[dropcap size=big]J[/dropcap]a ja, der ECHO. Im deutschen Fernsehen gibt es selten eine solche Anhäufung talentbefreiter Elendstypen, die allen Ernstes glauben, mit ihrem inhaltslosen Gewäsch etwas mit Substanz und Bedeutung geschaffen zu haben. Helene Fischer, Revolverheld, Andreas Bourani, Lena Oonagh, Xavier Naidoo, Campino – wenn man die Gästeliste dieses Preises so liest, käme ein böser Mensch bestimmt auf den Gedanken, dass es eine gute Idee gewesen wäre, all diese Leute von Barcelona aus via Düsseldorf nach Berlin einfliegen zu lassen. Ähäm, das hat gerade Moneyboy geschrieben. Wir würden so etwas pietätloses niemals tun und fassen lieber die zehn schlimmsten ECHO-Momente 2015 für Euch zusammen. Einer muss es ja tun.

 

1. Xavier Naidoo

Wir dachten, wir hätten uns klar und deutlich ausgedrückt, was wir von Xavier Naidoo halten. Wieso darf dieser gefährliche Irre immer noch vor Kameras treten? Immerhin hat er den ECHO für „volkstümliche Musik“ an Überekel Andreas Gabalier verliehen. Mit Dingen, in denen das Wort Volk eine prominente Rolle spielt, kennt er sich ja aus.

 

2. Revolverheld

Revolverheld, der Beweis, dass es keinen Gott geben kann, gewinnen ihren ersten ECHO: Die Hölle auf Erden war nie näher. Den Preis gab es für Rock/Pop national, danach mussten Schwiegeromas Lieblinge natürlich auch noch ihren Anti-Selbstachtungs-Hit „Ich lass für dich das Licht an“ schmettern. Demnächst kommt von ihnen dann wohl die Single „Ich zerschell für dich in den Alpen“. Einfach widerwärtig.

 

3. Campino

Natürlich haben wir Babys auch zu Campino eine eigene Meinung. Von der wirst Du uns auch bei Androhung einer weiteren Klage nicht abbringen, Du Faschingsclown. Nach gestern hättest aber sowieso viel eher Du aber eine Klage verdient – eine Klage wegen Beschmutzung wahrer Kultur.

Wie kannst Du es wagen, mit Bob Marleys Sohn den „Redemption Song“ zu singen? Pfui, hinfort, ab in die Ecke!

 

4. Unheilig

Einmal noch tief Luft holen, dann ist es vorbei. Unheilig räumen zwar noch mal einen ECHO ab, bis zum beschämenden Comeback in ein paar Jahren werden wir dann aber erst mal Ruhe haben von des Grafen Schlager mit Kajal. Die Kategorie „Rock Alternative national“ könnte zwar falscher nicht gewählt sein für ihn, aber was macht das schon bei einem Musikpreis, der an Verkaufszahlen gemessen wird und somit der dummen Mehrheit des Volkes die Entscheidungsgewalt überlässt. Bedankt hat sich das Gräfchen übrigens nicht. Stotterer und so, war ihm wohl peinlich.

 

5. Helene Fischer

Wir sagen nur so viel: Ein Musikpreis, bei dem das gleiche Album in zwei Folgejahren den Preis für das „beste Album“ abräumt, muss dringend abgeschafft werden.

 

6. Oonagh

Was soll das nur? WAS SOLL DAS NUR??? Jedes Land bekommt die Musiker, die es verdient. Wenn man sich dann also Eso-Elfchen Senta-Sofia Delliponti anschaut, das gerne bei „Der Herr der Ringe“ mitspielen würde, sich aber mit der notgeilen LARP-Runde des kleinen Bruders zufrieden geben muss, weiß man, dass es dieses Land auf seinem Karmakonto so richtig verkackt hat.

 

7. Der Kritikerpreis

Deutschland, Deine Kritiker sind mindestens genauso bescheuert wie deine Musikkonsumenten. Da hat man mal die Chance, bei einem von Universal, Helene Fischer und dem übrigen Soundtrack der Hartzer auf dem Weg zu Penny ein Zeichen zu setzen – und gibt den Kritikerpreis an Deichkind. Klar, schlimmer geht immer, aber warum mal nicht Trümmer oder The Notwist auszeichnen – und keine Band, die eh schon große Hallen füllt?

 

8. Die großen „Stars“

Immer wieder schön zu sehen, wie viel Wertschätzung die ausländischen Superstars dem miefigen ECHO entgegenbringen. Selbst Ed Sheeran macht sich nicht die Mühe, aus England über den Teich zu hüpfen. Das war damals auch noch anders, da traten auch mal Depeche Mode oder Marilyn Manson auf.

 

9. Andreas Gabalier (#ohboy)

Wir sagen dazu jetzt mal einfach gar nichts. Und hoffen, dass sich dieses Problem von allein löst. Wie Genitalherpes.

 

10. Die grandiose Berichterstattung auf Focus Online

Ach, Focus, ihr meint wahrscheinlich Kevin Kurányi. Der kann bestimmt auch so schön singen wie der Andreas Bourani. Kulturredaktionen, ftw!