Letzte Woche wurde an dieser Stelle klar Stellung bezogen, welche Meinung in der Redaktion über einen gewissen Herrn Leyk herrscht. Mir ist jedoch aufgefallen, dass trotz der ausführlichen Erörterung der verhaltensoriginellen Persönlichkeit Herrn Leyks, mir zum finalen Rundumschlag noch ein paar Punkte auf meiner ganz persönlichen Liste fehlen.

 
Der Vollständigkeit halber, hier nochmals die Vita Herrn Leyks ab dem postpubertären Alter: Abitur. Laut Wikipedia folgte eine fünfjährige berufliche Episode als „selbständiger Event-Gastronom“ – was sich auch immer hinter dieser schwammigen Berufsbezeichnung verbergen mag. Anschließendes Engagement bei der Reality-TV-Serie „Berlin Tag & Nacht“, welches seinen Weg in den Kosmos des Prekariatsfernsehen ebnete. Das eben angesprochene Unterhaltungsformat musste er übrigens aufgrund privater Eskapaden, die an die Öffentlichkeit gelangten, verlassen. Das dürfte wohl bisher die größte Leistung in der Karriere Leyks gewesen sein.

 

Wer es schafft bei RTL2 sprichwörtlich vor die Türe gesetzt zu werden, der muss sich schon selten ungeschickt anstellen. Wobei, ihm ist es auch gelungen von Sebastian Edathys Rechtsanwälten Post zu bekommen. Da ist also noch Luft nach oben.

 

Du bist nicht klug, aber auch nicht schlau!

Zugegebenermaßen liest sich das nicht wie die berufliche Karriere eines notorischen Überfliegers – muss es ja auch nicht, denn schließlich ist Jan Leyk Schauspieler – entschuldigen Sie, ich muss mich korrigieren „Laiendarsteller“. In diesem Fall attestiere ich Wikipedia hundertprozentige Validität, was den Wahrheitsgehalt dieser Aussage angeht. Darüber hinaus liegt der gefühlte Intelligenzquotient des Abiturienten Herrn Leyk auf der Gaußschen Normalverteilungskurve weit im Bereich der negativen Ausreißer.

 
Aber auch das ist egal, der gute Herr hat ja andere Talente. Mein Vater meinte auch einmal zu mir: „Von Lukas Podolski erwartet auch keiner, dass er Goethe rezitiert, der muss einfach nur kicken können.“ Völlig richtig. Der kleine aber feine Unterschied ist, dass Lukas Podolski nicht dem Irrglauben verfallen ist, der intellektuellen Speerspitze des Landes zugehörig zu sein. Genau jetzt wären wir an dem Punkt, der mich in den letzten Wochen öfters mit explizitem Vokabular in Bezug auf den bereits erwähnten Laienschauspieler umherwerfen ließ.

 

Der Til Schweiger des kleinen Mannes

Ich empfinde es als ungehörige Frechheit, dass dieser Mensch tatsächlich davon überzeugt ist, intellektuelle Strahlkraft und Witz zu besitzen. Jan Böhmermann, seines Zeichen Messias des öffentlich rechtlichen Rundfunks, hat jenen Sachverhalt in seiner Show auf den Punkt gebracht: „Jan Leyk ist der Til Schweiger des kleinen Mannes.“ Dass dies keiner öffentlichen Huldigung entspricht dürfte sogar Herr Leyk verstanden haben. Das ist unserem Jungdesigner und DJ aber völlig egal. Er macht weiter das, was er am besten tut. Da bleibt die Frage, was kann er denn am besten?

