Kurdo-Verbrecher-Aus-Der-Wüste-Review

Wenn eine verhängnisvolle Nacht in Köln es schafft die Gesamtheit der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge in Verruf zu bringen, dann kann sich genauso gut ein einzelner Rapper aufmachen, um den deutschen Hip Hop in den Dreck zu ziehen. Kurdo kopiert sich plump durch die deutsche Gangsta-Rap-Szene und dabei ist das Sympathischste was er von sich gibt, dass er Bayern-Fan ist – traurig aber wahr.

Kurdo ist mit seinem dritten Album Verbrecher aus der Wüste zurück und liefert Sound, der mindestens so innovativ ist, wie im Jahr 2016 auf Gangster im Rap-Bizz zu machen.

Staubtrocken winden sich die Textpassagen dahin und man kann den Sand förmlich ins Getriebe des Irakers rieseln hören. Auch in diesem Jahr ist kein Ausweg aus der Eindimensionalität in Sicht – und nach einer Oase der Kreativität, die den Durst nach mächtigen Punchlines stillen könnte, hält man vergebens Ausschau. Die Fresse bleibt trocken.

Zoolanderblick
Schaut mich an… Ich mach den Kurdo…

Wie Zoolander. Nur untalentierter.

Natürlich findet sich auf jedem Gangsta-Rap-Album der ein oder andere brachiale Beat und Beleidigungen fallen wie Patronenhülsen im hartumkämpften Nordirak, aber mal Butter bei die Fische: Rapper, die man kaum versteht, die über Kalashs rhymen und mit Boxerschnitt und Alpha-Jacke böse in die Kamera schauen, gibt es wie Sand am Persischen Golf. Baba Haft lässt grüßen.

Um es also mit den Worten eines großen deutschen Poeten auf den Punkt zu bringen: Kurdo, lass das mal den Papa machen, der Papa macht das gut.

 

Dieser Text scheiße, is‘ mir egal. Hauptsache Reime, is‘ mir egal!

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei und so bekennt sich der 27-jährige in ebenso vielen Tracks auf seinem neuesten Langspieler als Fan des Serienmeisters aus der süddeutschen Landeshauptstadt Bayerns. Unglaublich, was dieser Kurdo doch für ein Rebell ist.

Ein Vorbild für jeden ambitionierten Künstler, dieser Kurdo. Der schwimmt wirklich immer gegen den Strom. Weil dem Iraker allerdings trotzdem die Reime auf seinen knapp 40 Minuten Spielzeit ausgehen, bedient er sich direkt weiterer FC-Bayern-Anlehnungen und vergleicht sich mit dem Oberproll des deutschen Rekordmeisters Arturo Vidal.

Wüste aufräumen
Kurdo durchkämmt mit Produzent die Wüste nach guten Lines…

Vergleiche tun voll gut sain

Wenigstens blind scheint dieser Kurdo Jalal Omar Abdel Kader nicht zu sein. Einmal erkannt, dass Sport-Metaphern so unglaublich geil rüberkommen, wird sich direkt auch beim Boxen bedient. Denn welcher Sport zeigt den geneigten Zuhörern besser, wie hart man doch ist.

Doppelt hält besser sagt schon der Volksmund und so lässt sich Kurdo nicht lumpen und haut nicht eine, sondern direkt zwei überwältigende Anlehnungen an Vitali Klitschko raus.

„Legende, so wie Vitali“… Hohle Phrasen kann ich auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Und dem Vitali hat doch letztens auch erst einer ordentlich in die Fresse gehauen.

Denk mal drüber nach, Sandkorndeliquent.