Heino-Arschkarte-Review

Das muss man erst mal schaffen. Ohne ein Fünkchen Selbstironie schon mit dem Titel eines Albums den Nagel derart auf den Kopf treffen, hat fast etwas Geniales. Fast. Immerhin ist hier von Heino die Rede – und nicht etwa von einem ernstzunehmenden Künstler. Der „Nenn-mich-bloß-nicht-Addi“-Deutsche hat es wieder getan. Nein, nicht das Zeitliche gesegnet, sondern ein neues Album abgeliefert. Passend zum Wahlausgang in Österreich, pardon, zur Fußball-EM veröffentlicht „Albino-Atze“ mit „Arschkarte“ nun also das „Perfekte Partyalbum zum Turnier“ – wie es auf einschlägigen Schlagerportalen heißt… Und das Fragen aufwirft… Fragen wie: Welche Substanzen konsumiert man eigentlich, um für jemanden wie Heino Pressetexte schreiben zu können?

 

… Aber mit Selbstachtung hat der geneigte Käufer dieses Albums ja eh keine Probleme. Allerhöchstens, wenn man ihn fragen würde, wie man dieses komplizierte Wort buchstabiert. „Selbst, ähm was?“… Worte wiederum, mit „selbst“, die ein Heino-Fan kennt: Selbsterniedrigung, Selbstbefriedigung. Worte mit „selbst“, die ein Heino-Fan kennen sollte: Selbstgeißelung, Selbsthass.

 

Braun-braun ist die Haselnuß?

Heino kennt diese Worte wahrscheinlich auch nur vom Hörensagen. Immer dann, wenn er bei irgendeiner Fernsehshow mal auf so etwas wie einen ernst zu nehmenden Musiker trifft. Für ihn gibt es nur seine Hannelore, schönes Glas Sektchen in der Casa di Haselnuss und die Gewissheit, dass es tatsächlich immer noch genügend Deppen gibt, die seine Musik kaufen. Nun also „Arschkarte“.

Damit meint Heino nicht sein Leben, nicht das Schicksal seiner Hörerschaft und auch nicht die Wahl seines Toupets. Frech und urkomisch, wie er nun mal ist, meint er damit natürlich die rote Karte, die der Legende nach eben in der rechten Arschtasche des Schiris aufbewahrt wurde und streckenweise wird. Knüller, oder?

Hooligans
Heinos Merch: passend im Rot des Plattencovers. Toll!

Im Gegensatz zu Heino: Der Autor dieses Textes haftet persönlich!

Wenn es also gerade mal keine „informative Kundgebung zum Zustand der Bundesrepublik“ zu besuchen gilt, kann man diese Arschkarte auflegen und sich auf das Deutschland-Spiel am Abend freuen. Vielleicht reicht es davor noch für einen kurzen Gang zur „Unterkunft“ um die Ecke, man ist ja Feuer und Flamme für alles, was da so vor sich geht.

Hey, Herr Anwalt, nicht falsch verstehen: Wir reden hier nicht von Heino. Wir versuchen lediglich, mithilfe einer komplexen Analogie aufzuzeigen, was nötig ist, um einen musikalischen Erguss wie „Arschkarte“ gut zu finden. Hirn schadet dabei eben nur. Selbstachtung  auch, Ästhetik und Sinn für Kunst eh. Was da übrig bleibt? Eben, verwirrte Bürger und ähnliche Homo Erecti. Glauben wir.

Jetzt aber zurück zum Thema: Deutschland vor, noch ein Tor!