Heil Vorurteil: Die beste Waffe gegen den Terror ist das Weitermachen!

  Hallo Zeitgeist. Hallo politische Diskussionen in sozialen Medien, deren Diskurs genauso zielführend ist wie bei Super Mario nach links zu laufen. Persönlich habe ich mir auch geschworen, nicht...
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Hallo Zeitgeist. Hallo politische Diskussionen in sozialen Medien, deren Diskurs genauso zielführend ist wie bei Super Mario nach links zu laufen. Persönlich habe ich mir auch geschworen, nicht mehr in Versuchung zu geraten, derartigen Nonsens zu kommentieren. Wisst ihr was? Scheiß drauf, mit Anlauf!

 

Unsere Redaktion schreibt über Musik, weil sie genau diese liebt. Musik lieben, das bedeutet für den einen, zu Konzerten/Festivals/Clubshows zu gehen und sich in der Freizeit Vinylplatten zu kaufen. Für den anderen vielleicht auch nur, die gewöhnliche Rotation im Radio mitsingen zu können. Völlig egal! Um an dieser Stelle etwas tumblresk zu werden: Musik verbindet.

In Paris wurden letzte Woche mehrere Dutzend Menschen bei einem Konzert von ideologisch fehlgeleiteten Unmenschen getötet. Leute, die eigentlich nur ihrer Liebe zur Musik nachgegangen sind, mussten ihr Leben lassen.

Jan Böhmermann hat gefragt: „Warum?“. Das frage ich mich auch. Warum leiden so oft Personen an ideologischen Grabenkämpfen, die völlig unbeteiligt sind? Auch ich habe darauf keine Antwort. Was ich jedoch habe, ist die unsägliche Angst davor, dass sich dieser Akt der Gewalt in Paris zu einer Art Katalysator für die rechtspopulistischen Parteien in Europa entwickelt.

 

Never forget the times we had, those times I’ll always cherish.
Those times are gone but that’s okay cause we’ll always have Paris

(Daniel Caesar)

 

Manchmal sind tragische Ereignisse nötig, die ein Umdenken in den Köpfen von Politikern unausweichlich werden lassen. Die Konsequenz aus den Ereignissen im japanischen Fukushima, wie im Falle Deutschlands der Atomausstieg, war für unsere zukünftigen Generationen sicherlich etwas Wertvolles.  Was aber, wenn die jüngsten Attentate in Paris zu einer Veränderung im Mindset der Mitte der Gesellschaft führen? Was, wenn Stammtischparolen salonfähig werden? Was passiert, wenn alle „Deutsche Leitkultur“ rufen und keiner sie definieren kann?

 

In der Causa Paris hoffe ich einfach nur, dass Rechtspopulisten die jüngsten Ereignisse nicht für ihre reaktionäre Politik instrumentalisieren und der rechte Flügel noch mehr Zulauf erhält. Aber das ist wohl genauso aussichtsreich wie darauf zu hoffen, dass B.I.G sein Rap-Comeback gibt.

 

Schaut mal 70 Jahre zurück!

Die letzten Wochen waren geprägt von der Diskussion über Flüchtlingsströme, Kapazitätsgrenzen und Integrationsbemühungen. Es zeigten sich Menschlichkeit, Offenheit und der unbändige Wille, zu helfen. Wenn jetzt zunehmend fremdenfeindliche Stimmung geschürt wird und in der Mitte der Gesellschaft ankommt, wäre dies mein persönlicher Alptraum.  Wenn an mir, wie vor zwei Tagen, drei ältere Damen in der Stadt entgegenlaufen und ich Satzfetzen mit folgendem Wortlaut höre: „..wenn die hier ankommen mit ihren Kopftüchern, dann können sie die hier gerne auch abnehmen – nix hier mit Islam.“ – „Ich hab ja gar nichts gegen die, aber benehmen sollen sie sich gefälligst!“, dann kommt in mir die Angst auf, dass solch undifferenzierte Aussagen bald nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesagt werden.

Das würde zu einem gesellschaftlichen Klima führen, das keiner von uns ernsthaft miterleben will.  Ich möchte nicht sagen, schaut mal 70 Jahre zurück… aber schaut mal 70 Jahre zurück.

 

Der Weg zurück in die Normalität

Die Menschen, die vor der Gewalt, der Repression und dem Elend entflohen sind, sind ebenfalls Betroffene. Wer im Internet inflationär mit den Hashtags #prayforparis und #jesuisparis um sich wirft, den fordere ich nicht dazu auf, #prayforrefugees zu posten. Aber vielleicht sollte man ja sich kurz in Erinnerung rufen, dass wir den Schutzsuchenden in diesen Zeiten in gleichem Maße unser Mitgefühl aussprechen und ihnen helfen sollten, anstatt sie unter Generalverdacht zu stellen.  

Sollte dies in den vorherigen Zeilen untergegangen sein, dann möchte ich es an dieser Stelle konkret äußern. Mein tiefstes Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer, den unzähligen Verletzen sowie den vielen unter Schock stehenden Parisern. Ich wünsche euch den nötigen Zusammenhalt, möget ihr euch gegenseitig Mut machen. Setzt ein Zeichen, wie man in Eintracht und Besonnenheit den Weg zurück in die Normalität findet.

 

La spectacle doit continuer!

The show must go on!

 

Themen
Heil Vorurteil

DonCornetto. Bringt das Eis zum Schmelzen. Die personifizierte Rache der Gastarbeiter: Literarisch angesiedelt zwischen Teilzeitcholeriker und dem Mindset eines hoffnungslosen Romantikers, der bis heute daran glaubt, dass 2Pac und B.I.G im Jenseits gemeinsam in die Cypher steppen. Von besonderer Wichtigkeit war für Ihn auch ein pseudointellektuelles Zitat am Ende. Das kommt immer gut meinte er. Soll er haben: „Every good hero needs a theme song!“
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    Auch feini fein