Mensch, ist der groß geworden. Vor einigen Jahren wirkte Tiemo Hauer (26 Jahre jung) noch wie einer von diesen milchgesichtigen Dackelblick-Sängern, die mit Strickpulli, verwuschelter Frisur und Lagerfeuergitarre von erster Liebe und Schulpartys singen. Heute hat er zwar immer noch eine verwuschelte Frisur, sein Gesicht ist jedoch ein wenig kantiger geworden. Die Musik auf seinem neuen Album „Vernunft Vernunft“ erfreulicherweise auch. Und weil er ein gebürtiger Stuttgarter ist, der trotz frühem Major-Deal nicht nach Berlin abgehauen ist – und sich mittlerweile vor Ort mit Band und Label etabliert hat – kann man durchaus mal die „Mein Block“-Nummer mit ihm durchziehen.

 

Beschreibe Stuttgart in einem Wort.

Anders.

 

Was ist das Schlimmste an Stuttgart?

Der krampfhafte Versuch, Berlin sein zu wollen. Viele haben hier das Gefühl, sich an größeren Städten messen zu müssen und machen irgendwelche Hipster-Läden auf, die hier gar nicht hinpassen. Viele Stuttgarter wollen etwas sein, was sie nicht sind.

 

Warum lebst du dann dennoch gern hier?

Stuttgart hat ein angenehmes Dorf-Feeling und bietet dennoch ein riesiges Angebot. Würde ich sie nicht so sehr mögen, würde ich als waschechter Stuttgarter längst nicht mehr hier wohnen.

 

Dein Lieblingsort, um allein zu sein?

Der ist tatsächlich im Allgäu und nicht in Stuttgart. Wenn ich in Stuttgart bin, will ich was mit meinen Freunden unternehmen, und wenn ich mal meine Ruhe brauche, haue ich ab.

Grünten10
Wer Tiemo mal treffen mag… Da hängt er gerne ab!

Dein Lieblingsort mit Freunden?

Egal – solange die Freunde dabei sind. Ich bin alles andere als örtlich fixiert, wie du gerade merkst.

 

 

Die beste Kneipe?

Das Harambe, etwas außerhalb in Sonnenberg gelegen. Da hing ich schon während der Schulzeit ab. Ansonsten waren wir oft in der Langen Theke, aber irgendwann hatte diese Kneipe Türsteher und DJs, womit es sich dann erledigt hatte.

 

 

Das beste Restaurant?

Sagen wir mal das La Scala in der Innenstadt. Neben American Apparel.

 

 

Wo gehst du Klamotten shoppen?

Ich habe schon einige Teile im Kauf dich glücklich oder im La pour la gefunden. Ich kaufe mir aber auch nicht allzu oft neue Klamotten.

 

 

Das schönste Fleckchen?

Auf dem Birkenkopf oder beim Santiago-de-Chile-Platz wegen der Aussicht. Ansonsten finde ich die Wälder um die Stadt herrlich.

 

 

Die übelste Ecke?

Die Staatsgalerie-Haltestelle finde ich wegen der Stuttgart-21-Baustelle derzeit richtig gruselig und beängstigend.

 

 

Dein ganz persönliches Wahrzeichen?

Der Schlossplatz. Und der Bahnhofsturm – wenn auch nicht wegen des Mercedes-Sterns.

 

 

Wo bist du am schlimmsten oder häufigsten abgestürzt?

Im Keller Klub. Dort habe ich mehr Zeit verbracht als zuhause!

 

 

 

Die beste Band der Stadt?

Die Kids Of Adelaide!

 

Was sollte man als Besucher gesehen haben?

Einfach mal in die Straßenbahn setzen und losfahren.

 

Bild „Grünten“: Wikipedia / Sir Boris