Seht ihr, Jungs und Mädchen, auch wer aus dem Dorf kommt, kann es weit bringen. Und Mark Forster kommt aus einem echt kleinen Pupsikaff in der Nähe von Kaiserslautern. Vielleicht deshalb, bekommt die eigene Schwester auch nicht coole Gadgets vererbt, sondern Kassetten von Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen. Aber immerhin hat sie jetzt ihren eigenen Song, gell Mark?

 

Mal ehrlich: Ist „Tape“ nicht ein arg kitschiger Albumtitel?

Ich komme aus einem richtigen Kaff in der Nähe von Kaiserslautern. Und in meinem Kinderzimmer konnte ich immer nur zwei Radiosender empfangen. Auf einem lief nur Oldies und auf dem anderen alles durcheinandergemischt. Und da man in so einem Kaff viel Zeit hat, habe ich immer darauf gewartet, bis meine Lieblingssongs kamen und die dann auf Tape aufgenommen. Und nach und nach ist daraus irgendwie ein richtig gutes „Album“ geworden, dass sich irgendwie nach Zuhause anfühlte. Daher der Name. Und ja, nach „Don’t Speak“ kommt eben einfach „Three Lions On A Shirt“!

 

Sind Deine Songs dann autobiografisch?

Alle meine Songs sind autobiografisch. Ich versuche immer Songs zu schreiben, die so wenig Distanz zu mir wie möglich haben. Nicht jeder Song ist eine Geschichte zwar, aber er hat immer mit mir zu tun. Wenn ich zum Beispiel über Trennungen schreibe, dann schreibe ich darüber, wie es war als ich verliebt war und wie sich Trennungen für mich anfühlen. Also alle Trennungen überhaupt. Auch die von anderen. 

 

„Benjamin Blümchen“

 

Kassetten… Das machst Du doch nur, weil Du ein Hipster sein willst!?

Viele meiner Kassetten hab ich meiner kleinen Schwester geschenkt. Also Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. Die Kassetten mit den ganzen Songs liegen noch irgendwo auf dem Speicher Daheim. Aber da ich jetzt überall über „Tapes“ sprechen muss, bekomme ich so langsam wieder Bock die mal alle durchzuhören…

 

 

Egal, ob Tape oder MP3… Wie wichtig ist der erste Eindruck?

Also wenn wir über Musik sprechen, dann sind die ersten Sekunden egal. Das entscheidende an einem Song ist es der Refrain, was der auszusagen hat und wie er sich anfühlt. 

 

„Spul zurück“ heißt einer Deiner Songs… Für wen spulst Du denn immer zurück?

Ähm, das geht Dich gar nix an! 

 

„…kannste so machen“

 

Nicht mal für Forrest Gump oder Marty McFly, über die auf „Tape“ singst? Oder vielleicht doch diese ominöse Natalie, die Du ein paar Mal erwähnst?

Natalie ist meine Schwester. Ich hab ihr einen Song geschrieben. Ich davor noch nie einer realen Person einen Song geschrieben. Ich wusste auch nicht, ob das zu persönlich ist. Als er fertig war, habe ich ihn ihr geschickt, ob das so okay ist. Sie war da gerade im Büro. Als sie ihn gehört hat, musste sie sofort heulen. Und ihre Kollegen auch. Da wusste ich: das kannste so machen. 

 

Und nun die wichtigste Frage überhaupt: wird dieser Sommer wieder mal ein Arschloch?

Mein Sommer steht ja erst Mal im Zeichen des Fußballs. Ich bin in Frankreich und schaue alle Spiele. Das wird also ein großer Sommer.

 

Was hast Du denn mit EM am Hut?

Ich werde als Fußball-Experte dort arbeiten. Außerdem bin ich ein bisschen mit Lukas Podolski befreundet. 2014 hat er zu „Au Revoir“ in der Mannschaftskabine abgefeiert. Ich hoffe, dass mir Lukas auch ein bisschen was flüstern kann.