Me & Reas im Bewerbungsgespräch

Franken: Quell feinster Hopfenerfrischungen und zarter Schweinsgerichte in Biersauce. Das wars dann aber auch mit den Errungenschaften der einzigen Bewohner Bayerns, die sich strikt weigern sich selbst Bayern zu...

Franken: Quell feinster Hopfenerfrischungen und zarter Schweinsgerichte in Biersauce. Das wars dann aber auch mit den Errungenschaften der einzigen Bewohner Bayerns, die sich strikt weigern sich selbst Bayern zu nennen. Die einzige Rettung, welche diese „Wir sind lieber unser eigenes Bundesland“-Region Deutschlands noch hat, ist höchstwahrscheinlich die Musik: die schert sich nämlich nicht um lokale Befindlichkeiten und falschen Regional-Stolz… Oder etwa doch, Me & Reas? Bitte geben Sie uns Einblicke, warum sie ihren beruflichen Standort gerne verlagern würden…

 

 

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ja, zunächst noch einmal guten Tag auch von unserer Seite aus. Wir heißen AndreasBenjaminManuelNilsSören und kommen aus dem wundervoll schlaftrunkenen Nürnberg. Unsere prägnanteste Eigenschaft ist auf jeden Fall ein unfassbarer Hang zum Müßiggang, der gepaart mit unserem sekundären Merkmal, dem krankhaften Ehrgeiz, eine schizophrene und toxische Wirkung entfalten kann. Das alles entlädt sich regelmäßig in diversen (musikalischen) Exzessen, weshalb wir auch letztlich heute hier vorstellig werden. Ansonsten sind wir relativ stubenrein (4/5) und meistens pflegeleicht. Ist natürlich abhängig davon, ob es WLAN und Bier gibt.

 

 

Warum möchten Sie ausgerechnet in dieser Branche arbeiten?

Es gibt eigentlich keine Branche, die zukunftsträchtiger ist, als die Musikbranche. Leute sind ja immer mehr bereit für aufgenommene Musik Geld zu auszugeben. Live-Shows platzen aus allen Nähten und wenn man ganz ehrlich ist, nimmt die musikalische Konkurrenz auch stetig ab. Zudem werfen Labels heutzutage ja nur so mit außerordentlich fairen Plattenverträgen um sich. Im Endeffekt muss man fast nichts mehr selbst machen. Alles wird einem abgenommen. Meistens wissen wir nicht mal, wo wir am Abend spielen, bis uns jemand auf die Bühne schiebt. Wo sonst findet man heutzutage noch sowas? Wo? [Kohlewirtschaft]

 

 

Nennen Sie uns dochmal Ihre Stärken

Ohne in ausufernde Selbstbeweihräucherung abzudriften, kann man sagen, dass wir aufgrund der bereits oben genannten Faul- und Verplantheit wahre Meister der Improvisation geworden sind. Instrument vergessen? Scheiß drauf, dann wird halt mal ein Tamburin geschwungen. „Was? Wir haben keine CDs dabei?“ – „Easy, lass mal noch ein paar USB-Sticks kaufen.“ Mittlerweile planen wir quasi schon damit nichts zu planen. Wird meistens besser als tatsächlich geplant. Außer wenn sich mal wieder alle drei designierten Fahrer frühzeitig betrinken, damit sie nicht mehr fahren müssen. Die Taxirechnungen sind mit 11% vom HAP nicht mehr zu stemmen.

 

 

Wie motivieren Sie sich?

Die Angst vor dem katastrophalen Versagen auf der Bühne hat sich bisher als bester Motivator erwiesen. Natürlich spielen auch Faktoren wie unermesslicher Reichtum sowie ewiger Ruhm und Ehre eine Rolle, jedoch nur eine untergeordnete. In letzter Zeit versprühen wir allerdings so viel Elan, dass die Frage durchaus lauten könnte: „Wie demotivieren Sie sich?“. Die Antwort wäre dann „durch den Blick auf die Streaming-Abrechnungen.“. Aber das Fass soll an dieser Stelle nicht geöffnet werden.

 

 

Wie gehen Sie mit stressigen Situationen um?

