Neue Männer braucht das Land. Na, wer hat’s gesagt? Nein, weder Hitler noch der Pegida-Vorstand. Ina Deter war’s 1982, und wer sich die Schabracke mal angeschaut hat, weiß auch, warum sie das mal so eben gedichtet hat. Wollte sich einfach kein Deckel für diesen zerbeulten Topf finden lassen. 33 Jahre später braucht dieses Land noch immer neue Männer, gern auch im Indie-Rock-Bereich. Razz könnte man zwar gut und gern noch als Jungs bezeichnen, aber das soll ihnen um Gottes Willen nicht zum Nachteil gereichen. Die meisten Guten sind eh mit 27 tot. Und gut sind die Boys wirklich! Die wenigen Jahre, die uns mit den Emsländern bleiben, werden wir also hoffentlich ebenso genießen können wie ihr Debüt „With Your Hands We’ll Conquer“. Vielleicht ja bald sogar als Kollegen? Wir haben sie zumindest mal zum Bewerbungsgespräch eingeladen, höchstwahrscheinlich eine jungfräuliche Aktion für Sänger Niklas, ein dufter Typ mit großer Stimme!

 

Erzählen sie uns etwas über sich, das wir unbedingt wissen sollten.

Ach, da gibts gar nicht so viel… Was einige Freunde ziemlich nervig finden, ist, dass ich einen leichten Drang zur Neurose hab. Vielleicht ist es auch nur eine bestimmte Art von Perfektion. Alles muss gerade an den Wänden hängen, Stifte und andere Dinge müssen meistens parallel zueinander und zur Tischkante liegen. Das wären so die klassischen Beispiele. Aber das dürfte bei diesem Job natürlich nur vorteilhaft sein.

 

So so. Welches Ziel verfolgen sie denn mit diesem neuen Job?

Kohle machen. Was denn sonst? Alles andere ist doch langweilig. Vielleicht gibt es hier ja auch gute Unternehmensfeiern… ja, das ist doch ein schöner Grund. Mein Ziel sind die Partys, die vom Geschäftsführer organisiert werden.

 

Und welches Gehalt stellen sie sich vor?

Gute Frage. Also, wenn ich nur ein- oder zweimal in der Woche arbeiten müsste, dann wären 5000 Euro natürlich okay, aber ich nehme auch mehr.

 

Sie wissen also nicht viel über diese Branche, richtig?

Nein. Was ist das hier überhaupt für ein Unternehmen?

 

Ähäm. Wären sie bereit, für diesen Job umzuziehen?

Wenn es nicht weiter als 20 Kilometer von meinem Heimatort entfernt ist: Sehr gerne. Ich liebe die Ferne. Gerade noch bin ich im Nachbardorf gewesen und habe eine völlig neue Kultur kennengelernt. Es war eine unglaubliche Erfahrung und genau diese Erfahrungen suche ich. Die Weite ist das, was ich erkunden möchte. Aber wie gesagt: 20 Kilometer Radius sind Maximum.

 

Was sind ihre drei Stärken?

Ich bin sehr engagiert.
Ich bin erfolgsorientierter Mensch, der ihrem Unternehmen fehlt.
Ich habe mehr als drei Stärken.

 

Und was ihre Schwächen?

Oft bin ich zu engagiert und hänge mich viel zu sehr in den Job hinein, so dass es super anstrengend wird und ich leider sehr geschafft bin, aber das Unternehmen profitiert natürlich davon. Ich habe im Unternehmen meistens zu viel Erfolg. Ich lenke manchmal vom Thema ab.

 

Was war ihr größter Fehler – und was haben sie daraus gelernt?

Mein größter Fehler ist wahrscheinlich, dass ich oft vergesse, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann. Hach, wie poetisch. Naja, aber das wäre doch auch eine wundervolle Sache.

Welche Rolle übernehmen sie in einem Team?

Im Team bin ich oft der Allrounder. Ich kann es führen und zum Erfolg begleiten, aber auch in der Ecke sitzen und ein Sandwich mampfen. Ich mag übrigens Sandwiches. Aber Burger sind auch okay. Super ist auch immer, wenn auf Burgern Bacon ist. Hm… Bacon!

 

 

Wovor haben sie am meisten Angst?

Diese Frage hab ich mir selber auch schon des Öfteren gestellt. Bin aber nur auf so Dinge wie Spinnen gekommen. Aber das dürfte nicht meine größte Angst sein. Ein schönes Filmzitat sagt in etwa: „Am meisten fürchte ich die Angst selbst“. Ich finde, das klingt sehr sinnig.

 

Wie hat es sich angefühlt, als sie das letzte Mal für ihre Arbeit kritisiert wurden?

Eigentlich eher komisch. Natürlich gibt es auch Kritik und solange sie angemessen und sinnig ist, begrüße ich diese auch, aber man lernt auch, mit anderer Kritik umzugehen und wertet, ob sie einen voranbringt oder eben nur unsinnig ist.

 

Wo möchten sie in fünf Jahren stehen?

Auf jeden Fall möchte ich ein paar Dinge kennengelernt haben. Letztendlich weiß ich aber noch nicht, wo ich dann genau stehen würde. Vielleicht auf der Bühne des Glastonbury!

 

Welche Vorbilder haben sie?

Ich finde, Dave Grohl ist sowohl menschlich als auch musikalisch ein wundervoller Typ. Außerdem mag ich Tom Smith sehr gerne .

 

Wieso sollten wir uns für sie entscheiden?

Weil wir sehr viel Spaß haben werden und ich ihr Unternehmen vorantreiben kann… Hoffentlich!