Winnipeg… Aufstrebende Metropole bildender Künste, atemberaubender Mode und urbanem Lifystyle… Nicht. Viel mehr ist das Städtchen im Herzen des „weltbekannten“ Winter-Wunderlands Manitoba ein Traum von Verschlafenheit und Spießertum. Nein, Winnipeg ist nicht der Nabel der Welt und kein Ort, den ein Mittelschichtshipster für ein Erasmus-Jahr in Betracht ziehen würde, aber die rappenden The Lytics finden es für Künstler in der kanadischen Einöde zwar hart, aber richtig kacke auch wieder nicht. Ein Rundgang in Schneeschuhen.

 

Was ist total kacke an Winnipeg?

Das liegt echt im Auge des Betrachters. Ich hasse den Winter und der kann hier ziemlich übel werden. Also würde ich sagen: Winter in Winnipeg ist kacke! Aber richtig kacke würde ich auch nicht sagen, sondern eher „tough“. Außerdem haben wir eine ziemlich üble Vergangenheit bezüglich Rassismus von Inuit und Indogenen Völkern, die hier leben und lebten. Wenn wir das abstreifen könnten, wäre das wunderbar. Ihr Leid würden wir dennoch nie vergessen. Immerhin leben wir als Kolonialisten auf deren Land. [Ja, doch die Bilder sehen wirklich spannend aus – das sarkastische Baby]

Winnipeg

 

Welches Klischee über die Winnipegs, Winnies, Winners stimmt einfach? Und wie nennt man euch wirklich?

Dass wir echt nette Leute sind. Wir sind sogar supernett. Ich habe also nichts gegen dieses Klischee. Zudem heißt es Winnipeggers. 

 

 

Was ist total geil an Winnipeg?

Die Kunstszene. Die gibt es tatsächlich und die ist ziemlich ausgeprägt. Wir werden von unserer Regierung toll gefördert, was bedeutet, dass Projekte von den Provinzen und Kommunen finanziert werden. Da sind wir echt gesegnet!

 

 

Wieso ist es dann für Künstler aus Kanada und inbesondere Manitoba schwerer als sonstwo?

Wir sind örtlich arg abgeschnitten und normalerweise denken die Leute, dass es bei uns nur Kühe, Mais-Felder und Schnee gibt. Viele Menschen denken außerdem, dass wir ein Kuhkaff sind. Aber: wir sind nicht riesig, aber in und um Winnipeg leben immerhin fast eine Millionen Menschen. Also ein Kuhkaff sind wir echt nicht. Aber, das wohl größte Problem an der Sache ist, dass wir halt echt nicht „cool“ sind. Und das macht es manchmal nicht so ganz leicht, Leute von unserer „Coolness“ zu überzeugen…

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Was vermisst du am meisten auf Tour?

Eigentlich nur mein Bett. Ich bin nie lange genug unterwegs, um anderes zu vermissen. 

 

 

Wo hängt man als Rap-hörender Teen ab?

Gute Frage! Also ich hab die meiste Zeit in meinem Keller verbracht und Mucke geschrieben. Ich kanns Dir also nicht sagen. Außerdem bin ich schon 28 Jahre alt. Seit meiner Teeniezeit hat sich echt viel geändert. 

Wohin entführst du ein Date?

Auf einen Drink und dann ab ins Museum? [Viel Glück Bruder, das Museum sieht echt romantisch aus – das mitleidige Baby]

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Erzähl mir was über die gefährlich Parts der Stadt:

Es gibt sie. Aber es hängt alles davon ab, wie vorsichtig du bist. Wenn du einfach blindlings durch die toughen Ecken spazierst, kann schon mal was passieren. Pass einfach auf dich auf. 

 

 

Gibt es einen Laden, in dem du nicht mehr blicken lassen darfst?

Nope. [Boah, Laber – das realistische Baby]

 

 

Wäre Winnipeg ein Film, dann wäre es….

Ein ganz verdrehter Wes Anderson-Film. Hier ist es echt schräg. Frag John K. Sampson, der kanns bestätigen!

 

 

Hab ihn gefragt. Seine Antwort: “Left And Leaving“. Kann ich mir keinen Reim drauf machen…