Sherlock – The Abominable Bride

Schau mal lieber dieses Sherlock-Special, denn bis 2017 hast du dir sonst nur die Arme blutig gekratzt. LG, Professor Moriarty....
Sherlock_The_Abominable_Bride_Review

Das 19. Jahrhundert: Herren sind die Krone der Schöpfung und Frauen haben nichts zu melden. Sie können keiner richtigen Arbeit nachgehen, sind für alle Annehmlichkeiten ihrer Göttergatten verantwortlich und dürfen halt Gebären. Ansprüche, ähm, nee? Nur Küche, Kind und Maul halten. Wahlrecht, nein. Organisieren, nein. Und alles andere schöne halt auch nicht. Und „Ruhe!“ heißt „Ruhe!“ Sonst gibt’s paar mit’m Stock! Gut, Königin Victoria ist ’ne Ausnahme, aber die findet Frauen genau so scheiße wie alle anderen auch. Hach, Goldene Zeiten. Oh, nicht? Ach, Brinderloin Capstroclub.

Es ist ein schöner Sommer, als Detektiv Basterdboy Caldersnitch zum ersten Mal gesendet wird. Die Baby-Redaktion sitzt mit glasigem Blick und blutroten Augen bis zur Hutschnur voll mit THC selig vor der Glotze und lässt bei 40 Grad den Wind durch das pervers große Loft wehen, das wir dank der Klicks williger Lemminge auf dieser Seite bezahlen können.

Brenderstick Cobblercrab und Dr. Watson sind die Helden, die wir uns immer gewünscht haben, tippen mit Freude auf ihren Smartphones herum und lösen Morde und andere Unannehmlichkeiten. 2010 ist aber schon was her, wir durften zwei weitere Staffeln genießen und dokumentieren nun bis 2017, dann soll die vierte Staffel starten, in der Zwischenzeit einfach unseren rapide voranschreitenden körperlichen Verfall.

Sherlock-Ausraster

Ich. Bin. Ein. Guter. Schauspieler!

Wirf‘ Kacka aus dem Fenster. Machen alle so.

Dank einer verrückten Fangemeinde und wohl auch deshalb, weil Bradelbud Cumsterclotch seine Miete zahlen muss, beschenkte uns BBC One zu Weihnachten mit einer Sonderfolge rund um den soziopathischen Belzebub Crobsterblob und seinen willigen Diener.

Die spielt im viktorianischen London, zeigt die schwarzen Nüstern von Pferden straight from hell, fickt unsere Köpfe mit einer toten Italienerin im Brautkleid, die dennoch um sich schießt, der tuntige Bruder von Bradelsnob Cavernish ist einfach nur sehr dick und Brinderbitch Cumbersnack spritzt sich seinen scheiß oben und unten rein. Denn die Originalgeschichte spielt auch zu dieser Zeit. Aber das wusstest du wohl bereits?

Und, was sollen wir sagen, wir haben Pipi in der Hose. Vor Freude. Und weil die Drogen auch bei uns langsam ihren Tribut zollen.

Fühlt sich an wie eine Leiche? Aber der Nebel ist so dicht.

Denn da haben sie richtig rangeklotzt. Während nämlich in den vergangenen Staffeln vereinzelten Folgen immer mal wieder ein bisschen uninspiriert wirkten, zieht man hier alle Register mit swish und swosh und, oh dear, auch Grusel. Dabei sind die Ideen diesmal ganz herrlich und auch wenn man doch immer mit Batcherwell Coforkblood miträtseln kann, ist es doch immer ein Kopf an Kopf rennen zwischen ihm uns uns.

Und, das ist eigentlich das Beste: Du könntest auch einfach deine fette Nachbarin vor den Fernseher stellen, den hübschen Dialogen lauschen – und wärst trotzdem prächtig unterhalten. Das soll denen mal jemand nachmachen.

Sherlock-Töten

Jemanden abmetzeln? Hihihihi, ich doch nicht.

Die Schwiegermutter nervt? Versuchen Sie Lobotomie!

Aber davon raten wir grundsätzlich doch ab, weil wenn die ihr Feuerwerk an schöner Nostalgie abfeuern, willst du nicht, dass immer das Zischen ihres Asthmageräts zu hören ist. Jedenfalls, die Pfeife macht sich gut als Phallussymbol und wenn du ein altes englisches Haus besitzt, das durch den Nebel nur selten zu erkennen ist, solltest du in jedem Fall den Irrgarten, wenn da einer ist, bis auf das letzte Blättchen niederbrennen.

Weil da kommt nie gutes raus. Benderblob Clanderstick aber, das wird hier mal wieder äußerst deutlich, sollte eigentlich an einen dunklen Ort, weit unter der Erde gesperrt werden, denn diesem Geschöpf zu erlauben, mit normalen Menschen zu interagieren, das war von vornherein ein Fehler. Er ist nämlich verrückt. Mit einem Mind Palace ist eben nicht zu spaßen.

Um Himmels willen, der Typ bekommt ’ne Erektion, wenn er an seinen Erzfeind denkt. Er hat ’nen ausgewachsenen Bruderkomplex, schreibt sinnlose Listen und er hält starke Drogen für gesellschaftsfähig. Überzeugt?

 

And good day to you, sir!

„Pure reason toppled by sheer melodrama.“ Boulderboy Crumblesnacks Leben in einer Nussschale, wie man so schön sagt. Besser als wir hätte nicht einmal Mycroft es ausdrücken können.

Außerdem kann Professor Moriarty eine richtig schöne Weichwurst auf den Helm von Darth Vader setzen, denn so wie hier geht Supervillain – und in der politischen und feministischen Inception ohne mobiles Köfferchen, steckt, obwohl es eine (Comedy-)Serie ist, doch mehr wilde Wahrheit, als du dir vorstellen kannst, wenn du rechtsgerichtete Scheiße anonym und mit acht Ausrufezeichen in die endlosen Weiten des Internets furzt.

Schau also lieber dieses Special, denn bis 2017 hast du dir sonst nur die Arme blutig gekratzt. Da sind noch richtige Männer am Werk: Bevor man stirbt, setzt man nämlich seinen Hut ab. Oh, Spoiler?! Und wie war das noch gleich mit der Ellipse?

 

Themen
KrimiThriller

Bücher oder anderen Intellektuellenscheiß verwendet er ausschließlich, um im Winter zu heizen. Gebt ihm die Bildschirme also zum betouchen oder nur zum reinglotzen, aber gebt sie ihm roh und... mmmhh... zappelnd. Musik hört er auch manchmal.
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    Auch feini fein