Kennst Du Idi Amin? Das war so ein kleiner, dicklicher Mann, der es in Afrika zu trauriger Berühmtheit brachte. Aber nicht etwa als großer Freidenker, Philanthrop oder Gutmensch, sondern als undurchsichtiger, grausamer Dikator der Republik Uganda. Es war eben jener Idi Amin, der sich dem armen Land und seinen noch ärmeren Bürgern als Heilsbringer offenbarte, als einer von ihnen, nur um Staatsgelder, Steuern und internationale Hilfszahlungen für Weiber, Alkohol und schnelle Schlitten auf den Putz zu hauen. Und wem das nicht passte, der wurde ganz einfach hingerichtet: Fast 400.000 Menschen sollen dem Ugander zum Opfer gefallen sein. Idi Amin war kein Politiker, er war ein reizbares Kleinkind verkleidet als Amtsmann. Kennst Du Andreas Kümmert? Das ist so ein kleiner, dicklicher Mann, der es in der deutschen Kulturszene zu trauriger Berühmtheit bracht. Aber nicht etwa als große Persönlichkeit, Entertainer oder Künstler, sondern als infantiler Trotzkopf, auf den nicht nur keinerlei Verlass ist, sondern der auch gerne mal ausfällig wird. Andreas Kümmert ist kein Musiker, er ist ein reizbares Kleinkind verkleidet als Freigeist.

Ich hoffe, Du verstehst mich jetzt nicht falsch, ich möchte jetzt nicht zur Revolution gegen den fränkischen Gitarrengimli aufrufen, aber Idi Amin wurde auch nach Lybien ins Exil gejagt – und wirklich abträglich war es den armen Ugandern nicht.

 

Manisch-depressive Rampensäue gibt es nicht!

Was muss in einem Musiker vorgehen sich so zu verhalten? Während man bei seinem zweifelhaften Auftritt zum Vorentscheid zum European Songcontest nur mit dem Kopf schütteln musste – ihm seine Entscheidung schon fast als künstlerisches Understatement auslegen wollte – sind seine neusten Ergüsse nicht viel weniger das Zeugnis für einen psychischen gestörten, kindlichen Mann, der auf einer großen Bühne nichts verloren hat. Und damit meine ich keineswegs, dass ich es verurteile, das der Singer and Songwriter (#ohboy) – wie sich der The Voice-Teilnehmer gerne selbst betitelt – offen und ehrlich seine Meinung äußert. Das finde ich sogar vorbildhaft, in einer Branche, die noch immer von menschlicher Oberfächlichkeit dominiert wird. Durch das verbale Entgleisen in Zusammenhängen wie einer Konzert-Absage und dem damit verbundenen Unmut treuer und vor allen Dingen zahlender Fans, empfehle ich dem Kümmert nun aber schlicht und ergreifend den Rückzug aus dem Showgeschäft.
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Dabei ist es egal, ob dem „Singbärchen“ am Abend des Eklats das Hälschen gekratzt, Mutti nicht angerufen oder der 27-Jährige nicht in die Buchsen gepasst hat. Ein echter Musiker, der seine Berufung als Beruf versteht, wird ein Konzert nur im wirklich äußersten Notfall absagen und ansonsten den verdammten Gig spielen. Er wird sich mit Fieber auf die Bühne schleppen, nach dem Konzert die Familie kontaktieren und erst am nächsten Tag eine neue, passende Fünf-Eure-Jeans bei Kik schoppen. Und das werden auch die Profis einstimmig bestätigen. Der Kümmert ist aber kein Profi. Er ist ein Amateur.

 

Ein Psycho scheißt auf alle(s)

Es ist egal, was in Groß-Gerau passiert ist. Der Kümmert hat bewiesen, dass er labil, kritkunfähig und vor allen Dingen nicht loyal den Menschen gegenüber ist, auf die es ankommt: seinen Fans. Und bitte, liebe Anhänger der ersten Stunde, auch ihr könnt nicht so dumm sein, zu glauben, er habe das „Arschlöcher“ an seine Kritiker gerichtet. Adressiert war das Posting an Menschen, die ihr schwer verdientes Geld für ein Konzert investiert hatten und dieses nicht stattgefunden hat.
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Wenn klein Andi zu Burger King geht und den Tripple-Whopper mit extra Käse schon bezahlt hat, würde er auch sauer werden, wenn die Schalterkraft ihm das Ding erst unter die Nase reibt und dann einfach mit der Leckerei von Dannen zieht. Nichts anderes hat der Franke getan: einen Songcheck gemacht und dann einfach davongefahren. Ich nenne das Betrug. Am Fan. Und an der Musik.
Während das Scheusal Idi Amin ein System für sich zu nutzen wusste, seine wahnsinnigen Pläne in die Tat umzusetzen und ein armes, verlorenes Land mit Hoffnung blendete, betrügt der Kümmert nur sich selbst. Welchen Grund hat das Zauselbärchen denn sonst Musik zu machen und auf der Bühne mit Menschen zu interagieren, die im besten Falle genau das fühlen, was auch das „manische Pummelchen“ fühlt, wenn es sich die Klampfe umschnallt und die wirklich tolle Stimme zum Besten gibt? Ich glaube mittlerweile, dass der Kümmert einfach nur versucht Komplexe zu kompensieren, die wohl weit zurückliegen und die das Leben als „kleiner Star“ wohl auch kurzzeitig vergessen machen – auch wenn er dieses Leben nur simuliert. Um die Musik geht es hier nämlich schon lange nicht mehr.
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Weg mit dem! Bitte!

Andreas Kümmert ist für mich kein Künstler. Er ist für mich die schrullige Handpuppe einer Industrie, die manchmal nicht Talent von Ambitionen unterscheiden kann. Sie ist auf einen Typ reingefallen, der zu sehr mit Komplexen und persönlichen Problemen beschäftigt ist, als mit künstlerischen Herausforderungen und Spaß am Schaffen. Lasst ihn doch ins verrauchten Pubs spielen oder am besten auf Kindergeburtstagen – ein dankbareres Publikum wird der 27-Jährige wohl nicht finden. Aber bitte verwehrt diesem manischem Studentenrocker die großen Bühnen…
…Denn der Kümmert stellt hier einen Berufsstand in ein schlechtes Licht, der es eh schon schwer genug hat. Danke.
[highlight ]Update: Der Kümmert hat reagiert. Aber nicht wie ein verantwortungsvoller, erwachsener Künstler es tun würde. Keine Gründe für die irrsinnige Konzertabsage. Erneutes Drohen. Wir fühlen uns bestätigt.[/highlight]

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