Stress wird meistens beim kollektiven Yoga weggeatmet. Anschließend genießen wir einen Grünen Tee in der wohligen Atmosphäre unsres keineswegs schimmligen Proberaums und diskutieren im Sitzkreis unsere Wehwehchen. Nachdem die Tränen getrocknet und Umarmungen ausgetauscht sind, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die Alternative: Bier und Zigarette. [Alkohol, im Büro?]

 

 

Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

Geduld und Ausdauer. [Und mathematische Grundkenntnisse]

 

 

Wie würden Kollegen Sie beschreiben?

Hungrig, durstig, sozial kompatibel.

 

 

Wie kritisieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Zunächst werden betreffende Mitarbeiter mit fränkischen Köstlichkeiten eingelullt, bevor ihnen ein verbaler Dolch zwischen die Rippen gestoßen wird. Dann ist es nicht mehr ganz so schlimm.

 

 

Welche Rolle spielt Geld für Sie?

Geld? Wo? Was müssen wir covern?

 

 

Welche Prominenten hätten Sie gerne als Eltern und warum ausgerechnet diese?

Basierend auf dem euphorischen Mitgesinge im Proberaum, vermutlich Herbert Grönemeyer und Taylor Swift.

 

 

Was möchten Sie in fünf Jahren erreicht haben?

Zunächst wären wir dann alle noch gerne am leben. Ansonsten träumen wir eigentlich schon von einer Platzierung in den Top 10 der Schlagercharts. Helene, you better watch out! 

 

 

Sie scheinen mir zu unerfahren für diesen Job zu sein, meinen Sie nicht?

Könnte man meinen, wenn man in die Runde unserer talgigen Milchgesichter blickt. Allerdings trügt der Schein bzw. die Nachtcreme hat offensichtlich gehalten, was sie versprochen hat. Lediglich ein Full-Body-Scan würde die subkutanen Schäden aufdecken, wenngleich die seelischen Schäden der vergangenen Tourjahre nur in unseren Tagebüchern festgehalten wurden – mit Tränen als Tinte. Was wir damit sagen wollen – wir sind voll erfahren, Sie Kretin.  Sind Sie überhaupt erfahren genug dieses Gespräch zu führen? Wir machen zwar Mädchenmusik, aber äh … Wir können auch so austeilen!

 

 

Wie beurteilen Sie dieses Gespräch?

10 auf einer Skala… Danke für die Schnittchen und den Piccolo. Haben Sie vielleicht eine Tüte hier? Unser Mercher, seines Zeichens auch Mischer und Fahrer, ist aktuell ohne Anstellung. [Tüten, ja. Aber da passt nicht viel rein]

 

 

Wir möchten schließlich wissen, wie Sie auftreten werden, im Umfeld unserer Rezipienten… Ein Bewerbungsfoto, bitte:

me-and-herpes

Die Kandidaten: Me & Herpes

 

Fritzis Mama… Personalerin im Hause Igitt, hat eine Entscheidung getroffen

Sehr geehrte Herren Reas,
wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir uns für Sie entschieden haben. Wir möchten Sie herzlich als künftige Leibeigene unseres Unternehmens begrüßen.
Einzelheiten sollten wir in einem weiteren Gespräch (bei einer Kippe) klären. Wir erwarten von Ihnen exzessiven Genuss von Vollbier. 
Ihr Arbeitsvertrag wird gegenwärtig vorbereitet und Ihnen demnächst per Ponyexpress zugestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Fritzis Mama / Chefbaby

Themen
Das Bewerbungsgespräch

Dieser freundliche Bursche schreibt sehr schöne Artikel. Weil er selbst sehr schön ist. Und schöne Dinge sehr mag. Und dieses sehr schöne Mag betreibt... Zudem wäre er sehr gerne kein Einhorn, jedoch sehr wohl ein Musketier. Sehr Paul McCartney hat er auch schon Mal getroffen, kam aber sehr viel zu spät...Cocaine is eben a sehr hell of a drug... Sehr am Ende? Er fängt doch erst an, sehr geehrte Bitch. Schreib mir: flo@igittbaby.de
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Auch feini fein