Wenig praktische Erfahrung mit Bewerbungsgesprächen, ein Hang zur Unpünktlichkeit und dann erscheint der Bewerber auch noch im legeren Mechaniker-Overall – aber wir wären schließlich nicht die Babys, wenn wir nicht auch dem hoffnungslosesten Fall eine Chance einräumen würden. Schließlich setzt sich unsere Redaktion größtenteils aus gescheiterten Existenzen, Berufsalkoholikern und „Ich mach‘ was mit Medien“-Idioten zusammen. Nehmen Sie doch erst mal Platz, Herr Szary, und erzählen sie uns von „Moderat und III„. 

 

Hallo, erzählen Sie doch erst mal etwas über sich.

Hallo, ich bin Szary, arbeite gerne am Computer, bin gelernter Betonfertigteilbauer und habe eine Overall-Kollektion, die mittlerweile bestimmt 18 Stück umfasst. Beton ist wie eine Oase für mich und ein geiles Material, weil es hart wird und Overalls sind einfach ungemein praktisch, weil sie das Tourgepäck klein halten. Außerdem haben wir mit III eine neue Platte. 

 

Was unterscheidet Sie von anderen Kandidaten?

Ich glaube man kann sich ganz gut mit mir unterhalten – die negative Seite daran ist allerdings, dass ich nicht so schnell ein Ende finde.

 

Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?

Meine Bandfreunde beschreiben mich gerne als „die Schweiz“ – obwohl ich eine Meinung habe, bin ich bei Diskussionen häufig der Zuhörer und Schlichter.

 

Wie gehen Sie mit stressigen Situationen um?

Ich mache mir da meist erst mal einen Kaffee und rauche eine – ist wahrscheinlich das Ungesündeste, was man machen kann, aber einfach oldschool.

 

Wann haben Sie das letzte Mal eine Vorschrift oder Regel missachtet und warum?

Gerade gestern erst. Eine andere Oase für mich sind alte Autos und neben meinem Mercedes Jeep von 1979 besitze ich noch ein weiteres Auto, was allerdings längst verkauft sein sollte und gar keinen TÜV mehr hat. Ich habe es trotzdem nachts einfach über die Straßen bewegt. So haben ein Kumpel und ich uns unseren Nervenkitzel geholt. Im Alter hat man wirklich einen Stock im Arsch und macht sich so viele Gedanken.

 

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Ich kann keine Kritik vertragen. Ich raste einfach aus.

 

Warum möchten Sie ausgerechnet in dieser Branche arbeiten?

Schon  vor dem Fall der Mauer hat mich diese DJ-Kultur total interessiert und zu dieser Zeit haben mich Acid House und Hip Hop einfach total geprägt. Damals war schon klar, dass ich genau das wollte. Sofort nach der Wende habe ich mir dann eine Drum-Maschine und einen Synthesizer gekauft und damit herum experimentiert.

 

Welche Stärken zeichnen Sie aus?

Unsere Stärke ist unsere Konstellation – wir können im Prinzip alle drei das Gleiche, aber jeder hat doch wieder Skills, die unterschiedlich ausgeprägt sind und daraus ergibt sich eine gute Kombi.

 

Und welche Schwächen haben Sie?

Es gibt keine Schwächen – wir haben nur Stärken und Erfahrungen, die dazu gehören. Die einzige wahre Schwäche wäre wohl das Zuspätkommen, aber das bleibt auch in einem charmanten Rahmen.Was war Ihre schwerste Entscheidung der letzten Jahre? Das war die Entscheidung, zu sehen, wie man nach der zweiten Moderat-Tour weitermacht: Geht man wieder in seine Projekte, Modeselektor und Apparat, zurück, oder bleibt man weiter zusammen.

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren will ich einfach weiter bei der Sache bleiben und mich nicht auf die faule Haut setzen.

 

Welches Gehalt finden Sie für sich selbst für diese Position angemessen?

Genug, damit ich damit meine Frau und meine Kinder glücklich machen und füttern kann.

 

Welche Fragen hätten wir Ihnen noch stellen sollen?

Welche Frage du mir nicht hättest stellen sollen, wäre auf jeden Fall: „Wie würdest du euren Stil beschreiben?“ gewesen. Aber das macht zum Glück heute keiner mehr.

 

Bei diesen vernünftigen Gehaltvorstellungen könnten wir Sie wohl erfolgreich vermitteln – vorausgesetzt Frau und Kinder sind genügsam. Wir melden uns dann.