Weihnachten. Schwieriges Thema, wissen wir. Immer ein schmaler Grat zwischen Kitsch, Kommerz und Komasaufen (klar, liebe RTL II-Redaktion, diesen Titel dürft Ihr Euch ruhig ausborgen. Kontoverbindung hat Ihr ja). Aber eben auch Familienfest zutiefst heidnischer Rituale unter dem Deckmantel der christlichen Märchenstunde. Schön ist’s natürlich dennoch immer wieder. Und wenn’s vorbei ist sowieso. Die Glam Rocker von den Black Veil Brides umgehen die ganze Chose clever, indem sie einfach auf ihre Familien scheißen und Weihnachten lieber in Hollywood bleiben. Was noch so geht an Weihnachten, hat uns Bassist Ashley (ja, der ist wirklich ein Mann!) Purdy verraten.

 

Was ist das Beste an Weihnachten?

„Heutzutage verbringe ich Weihnachten meistens allein. Mit den Black Veil Brides touren wir meist bis kurz vor Weihnachten, sodass ich die Feiertage allein in Los Angeles bin, um erst mal wieder klarzukommen. Da kann ich keine Menschen um mich herum ertragen. Das klingt furchtbar arm und traurig, doch mir gefällt es. Außerdem wohnt meine Familie in Missouri, und Missouri hat die Angewohnheit, dass es ständig eingeschneit ist. Das kann ich auf den Tod nicht ausstehen!“

 

Und früher? Also, bevor Du ein armer einsamer Nörgler geworden bist?

„Als Kind war Weihnachten das absolut Größte! Wir feierten immer bei meiner Oma, wo ich auch aufwuchs. Du musst wissen, ich habe eine wirklich riesige Familie, allein meine Großeltern hatten acht Kinder. Und die wiederum waren ebenfalls alles andere als untätig, was Fortpflanzung angeht. Wie die Heuschrecken kamen meine Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen aus allen Landesteilen in dieses gewaltige Haus, um zusammen zu feiern und zu streiten. Das ist heute natürlich nicht mehr so, vor allem, weil ich Weihnachten eigentlich nicht mehr feiere. Eine Menge Onkels und Tanten habe ich aber immer noch.“

 

Und was ist das Schlimmste?

„Die Musik. Weihnachtsmusik ist der schlimmste Albtraum, den ich mir vorstellen kann. Vor einigen Jahren arbeitete ich in einem großen Plattenladen, und in dem lief direkt nach Halloween eigentlich nur noch Weihnachtsmusik. Waterboarding ist nichts dagegen, das kann ich Dir sagen! Erst gestern hat diese bescheuerte Musik das Football-Spiel kaputt gemacht, das ich mir in einer Kneipe ansehen wollte. Das Allerletzte, wirklich!“

 

Was ist der schlimmste Weihnachtssong aller Zeiten?

„Oh, diese Auswahl! Am Schlimmsten finde ich eigentlich, wenn irgendwelche abgehalfterten Ex-Stars klassische Weihnachtslieder covern. Vielleicht irgendwas von Michael Bolton?“

 

Werdet Ihr in den Staaten etwa nicht von „Last Christmas“ penetriert?

„Nicht unbedingt, nein. Ihr etwa schon? Ha, ihr armen Schweine, das ist ja furchtbar! Wham! grenzt ja an Körperverletzung.“

 

Einen guten Weihnachtssong gibt es also nicht?

„Komm schon, natürlich nicht! Selbst die Weihnachtslieder von Twisted Sister oder KISS sind grauenerregende Geschmacklosigkeiten! Und das sind immerhin Twisted Sister oder KISS; von denen wir hier sprechen!“

 

Mit welcher Waffe würdest Du auf denjenigen losgeht, der Euch bittet, einen Black-Veil-Brides-Weihnachtssong aufzunehmen?

„Haha, bist Du irre? Obwohl … jetzt, wo ich darüber nachdenke, klingt das eigentlich gar nicht so übel. Ja, ich würde sagen, wir nehmen „Black Christmas“ auf. Irgendwas Düsteres, Abgefucktes eben.“

 

Naja, so düster und abgefuckt, wie an Weihnachten bei einem Dosenbier allein im Moloch Los Angeles herumzuhängen, kann es ja wohl kaum werden, Ashley. Mensch, krieg dich mal in den Griff und flieg nach Missouri. Einfach immer dem Duft der grünen Bohnen nach …