Papst-Franziskus-Erwachet-Review

Kann Gott eine Platte eigentlich so scheiße machen, dass er sie selbst nicht hören kann…Die katholische Kirche hat ein Problem. Ihre Fans siechen langsam aber sicher dahin. Und ihre größten Konkurrenten konnten in den letzten Wochen einen einschlagenden internationalen Hype kreieren, der es auf die Titelseiten jedes Mediums geschafft hat, das etwas auf sich hält. Und die eigenen PR-Meisterstücke wie die Kreuzzüge liegen ja schon etwas zurück. Dieses vermeintlich traurige Schicksal mag man schulterzuckend hinnehmen oder mit Argumenten der aggressiven Sterbehilfe bekräftigen. Denn schließlich glauben die Anhänger ja an ein Leben nach dem Tod. Doch dies will sich der streng christlich-kapitalistisch gläubige Klerus nicht gefallen lassen. Irgendwie muss der Papst ja an neue Kleidchen kommen, die ihm möglichst viel Paparazzi-Fotos auf dem weißen Teppich einbringen. Also, eine weiße Line gezogen, ein paar 14-jährige Katholiken-Stricher durchgenudelt und eine Idee vom Papa ganz oben empfangen: Wir bringen ein Album raus!

 

Doch wo das päpstliche Propagandabüro eine zündende Vermarktungsidee erkennt, erfährt der Sinn für musikalischen Anstand einen Exodus biblischen Ausmaßes.

Erwachet“ ist das wirrste Papstpourri, das sich nicht einmal ein radikal auf MDMA betender Jünger der Westboro Baptist Church einfallen lassen hätte können.

 

Heiliger Stuhlgang

Eine unheilige Kongregation gottübergebener Komponisten hat Beats, Hooks und Harmonien um portugiesische, italienische, spanische und englische Reden des Stellvertreters Jesu Christi auf Erden gehäkelt, aus dessen Materialien sich der geneigte Musikfan am liebsten einen Strick drehen würde.

Denn was die mannigfaltigen musikalischen Untermalungen des konfusen Amalgams aus unsicheren Auswürfen des Heiligen Vaters eint, ist ihre völlige Belanglosigkeit.

Jesus Unfall
Erwacheeeeet…Und dann tanzeeeet.

Amokglaube

Mal gähnen wir unverständlich zu Lounge-Musik. Mal verkneifen wir uns ein Allahu Akbar ob arabischer Melodien.

Plötzlich suchen wir nach einem Rosenkranz, um die Eurodance-Beats hinfort zu beten. Aus denen sich nach unserem Scheitern wiederum eine göttliche Erscheinung der fürchterlichsten Kuschelrock-Manifestation entwickelt, die uns unversehens ins Turiner Grabtuch kotzen lässt.

Exemplarisch möchten wir den Titel-Track „Wake Up! Go! Go! Forward!“ analysieren. Der Song klingt in etwa so, als hätte ein im selbstentseelten Opus-Dei-Sinnestaumel befindlicher Eros Ramazzotti versucht, seine satanischen Kreationen mit Stockmusik-Gitarren und wirren Spoken-Word-Passagen des Bischofs von Rom reinzuwaschen.

Unsere Vermutung ist, dass ein vatikanisches Mitglied beim Durchforsten der zeitgenössischen Musik „Lulu“ von Metallica und Lou Reed entdeckte und dies als göttlichen Wink mit dem Marterpfahl deutete, ein Thai-Call-Girl unter dem Rezitieren satanischer Bibelverse zu vergewaltigen, was er wiederum dem Pontifex Maximus beichtete.

Gott rastet aus
Der Franz hatte recht: die kleinen Gelben bollern echt derbe!

Opus, die!

Mit diesem sündhaften Sammelsurium nimmt Fränzi seine blinden Anhänger-Schäfchen zweifelsohne in etwa so in Haf, wie argentinische Marinesoldaten damals ein paar Jesuiten, um sie fünf Tage lang zu foltern.

In stummer Verurteilung des damaligen päpstlichen Schweigens dazu, wird der Großteil der Welt eben jenes wiederholen. Allen hemdsärmeligen Hassern der Kirche im Speziellen und der Religion im Allgemeinen möchten wir jedoch drei Verwendungstipps mit auf den blasphemischen Weg in die Sphären der göttlichen Verunglimpfung geben, die „Erwachet“ noch etwas praktisch Profanes abringen können:

 

    1. als rückwärts abgespieltes Intro für die nächste schlecht produzierte Platte deiner übergewichtigen und untervögelten Black-Metal-Kombo

    2. als philosophische Diskussionsgrundlage für die Frage, ob die Kirche einen Obolus für die Verbreitung der Message des Papstes verlangen darf, oder ob wir uns da bereits in den Gefilden des Ablasshandels befinden

    3. als Wurfgeschoss beim nächsten Papst-Gig.

 

Schließen möchten wir unser Pamphlet mit dem Slayerschen kategorischen Imperativ, der in Sachen Moralität, Weitsicht und Gleichbehandlung den Papst meilenweit in den unheiligen Schatten der Hölle stellt: „Hate everyone equally“.