Alle lieben John Newman. Der Typ steht einfach für Sicherheit. Mit ihm kann man nicht viel falsch machen. Die Mucke kann man laut mit Mutti im Auto miträllern ohne ständig rot werden zu müssen, da er im Vergleich zu vielen anderen nicht die rosinengroßen Chlamydien der Nachbarin besingt. In Dorfdiscos irgendwo im tiefsten Harz kann man noch die ein oder andere beeindrucken, wenn man den Russentechno-Remix von einer seiner Schnulzen… ähm… Balladen ansatzweise mitsingen kann. Eifersüchtig braucht man auch nicht werden, wenn man mal die Teuerste zu seinem Konzert ausführt

#OptischKeineKonkurrenz #DieHöschenBleibenReihenweiseTrocken #UndDerGuteKannTatsächlichSingen.

Dass er aber nicht der Typ Mann ist, der die Handtasche seiner Ische hält, während sie Stehblues mit ’nem anderen tanzt, hat der Rudimental-Bro in unserem schlecht gelaunten Interview eindeutig bewiesen.

 

Wann bist du das letzte Mal so richtig ausgerastet?

Ich raste eigentlich ziemlich oft aus. Ich werde echt oft sauer, was vielleicht daran liegt, dass ich ein Perfektionist bin und auch ein Mensch. Ich bin keine Maschine, aber mein Leben wird so geplant, als ob ich eine wäre. Ich sage nur so viel: Maschinen gehen manchmal kaputt. Deshalb bin ich häufig etwas pampig, weil ich oft den Eindruck bekomme, dass Menschen einen wie eine Puppe behandeln, wenn man diesen Job hat. Sie vergessen oft, dass man nur ein Mensch ist, der zwar Ambitionen und Hoffnungen hat, aber zerstört werden kann, wenn man von jemand anderen in die Überarbeitung gedrängt wird.

 

Wem würdest du gerne die Fresse polieren?

Eigentlich niemandem, aber wenn ich es wollen würde, dann würde ich mich eher mal mit dieser Person unterhalten. Diese Personen haben vermutlich auch irgendwelche Probleme, und deshalb pissen sie dir ans Bein.

 

Was ist dein Lieblingsschimpfwort?

Wenn ich fluche, dann benutze ich oft ein Wort, das ungefähr soviel wie „Eier“ bedeutet.

 

„…seltsam für mich…“

 

Was kann dir deinen Tag ruinieren?

Eigentlich alles, aber man sollte sich nicht von diesen Dingen runterziehen lassen. Ich bin eine sehr positive Person, auch wenn ich schnell pampig oder sogar sauer werde. Ich sehe immer ein Licht am Ende des Tunnels, aber wenn nur noch dumme Sachen kommen, dann nervt mich das wirklich.

 

Was war dein seltsamstes Fan-Erlebnis?

Vor mir ist mal ein Fan ohnmächtig geworden. Sie war wohl zu aufgeregt. Das war jedenfalls ziemlich seltsam für mich.

 

Was war dein abgefahrenstes Fan-Geschenk?

Ich bekomme eigentlich gar nicht so häufig Geschenke, aber ich habe einmal eine Schachtel mit den seltsamsten Bildern einer kleinen Stadt bekommen und da waren dann auch noch meine Lyrics auf einem Zettel. In Kombination mit den Bildern von dieser kleinen Stadt war das irgendwie komisch.

 

Was ist die beschissenste CD in deiner Sammlung?

Ich habe Pop-Musik studiert und dabei haben wir untersucht, warum schlechte Songs so erfolgreich werden konnten. Das ist echt eine spannende Sache. Deshalb habe ich mehrere schlechte Platten zuhause. Wenn ich was nennen müsste, dann wäre es wohl die CD von den Spice Girls, auch wenn das jetzt gar nicht so schlecht ist. Das ist gute Pop-Musik.

 

„Bock zu ficken?“

 

Deine schlechteste Anmache ist …?

Bock zu ficken? (lacht) Nee, also der schlechteste Spruch ist: „Du hast echt schöne Haare – wie meine Freundin.“

 

Was war die schlechteste Entscheidung, die du auf einer Party gefällt hast?

Immer noch einen aller letzten Drink zu trinken …

 

Dein schlimmster Kater?

Ich habe mal in einer Bar gearbeitet, in der der Alkohol für das Personal umsonst war. Da hatte ich ständig echt schlimme Hangovers.

 

Was ist dein schlechtester Song?

Ich würde sagen, dass keiner meiner Songs schlecht ist. Songs sind wie Kinder für mich. Sie sind dein Stolz und man schickt sie irgendwann in die Welt, um ihr Leben zu erkunden. Sie sind dann allein auf sich gestellt und man beobachtet aus der Ferne, wie sie sich in den den unterschiedlichen Ländern schlagen und wie die Reaktion auf sie und ihren Erfolg ist. Deswegen fällt es mir schwer, einen auszusuchen.

 

Erinnerst du dich an dein schlimmstes Bühnenerlebnis?

Hm, ich zerreiße mir live ständig die Hosen. Ich bin einmal fast hingeflogen, konnte es aber noch retten. Ich hab mich auch schon ein paar mal geschnitten. Ich weiß noch, einmal hatte ich weiße Hosen an und habe mich auf die Knie geschmissen. Es hat dann angefangen zu bluten und das Blut ist mir die Beine runter gelaufen. Ich habe es den ganzen Song nicht gemerkt. Das muss wohl ziemlich krass ausgesehen haben.

 

„…in meine Ecke ätzen…“

 

Liest du deine Social-Media-Kommentare?

Ja, manchmal wenn mir langweilig ist.

 

Schon mal in Versuchung Hater-Kommentare zurückzuhaten?

Nein, denn das sind vermutlich irgendwelche Leute, die irgendwie ein bisschen eifersüchtig sind, weil sie gern das machen würden, was ich mache. Die müssen echt tiefsitzende Unsicherheiten haben, die sie an anderen Leuten auslassen wollen, denn ich bin an einem Punkt, an dem ich schon ein bisschen Erfolg hatte und sie denken wohl, es sei angebracht, in meine Ecke zu ätzen.