The-Darkness-Last-of-our-Kind-Review

Ein The Darkness-Album zu hören, ist ja immer ein wenig so, als würde man eine Dreiviertelstunde lang durch eine unsichtbare Macht cooler, sexier, interessanter und hübscher werden. Diese unsichtbare Macht heißt Rock’n’Roll und hilft Menschen in engen Hosen seit vielen Jahrzehnten dabei, trotz all der Drogen und Termine mit entzückten Finanzberatern reihenweise wunderschöne Frauen flachzulegen. Das Aussehen ist da bekanntlich eher zweitrangig und wird durch lange Haare, Kajal, jede Menge Schmuck, weit aufgeknüpfte Hemden und die bereits erwähnten engen Hosen zu etwas, wovon insgeheim jeder Mann, auf den das nicht zutrifft, träumt: zur ultimativen Abschleppgarantie.

 

The Darkness mischen da ganz vorne mit. Die Rolle, die in den Siebzigern Led Zeppelin oder Deep Purple eingenommen haben, wird mit Unterbrechungen seit rund 15 Jahren von ihnen gefüllt: Rockende Flachleger im Namen ihrer Majestät der Königin, immergeile Großmäuler, deren Debüt „Permission To Land“ für den Hard Rock des 21. Jahrhunderts in etwa so wichtig war wie der erste Blowjob für einen unter großen Druck stehenden jungen Erwachsenen. Es war schlicht und ergreifend saugeil. Danach passierte, was eben so passiert bei Rock-Bands und Blowjobs. Man gewöhnt sich irgendwann eben doch an alles. Zwar fällt es mir schwer zu glauben, wie man sich so schnell an Unmengen Geld, Drogen, schnelle Autos und mit ziemlicher Sicherheit minderjährige Groupies auf dem Hotelzimmer gewöhnen kann, doch bei The Darkness war 2006 schon mal Schluss. Schicht im Schacht. Bums, aus, Nikolaus.

Frau Kick Bühne
Ach…Weg mit der Alten!

Haben Sie auch Frauen, Herr Dealer?

Mit „Hot Cakes“ gibg es 2012 zwar weiter, das aber doch recht durchwachsen wie ein billiges und totgebratenes Stück Rindersteak. Wahrscheinlich hatten die Götter des Rock’n’Roll da gerade Eheprobleme oder mussten mitansehen, welch heiße Geschosse mittlerweile in die Klasse ihrer Töchter gehen. Fakt ist: Das Mojo war weg. Und ist jetzt wieder so richtig da. Dealer gewechselt? Frau verjüngt? Oder eventuell doch einfach nur Bock auf Rock’n’Roll? Eigentlich egal, Last Of Our Kind macht beim Hören so viel Spaß wie das Geräusch einer eiskalten Bierdose, die an einem heißen Sommertag geöffnet wird. Und fühlt sich so an wie der verbotene erste Griff zwischen die Beine der Nebensitzerin im Chemieunterricht: Verrucht, wild, ein wenig übertrieben, aber eben auch ziemlich heiß.

Sex betrunken
Okay, wir könnten dann bumsen…

Schlüpfer weg, Alki!

The Darkness machen Musik für Menschen, die das urplötzliche Bedürfnis haben, sich sehr schnell den Schlüpfer auszuziehen, noch einen tiefen Schluck Schnaps zu nehmen und dann loszulegen. Rock’n’Roll eben. Der wurde für Bands wie sie gemacht. Oder war es doch eher andersrum? Müsste man jetzt die Rock’n’Roll-Götter fragen. Aber die schauen gerade jungen Mädchen hinterher. Schulschluss…