pitbull-globalization-review

[dropcap size=big]M[/dropcap]an hat es nicht leicht. Gell, Armando? US-Amerikaner kubanischer Abstammung und eine grenzdebile Hackfresse obendrein, da bleibt nicht viel Auswahl. Freakshows sind schon seit einigen Dekaden im offiziellen Zirkusgewerbe verboten, der Markt für hässliche Models ist von jeher recht überschaubar und so lange Fidel Castro nicht das Zeitliche gesegnet hat, wird es Armando Christian Pérez aka Pitbull wohl recht schwer haben, sich in seinem „Heimatland“ als das nächste große Ding kubanischer Dikatorengeschichte zu etablieren. Da ist es doch viel leichter gleich die ganze Welt zum Narren zu halten. Politische Rockstars wie Gurbanguly Berdymuchammedow, Kim-jong Un und Robert Mugabe leben es ja schließlich vor; ein bisschen dem Volk nach Maul reden hier, ein bisschen Unterdrückung des Gedankenguts da und schwupdiwups: hat man nicht nur das Recht auf freie Meinungsäußerung im Sack, sondern auch auch das Gehalt in Form eines Bruttosozialprodukts auf dem Konto und dennoch drückt einem die pummelige Hausfrau für ein Foto das noch pummeligere Wonneproppen in die Arme. Bei Pitbull sind die Hausfrauen zwar ziemlich heiß und meistens selbst noch halbe Kinder (Der Zwiespalt dieser Aussage ist sehr wohl beabsichtigt. Schau mal mehr RTL II) aber ein musikalischer Tyrann ist diese Ausgeburt der modernen Schlagerhölle dennoch.

 

Schatz, heute gehst Du mit dem Köter raus!

Warum klein Armando den Namen Pitbull gewählt ist klar: Ganz brav wirkt seine Musik, fast schon so weich wie das Fell eines süßen Welpen, so dass man am liebsten den ganzen Tag dazu kuscheln und schmusen möchte. Aber auch mal toben und spielen. Zusammen lachen und Spass haben. Einfach leben. Und auch mal frei sein. Keine Gedanken an das Morgen und Gestern verlieren. Bis, ja bis das Drecksvieh ausgewachsen ist und jeden weiteren Zwang „ganz arg dolle zu daddeln“ mit dem beherzten Biss in die Halsschlagader kommentiert. Da wird der Akt der Zuneigung ganz schnell zu einem wahren Blutbad. Und genau das zelebriert Pitbull alias „die lebende Britney Spears Gedächtnisfrisur“ auf Globilization par excellence: nämlich das Ausbluten lassen einer hirnlosen Hausfrauen-Equipe, die den Verzicht der eigenen Meinung als Geburtsrecht ansieht. Für sich und ihre Nachkommen.

Pitbull Meme

 

„Nein, Baby, Du hast nicht zugenommen. Du bist nur fetter geworden!“

„Globalization“ ist genau das, was ich erwarte, wenn ich nach einer durchzechten Nacht am McDrive so viele Cheesburger bestelle, wie „ich für 15 Euro haben kann“. Zunächst denkst Du, es ist das Geilste was Du seit Jahren gegessen hast, bis Dir plötzlich die Kotze bis zu den Augen steht.

Pitbull ist Fastfood. Viel Zucker, wenig Geschmack. Der Beweis dafür, dass ein Großteil unserer Gesellschaft nicht nur seine orale Ernährung überdenken sollte, sondern auch die auditive. Pitbull macht schlicht und ergreifend fett und träge.

Elmar Fudd Gif
Ey, Pitbull! Deine neue Platte is voll szeiße!

 

Auf, auf Ihr Hasen…Hört Ihr nicht den Jäger blasen?

Das hier ist kein Rap, kein Pop und ganz bestimmt keine Kunst. Dies ist das Produkt eines Produktmanagers. Es ist die selbe Daumenrechnung wie der Weihnachts-Macchiato bei Starbucks, die Hüttengaudi bei McDonalds oder der scheiss Weihnachtstruck der Firma, die wohl für mehr Herzinfarkt-Opfer verantwortlich ist, als Cholesterinspiegel, Übergewicht und genetische Veranlagung zusammen. Das hier soll Menschen dazu bewegen, kurz vor Weihnachten ihr hart verdientes Geld für ein mehr als fragwürdiges Vergnügen unter das Bäumchen zu legen. Punkt.

Und wenn Du es erst Mal unter den Weihnachtsbaum geschafft hast, dann ist der Weg ins Parlament, der Fackelmarsch durch die Straßen, der Platz in der ersten Reihe nicht mehr weit. Ich befürchte, dass tyranneiische Werke wie „Die Bibel“ oder das Büchlein über „den Kampf“ schon sehr bald an der Bestsellerplätzen für Werke idiologischer Natur abgelöst werden. Sein Kampf hat schließlich schon 2001 begonnen.

P.S. Na, wo ist Obamas Weltpolizei wenn man sie mal wirklich braucht!?