Ein Baby muss tun, was ein Baby tun muss. Knallharter Investigativjournalismus, brandgefährliche Enthüllungen, Aufdeckungen der krassesten Sorte, Einsätze an Orten, vor denen normale Redakteure zurückzucken und sich sofort einmachen würden. Wir tun, was wir tun müssen. Selbst dann, wenn wir nicht wissen, ob wir heil aus der Nummer rauskommen. Apropos heil: Als Schwarzer verkleidet über den Hockenheimring beim Onkelz-Reichsüarteitag zu huschen, gehörte da natürlich dazu, ebenso unsere grandiose Aktion, als wir Chris Martin von Coldplay zum Heulen gebracht haben, weil wir ihm gesagt haben, dass die Vanillemilch alle ist. Jetzt also unser nächster Coup: Unser berühmt-berüchtigtes schlecht gelauntes Interview mit Haudegen! Schon mit normalen Musikern birgt dieses Interviewformat mehr Zündstoff als Putins geheime Reserven, aber mal ehrlich: Wer will diese beiden beeindruckenden und durchaus auch ein wenig einschüchternd aussehenden Kerle schon so richtig aufregen und auf die Palme bringen? Eben, niemand. Also müssen es mal wieder wir tun. Ist schließlich unsere Pflicht. Wo die Lascheks von Noisey versagen, ist auf die Babys Verlass.

Was kotzt euch derzeit so richtig an?

Hagen: Alleine diese Frage! Ey, wie kann man denn so ein Interview anfangen? Da hab‘ ich ja sofort schlechte Laune, ey! So eine beschissene Frage, echt! [Ohoh, es geht los. Hilfe! – die verunsicherten Babys]

Sven: Außerdem kotzt uns die Unfähigkeit der deutschen Politik so richtig an!

 

Diese Person geht mir gerade total auf den Sack:

Hagen: Dieser selbsternannte Ordnungshüter, der mir vorhin ein Knöllchen reindrücken wollte. Das ist eine riesige Schacherei und Sauerei, die mich tierisch aufregt. (schreit) DAS KOTZT MICH AN, MANN! [ist der aber laut! – die sensiblen Babys]

Sven: Jeder, der auf der Bühne nur Darsteller und Interpret ist, sich seine Songs von irgendwelchen Produzenten schreiben lässt und dann auf der Bühne ein Tränchen rauspresst, damit das alles echt wirkt.

 

Was kotzt euch an der aktuellen Flüchtlingsdebatte an?

Hagen: Wir sind weltweit der Waffenexporteur Nummer drei, schicken Granaten, Raketen und Panzer in jeden Krisenherd dieser Erde, stellen uns dann aber den Menschen in den Weg, die vor genau diesen Waffen flüchten, und suggerieren ihnen, dass sie hier nicht willkommen sind. Das kotzt mich mehr an als ich sagen kann!

 

 

„Ebola!“

 

 

Wären Nazis eine Krankheit, dann wären sie:

Hagen: Ebola! Halt nein, das hat man ja in den Griff bekommen. Also die Pest. Das einzige Mittelchen gegen diese ganze braune Suppe ist aber sowieso ein gesunder Menschenverstand und Toleranz. Und das sollte jeder Mensch in sich tragen.

 

Gibt es etwas, das ihr lieber niemals gesagt hättet?

Hagen: „Bis dass der Tod uns scheidet.“

Sven: Ich finde Fehler wichtig. Jedes gesprochene Wort hat eine Konsequenz, aber es ist ein Teil meines Lebens. Also nehme ich nichts zurück.

 

Was ist euer Lieblingsschimpfwort?

Beide: Laschek!

Hagen: Dieses Schimpfwort gibt es nicht, also weiß auch niemand außer uns, was es bedeutet. Thilo Sarrazin ist so’n richtiger Laschek, weißte?

 

Was kann euch so richtig den Tag versauen?

Hagen: Keine Kippen am frühen Morgen. Dann brauchst du mich gar nicht erst ansprechen!

Sven: Wenn ich morgens nicht mal mit den Hunden raus kann, weil überall Scherben und Flaschen vom Vorabend liegen.

 

…tätowiert und kurze Haare = dumm.“

Warum darf man euch richtig kacke finden?

Sven: Meine Oma war eine sehr weise Frau, die ihr Leben gelebt hat. Sie hat immer gesagt, dass jemand, der uns nicht mag, keinen blassen Schimmer davon hat, wer wir wirklich sind. Außerdem darf man uns gerne kacke finden, weil wir immer die Wahrheit sagen und das Herz auf der Zunge tragen.

Hagen: Wer ehrliche Musik scheiße findet, kann uns kacke finden, wer nette Menschen nicht mag, kann uns kacke finden, vor allem aber können uns Nazis kacke finden.

 

Welches Vorurteil über euch nervt euch besonders?

Sven: Breit gebaut, tätowiert und kurze Haare = dumm.

 

Was regt euch am anderen am meisten auf?

Sven: Pünktlichkeit ist ja bekanntlich eine Tugend, aber Hagen übertreibt es. Wenn wir uns irgendwo verabreden, ist er immer schon eine halbe Stunde vorher da – und dann fühle ich mich richtig schlecht, wenn ich „nur“ pünktlich bin.

Hagen: Tja, ich kann nichts schlechtes sagen, seit Sven immer pünktlich ist. (lacht)

 

An dieser Stelle brechen wir lieber ab. Was folgt, waren Bro-mäßige Liebesbekundungen zweier breit gebauter, tätowierter und kurzhaariger, aber so gar nicht dummer Freunde, die echt nicht in unser Konzept des schlecht gelaunten Interviews passen und deswegen in bestem Politik-Style unter den Teppich des Vergessens gekehrt werden. So sind wir Baby-Lascheks eben! Aber wir müssen abschließend sagen: Echt dufte Typen, diese Haudegis. Hätten wir nicht gedacht. IgittBaby jedenfalls ist auf Haudegen-Seite, so viel steht fest. Beste!