chapeau!

 

Aus „Gehasst, verdammt, vergöttert“

„Erinnert ihr euch wie es war
Es ging ganz schnell
Auf einmal waren wir da
Wir sind Gesandte des Himmels
Gottes rechte Hand
Und seine Stimme“

Gottes LINKE Hand kommt für eine aufrichtige Band wie die Onkelz natürlich nicht infrage!

 

Aus „Leere Worte“

„Leere Worte
An einem toten Tag
Mein Hirn liegt im Nebel
Zuviel Koks, zu wenig Schlaf“

Ah, Kevin, erzähl uns mehr über die Unfallnacht. WIR VERGESSEN NIEMALS!

 

Aus „Hier sind die Onkelz“

„Lieder wie Orkane
Rhythmen die das Land bewegen
Mehr als nur Schikane“

Zu Worten wie diesen würde ein Leni-Riefenstahl-Video ganz gut passen, findet Ihr nicht?

 

Aus „Nur wenn ich besoffen bin“

„Noch’n Bier und ich fang an dich zu vermissen
Ich – melancholiere und ich fühle mich beschissen“

Ah, die Onkelz, immer schon ganz groß in Sachen Lyrik und Wortkunst. Hey, Mandy aus Chemnitz: nein, das Wort gibt es nicht! Achso, du hast es dir schon tätowieren lassen? Na dann…

 

Aus „Feuer“

„In jeder Straße
Im Land der Paranoia
In jeder Stadt
Brennt unser Feuer“

Hat das nicht 1939 auch schon mal jemand gesagt?

 

Aus „Der Preis des Lebens“

„Deutscher Stahl
Kalt und hart
Ein tiefer Schnitt
Durch Haut so zart“

Wenn Rammstein das machen, klingt es zumindest bewusst provozierend und zynisch.

 

Aus „Das Problem bist Du“

„Sie nannten mich Idiot
Weil ich die Schule hasste
Sie sperrten mich ein
Weil ich ihnen nicht passte“

Könnte auch ein Auszug aus Kevins Biografie sein.

 

Aus „Nur die Besten sterben jung“

„Nur die Besten sterben jung“

Und als Ü40er macht Euch das zu was genau, liebe Onkelz…?

 

Aus „Nichts ist für immer da“

„Nichts hat Bestand,
Nicht mal das Leid,
und selbst die größte Scheiße geht mal vorbei.“

Das ist auch das einzig Tröstende an einer Band wie Böhse Onkelz. Irgendwann war es das eben auch bei ihnen endgültig! Haben die eigentlich Kinder?