Es gibt Momente, in denen man die harte Realität festgefahrener Situationen mit Surrealität sprengen will. Dann, wenn Oma mit Kuchen unangemeldet ins Kinderzimmer stolpert, während man gerade wichst (nein, der Autor dieses Artikels hat das ganz sicher nicht am eigenen Leib erfahren. Ganz. Bestimmt. Nicht. Fresse jetzt.) Oder Menschen einem Gespräche aufdrücken wollen. Oder Menschen. Oder Gespräche. Umstände, die eine Flucht erfordern. Genau dann hilft nur eins: Fit For An Autopsy aufdrehen. Volles Rohr, keine Gefangenen machen. „Hey, kennst du schon meine neue Lieblingsband? Warte, ich habe gerade zufällig meinen 5000-Watt-Boomblaster dabei, ich zeig’s dir kurz!“ Zu Staub zerfallen sollst du! „Absolute Hope Absolute Hell“, so der Soundtrack deiner Sterbezeremonie, du Wurm. Das ist das neue Werk vom Knüppeltrupp aus New Jersey, die damit Deathcore ganz nebenbei neu erfinden. Federführend: Will Putney, Produzent eines ganzen Genres. Suicide Silence, Molotov Solution, Like Moths To Flames, Upon A Burning Body, Stray From The Path, The Acacia Strain, Winds Of Plague, Thy Art Is Murder, Northlane. Sie alle hatte Will schon. Mehrfach. Was den Workaholic und seinem Busenfreund an der Gitarre Pat aber alles an den meisten anderen Menschen und Klangkapellen ankotzt, das vertrauen Fit For An Autopsy exklusiv den Babys an.

Wann seid ihr das letzte Mal völlig ausgeflippt?

Pat: Vor fünf Minuten, als ich versucht habe, ein Puzzle zu lösen, das mein fünfjähriger Sohn in fünf Minuten geschafft hat.
Will: Ich bekomme immer Panik, sobald ich „Freizeit“ habe. Verschwende ich mein Leben? Sollte ich härter arbeiten? Werde ich erschossen? Sollte ich betrunken werden? Kann die Welt jetzt schon untergehen?

 

Was an der Menschheit kann euch echt wütend machen?

Will: DUMMHEIT. Es gibt so viele Idioten, bei denen ich denke: „Irgendwie wird euch erlaubt, Dinge zu besitzen, und ihr schafft es, zu überleben.“
Pat: Menschen.

 

Was müsste sich ändern, damit Apathie der Vergangenheit angehört?

Pat: Die Menschen die Dinge erleiden zu lassen, für die sie kein Mitleid empfinden.

 

„DUMMHEIT.“

 

Warum ist Hoffnung nicht so hilfreich, wie wir allgemein annehmen?

Pat: Hoffnung erschafft Faulheit – „oh, ich hoffe, ich bekomme das oder ich hoffe, das wird funktionieren.“ Der einzige Weg, uns oder unsere Umgebung zu verbessern, ist, es einfach zu tun. Hoffnung ist als Idee großartig, aber wir können nicht von einer Idee abhängig sein, die auf einem Versprechen basiert. Wir Menschen müssen arbeiten, um Dinge besser zu machen.
Will:  Hoffnung ist ein Sündenbock für die Menschen, die zu faul sind, positive Entwicklungen zu bekräftigen.

 

Wem aus Politik oder überhaupt würdet ihr gern in die Fresse schlagen?

Pat: Die bessere Frage wäre: Wem aus Politik oder überhaupt würdet ihr gern NICHT in die Fresse schlagen?
Will: Bernie Sanders KÄME dafür in Frage. Aber er wirkt irgendwie immer noch wie das kluge Kind in der Sonderschule.

 

Was kann euch schon morgens so richtig den Tag versauen?

Pat: Menschen.
Will: Baustellenverkehr. Zieh niemals nach NYC. Auf meinem Arbeitsweg fühle ich mich wie Michael Douglas in „Falling Down“.

 

 

„GAME OVER.“

Was ist euer lausigster Anmachspruch?

Pat: Ich bin 40. Ich nutze keine Anmachsprüche.
Will: Ich bin verheiratet. GAME OVER.

 

 

Was war eure schlimmste Entscheidung, die ihr auf einer Party jemals getroffen habt?

Pat: Die beinhaltete eine Flasche, ein Fenster, einen Notarzt und ein Polizeiauto.
Will: Meine schloss Alkohol, schlechte Gesinnung und Stühle ein.

 

Welcher Typ Band pisst euch richtig an?

Pat: Bands, die so tun, als hätten sie niemals vor fünf Freunden und den anderen Bands auf dem Line-Up gespielt. Ihr wart nicht immer so riesig, Dudes.
Will: Bands ohne Identität, die nur in einer Band sind, weil es besser ist, als weiter bei McDonalds zu arbeiten.

 

Will, gibt es eine Produktion von dir, die du echt bereust?

Will: Ich wüsste nicht, welche. Hier und da mache ich ein paar Dinge anders, aber jede Platte ist für mich ein Lernprozess.

 

 

KACKWÜRSTE.

 

Gibt es andere Produzenten, die die Kunst des Metal-Sounds zerstören?

Will: Ich möchte keinen beim Namen nennen, aber da gibt es ein paar KACKWÜRSTE. Ihr wisst, wer ihr seid – hört auf, jeden wie Roboter klingen zu lassen.

 

Was würdest du denen sagen, die heutzutage jede gleichklingende Metalcore-Band produzieren?

Will: Eine Kopie ist nie so gut wie das Original. Du wirst mit dem Trend sterben, wenn du dir nicht deinen eigenen Stil schnitzt.
Pat: Werd erwachsen.

 

Was sagt ihr zum faulen Fettarsch Rick Rubin?

Pat: Ich denke, Rick Rubin ist ein sehr wichtiger Teil unserer Musikgemeinde.
Will: Ich denke, Rick Rubin ist ein sehr wichtiger Teil unserer Musikgemeinde. Davon abgesehen: Würde ich so bezahlt werden wie er, um ein Album zu machen, würde ich etwas öfter im gottverdammten Studio erscheinen.

 

„KOKAIN.“

 

Und über Ross Robinson?

Will: Ross ist abgefahren. Du kannst über niemanden herziehen, der Bands anmault, während sie alles wegblasen.

 

Wie scheiße findet ihr es, Interviews zu geben?

Pat: Man spricht mit betrunkenen Personen auf KOKAIN, die dir mit schlechtem Atem sehr nahe kommen…
Will: Interviews sind wie Blind Dates, wenn du weißt, du wirst mit dieser Person nicht schlafen.

DANKE FÜR DAS INTERVIEW, haha.