Das ganze Land spricht von Bushido, den Böhsen Onkelz, Angela Merkel oder Frei.Wild. Aber kein Mensch spricht von einer viel größeren Gefahr für orientierungslose Jugendliche –  dem Laiendarsteller und Pseudodesigner Jan Leyk. Wer nämlich öffentlich zu Meuchelmord und Gewalttaten aufruft, in der Vergangenheit bereits gewalttätig geworden ist und dennoch vom größten Label der Welt als strahlender Held in Szene gesetzt wird, der stellt nicht nur eine Gefahr dar, der ist auch eine.

 

Ja, er sieht gut aus und ja, einen gewissen Charme kann man diesem Typen nicht absprechen. Die Problematik hierbei ist jedoch, auch Leyk weiß das. Daher nutzt der Manipulator geschickt die Werkzeuge Zielgruppen gerechter Kommunikation, um unreife und orientierungslose Menschen an sich zu binden; verwirrte Teenagermädchen (und leider oft auch deren Mütter) ohne höheres Bildungsniveau, die gewisse Sachverhalte einfach nicht einzuordnen wissen.

 

Hass mit Methode: ein Geschäftsmodell?

Wenn morgens die Bahn nicht kommt, weil die Lokführer streiken, dann gehören Streikführer Weselsky und seine Genossen „eben an den Eiern“ aufgeknüpft, da hat er schon Recht, dieser Jan…Weil er voll süß ist. Und so gut aussehen tut. Und weil er irgendwann mein Freund sein wird. Und meinem Freund widerspreche ich nicht.“

 

Ob dieser Streik nun essentiell für die Arbeitskultur in Deutschland ist, das hinterfragt unser Proll der Herzen erst gar nicht. Schließlich ist es einfacher mit Begriffen wie „Fickfehler“ oder „Eunuchen“ um sich zu schmeißen, als ernsthaft zu erörtern, ob das Aufbäumen der GDL wohl der letzte Atemzug der deutschen Arbeitnehmerkultur war.

2--Jan-Leyk---Liebe-GDL--Liebe-Lokführer--Lieber-Herr..

Bis die Seifenblase platzt

Aber so wie man das rein oberflächlich einschätzen darf, war Herr Leyk wohl noch nie in einem Angestelltenverhältnis und kennt somit das Gefühl von massiver Unterbezahlung, ständiger Mehrarbeit und unadäquaten Urlaubsansprüchen nicht. Zettelableser für RTL II und das Bedrucken lassen von T-Shirts sind eben keine richtigen Berufe. Auch nicht in der Welt von Prekariats-TV-Stars und Diskostadl-Alleinunterhaltern.

„Führer“ Leyk tanzen allerdings nicht nur die weiblichen Kameraden um den erhobenen Moralzeigefinger, wie ihm gerade beliebt; auch das männliche Pendant dazu hat er im Jutesack seines Labels „Hafensänger“. Und eben dieses Äquivalent wiegt meist noch schwerer. Denn während Frauen vielleicht noch in sozialen Netzwerken keifen, hetzen und geifern, ist das nächstmögliche Mittel der Gewalt beim anderen Geschlecht gar nicht mal so abwegig. Aber was solls, schließlich hat er ja Recht, der Jan…„Weil er sieht so Chef aus. Und er knallt die geilsten Weiber (und leider oft auch deren Mütter). Und weil er ein DJ ist, ist er voll Millionär. Und daher auch klug. Er weiß, was er sagt!“

 

Wer hat Angst vorm schönen Wolf?

Man kann es Sebastian Edathy nicht verdenken, Anzeige gegen diesen verantwortungslosen Menschen erstattet zu haben – so viel Dreck der Politiker nun selbst am Stecken haben mag oder eben nicht.

Es darf einfach nicht sein, dass ein Mensch – ob nun erfolgreicher Laiendarsteller, „Microsoft Paint“-Designer oder Baukasten-Musiker – seine Position in der Öffentlichkeit nutzt, um billige Meinungsmache zu verbreiten und unreflektierte Gehirndiarrhö in den Äther zu scheißen – die bei Leyk zu kommen und zu gehen scheint, wie es gerade um die moralische Darmflora bestellt ist – nur um auch den letzten Fanpage-Like des letzten verwirrten Jugendlichen abzustauben (oder eben von deren Mütter).

 

Moralapostel, ick hör Dir trapsen!

Was soll da als nächstes kommen? Mordaufrufe an den Telekom-Mitarbeiter, weil Herr Leyk im Elbtunnel kein Netz hat? Ein Komplott gegen die Metzgerei-Fachverkäuferin, weil sie Herrn Leyk 50 Gramm Aufschnitt zu wenig in die Tüte gepackt hat? Oder wird sich unser lieber Janni  ganz einfach einen Gürtel C4 um die Hüften schnallen und in seine Volksbank marschieren, weil mal wieder das Konto leer ist und der Mitarbeiter am Schalter keinen weiteren Dispo einrichten kann – und für ein neues Ableton-Sample-Package sowie eine Pulle Grey Goose auch einfach nicht will?

Sag schon Jan, was kommt als nächstes?

 

Pfui, Universal, pfui!

Ob nun Meinungsmache auf dem Niveau von Pegida oder Parolenschwingerei im Stile der Vierzigerjahre, das viel Unglaublichere am Phänomen Leyk ist immer noch, dass ein internationales Unternehmen, das für Toleranz, Offenheit und künstlerische Werte einstehen sollte und dies auch öffentlichkeitswirksam immer wieder proklamiert, einen Künstler unter Vertrag nimmt, obwohl dieser offensichtlich gegen all diese Werte wettert.

 

Ihr verdient Euer Aussterben

Es muss schon sehr schlecht um das größte Label der Welt bestellt sein, wenn sich dieser Multi-Konzern dazu herablässt, Persönchen wie diesen untalentierten Tausendsassa unter Vertrag zu nehmen. Ein paar Euro werden sich aus solch einem Engagement schon quetschen lassen. Was jedoch auch zerquetscht wird, ist die Authentizität und Glaubwürdigkeit eines Unternehmens, das wohl die größten Musiker unserer Zeit in seinem Stall stehen hat. Und eben Jan Leyk…

…Einen politisch inkorrekten Verbalmüllverbreiter, der seinen jungen Hörern nur eins mit auf den Weg gibt: Freunde, es zahlt sich aus, ein schlechter Mensch zu sein. Und Universal hat diese These nun auch noch untermauert.

Freunde, die Musikindustrie ist tot. Endgültig.