 
Antwort: Die eigentliche Stärke Herrn Leyks besteht darin, die in ihm innewohnende Profilneurose zu seinen Gunsten zu nutzen. Allein seine Facebook Postings deuten darauf hin, dass ihm wohl in früheren Jahren oftmals das Gefühl fehlte ernst genommen oder sogar erhört zu werden. Wer sonst braucht nach jedem Satz drei Ausrufezeichen? Das erinnert mich vom Verhalten sehr an einen Heranwachsenden, der einen beim Sprechen immer am Arm zieht, weil er das Gefühl hat nicht gehört zu werden. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges – bezogen auf Leyks Profilneurose. Exemplarisch dafür ist die Auflistung seiner TV-Auftritte:

Nachdem er zwei Jahre das Pseudonym „Carlos“ in der Serie Berlin Tag & Nacht inne hatte und unrühmlich entlassen wurde, ging es dann ganz steil bergauf für Herrn Leyk.

 

Sind wir nicht alle ein bisschen Promi?

„Promi Heilfasten“, dann“ Promi Big Brother“ und zu guter Letzt „Das perfekte Promi Dinner“. Hiermit eine Bitte an John de Mol: Wäre es Ihnen möglich noch weitere Formate mit dem Präfix „Promi“ zu entwickeln, nicht dass unserem Schützling potenzielle TV-Formate ausgehen und er beginnt sich unwohl zu fühlen!? Das wäre doch jammerschade und ein herber Verlust für den Helden des kleinen Mannes.

 

Nachdem wir uns jetzt ausführlich mit der TV-Karriere von Herrn Leyk auseinandergesetzt haben, würde ich gerne noch auf ein anderes Projekt unseres „Hans Dampf in allen Gassen“ hinweisen. Mit dem „Fashion Label“ (Die Anführungszeichen wurden hier sehr bewusst gewählt) „Hafensänger“ ernennt er sich selbst zum „Jan Lagerfeld“ der „Generation Primark“. Da ich keinem die Lebensweisheiten vorenthalten will, die sich auf die Textilkollektionen Leyks beziehen, befinden sich hier ein paar Auszüge seines Schaffens als Hemdchen-Texter & Designer

 

-BITCH.PLEASE.

-LIKE.A.BOSS.

-FREE.HUGS.

-NO. GIRLFRIEND. NO. PROBLEM

-FUCK. YOU. ME. OFF

-THANK.GOD.IT’S.FRIDAY (Im Hintergrund sieht man Barack Obama Gangzeichen machen)

-HATE YOU 2 (Atemberaubend innovatives Wortspiel unseres multilingualen Jungdesigners)

 

Woher kommen eigentlich diese Punkte zwischen den Wörtern? Ob er sich bei Künstlern des Pointillismus wie Georges Sauret hat inspirieren lassen? Vielleicht stecken ungeahnte Interessen hinter dieser gewöhnungsbedürftigen (leider ist mir hier kein schönerer Euphemismus eingefallen) Person des öffentlichen Lebens.

 

Mode mit „persönlichem“ Touch

Fragen über Fragen. Was ich jedoch weiß, dass die Botschaften seiner „Kollektion“ (ja auch hier wurden die Anführungszeichen als literarisches Stilmittel durchaus bewusst gewählt) ungefähr so viel Tiefgang haben wie ein Streichholzfloß. Dies führt immerhin zu einer angenehmen Homogenität zwischen „Kollektion“ und dessen „Schöpfer“. Einziges Fazit, dass man daraus ziehen kann, der Herr macht von allem etwas, aber nichts richtig. Ich hätte auch schon ein passendes Eventgastronomie Konzept parat: Jan Leyk startet eine eigene Eventgastronomiereihe „Promidinner im Bordrestaurant des ICE“ Ehrengäste zur Auftaktveranstaltung: Claus Weselsky als Lokführer und Sebastian Edathy sorgt für das Bordentertainment! Klingt vielversprechend.

 

Ich muss zugeben, selten hatte ich so eine große Freude daran mich auf süffisante Weisen mit einem anderen Menschen textlich auseinanderzusetzen. Demnach Ehre wem Ehre gebührt. Danke Herr Leyk.

 

Ein Fakt ist jedoch sicher: „Sebastian Edathy, gefällt das!“