Der Trierer ist kein Pfälzer per se und Love A sind auch keine Punks. Sowieso ist die Erde eine Scheibe und die Evolutionstheorie doch nur ein mundpropagandistisches Komplett zionistischer Kapitalisten-Eurasier, die unter dem Deckmantel „Stuttgart 21“ keinen Bahnhof, sondern den echten Jurassic Park bauen wollen – mit Einhörnern…Und dem Sams. Und auch wenn die Flunkerlieschen von Love A mit Lug und Recht behaupten, sie wären überhaupt nicht lokalpatriotisch, haben sie für das wahrlich schöne Städtchen und ihre Heimat Trier ganz schön viele warme Worte übrig. Dieses „Mein Block!“  – wir zitieren Dominik, Basser bei Love A und unser Gesprächspartner – ist voll Karl Marx, Alter. 

 

Wieso kann man sich als Punk auch in Trier wohl fühlen?

Wir sind ja keine Punks [das sehen wir ganz und gar nicht so – die nicht überhaupt nicht überzeugten Trotzbabys] und können deshalb nur mutmaßen. Aber für eine kleinstmögliche Großstadt wie Trier geht hier konzerttechnisch dank des Exhauses vergleichsweise viel, so dass man sich als Punk wohl schon deswegen wohl fühlen könnte. Andere Läden oder Örtlichkeiten wie die Villa Wuller, Lucky’s Luke, die MJZ oder im Kleinen das Miss Marple’s und Piranha ergänzen das ohnehin okaye Konzertangebot dann noch punktuell.

 

Wo hängt man als Punk in Trier ab?

Glaskasten am Viehmarkt: Dosenbier, Sonne, Spießer glotzen. Zumindest sehe ich da häufig Punks sitzen, die das machen, während man selbst an einem der Tische des Viehmarkts sitzt, viel zu viel für sein Bier bezahlt und sich beobachtet fühlt. Punk ist wahrscheinlich schon schlauer.

 

Was nervt an Trier ganz besonders?

Der Verkehr ist furchtbar langsam. Wer, wie wir, auf der Überholspur lebt [Tuttut, die Babys im Rückspiegel], wird hier leider ausgebremst. Trier benötigt dringend ein U-Bahn-Netz.

 

Wo kann man die heißesten Mädchen treffen?

In der Uni-Bibliothek. Lesen ist sexy und macht kluk, was auch wieder sexy ist.

 

Und wohin führt Ihr Euer Date aus?

Yongs Suppenbar in der Neustraße. Schöner Laden, nette Leute, tolles Essen. Falls Suppe keine Option ist, weil man gerade den Suppenkasper datet: Miss Marple’s in der Karl-Marx-Straße, Man darf dort gleichzeitig rauchen und essen. Außerdem gibt’s nette Leute, Kerzen auf den Tischen, gute Speisen und manchmal sogar akzeptable Livemusik. Hatte ich erwähnt, dass man sogar während des Essens rauchen darf? Voll gut und romantisch.

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Ja, wir können es uns bildlich vorstellen, wie ihr bei Yong heimlich unter dem Tisch füßelt…

 

 

Wo werdet Ihr Eure neue Platte „Jagd und Hund“ feiern?

Wir haben die Platte schon gefeiert. Erst Konzert im wunderbaren Exhaus und danach zumindest in Teilen in der Villa Wuller -Triers angenehmsten Club. Wenn feiern in Trier, dann bitte dort.

 

Wohin geht man in und um Trier, wenn man mal richtig abschalten will?

Ich finde den See an der Uni hübsch zum Abhängen. Falls das zu weit ist, kann man auch im Palastgarten chillaxen. Allerdings ist da im Sommer meist zu viel los und die Hippies mit ihren Slacklines nerven mich. Wenn es ganz schlimm läuft, haben sie sogar Trommeln oder Diavolos. Widerlich. Schlimmer sind nur Studententrottel mit ihren Akustikgitarren, die meinen, ihre Begleiterinnen mit ihren furchtbaren Red-Hot-Chili-Peppers-Coverversionen beeindrucken zu können – wobei eigentlich sind das auch Hippies. Provinzieller wird das nicht mehr – weder hinsichtlich der Liedauswahl noch in Bezug auf die Darbietung.

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Manch einer relaxt am Comer See. Love A gehen an die Uni.

 

 

Warum sollte jeder mal Trier besuchen?

Karl Marx, Alter! Im Garten des Karl-Marx-Hauses steht sogar ein Cola-Automat – als Symbol der Niederlage des Kapitalismus, vermute ich. Ich verstehe nicht, warum die Stadt und die Friedrich-Ebert-Stiftung das nicht mehr bewerben. Wäre ich der Leiter des Tourismus-Dezernats, dann würde ich das ganz groß aufziehen. Das stünde ganz oben auf meiner Marketing-Agenda. Nicht immer nur steinalte, römische Sehenswürdigkeiten, (halb-)trockener Moselwein und langweiliger Kulturquatsch, sondern The Maximum Marx Experience! Sozialismus als Social-Event. Klassenkampf für alle, aber mit VIP-Tickets für die Bourgeoisie – irgendwie muss ja schließlich auch Geld in die Stadtkasse kommen.

 

Und welche Ecke sollten wir in Trier unbedingt meiden?

Man sollte die Stadtfeste meiden, die sind unerträglich: immer gleiche Schrottmusik auf nervigen Bühnen mit nervigen Leuten. Das braucht in dieser Form niemand. Ist aber wahrscheinlich auch fast überall ähnlich bekackt. Außer in Saarbrücken. Die haben mit dem Nauwieser Fest ein erträgliches Stadtfest. Die Welt sollte hinblicken und lernen.

 

Welche Band, neben LOVE A natürlich, ist die geilste der Stadt?

Trier hat tatsächlich momentan recht viele, gute Bands verschiedener Genres, die überregional auftreten und hörenswert sind, wie bspw. Herr Berlin, A Hurricane’s Revenge, Monoshoque und Monopeople, Magret oder Hey Ruin. Mein absoluter Favorit sind allerdings Model for Monument. Leider spielen die nicht so oft, wie man sie eigentlich sehen will. Spitzenkapelle mit bockstarkem Sound!

 

Was macht für Euch den typischen Pfälzer aus?

Dass er pfälzisch spricht vielleicht? Ich bin nicht so sehr drin im Lokalpatriotismus, glaube aber zu wissen, dass Trierer, die da involvierter sind, sich nicht als Pfälzer betrachten. Aber ist ja auch total egal, weil das ohnehin alles völliger Quatsch ist – mit dem Lokalpatriotismus.

 

Was an Euch ist denn typisch pfälzisch?

Unsere Vorliebe für Pizza und Pasta wahrscheinlich.

 

Welches ist Euer liebstes pfälzisches Gericht?

Pizza. Aber auch Pasta.

 

Warum seid Ihr lieber Pfälzer als Berliner?

Ähh, sind wir gar nicht. Eigentlich noch geheim, aber wir planen gerade unseren Umzug in die Hauptstadt. Da kann man als Band einfach deutlich mehr erreichen als in der Provinz. Alleine die ganzen Connections, die wir dann da knüpfen können. Das ist ja auch mega inspirierend, man befruchtet sich da ja einfach gegenseitig – natürlich auch kreativ.

 

Huihuihui. Völlig unerwartet entpuppen sich die Babys als investigative Journalisten. Lieber SPON, bitte melde Dich…Wir sind jetzt bereit für Dich!