The Night Manager: Miniserie

Lächerlicher Charme, lächerlich gebräunte Haut und lächerlich hoher Intelligenzquotient. Ja, Tom Hiddleston macht als The Night Manager alles richtig!...
The-Night-Manager-Review

Lächerlich toll gebräunte Haut, Charme, den selbst Kevin Costner in seiner Thunfisch-Werbung nicht olivenöliger hinbekommen hätte und eine Stimme, die so zuckersüß daherkommt, dass Frauen sich in Zukunft versuchen werden den Intimbereich damit zu enthaaren… Und dennoch macht Tom Hiddleston als The Night Manager alles richtig!

Jonathan Pine (Tom Hiddleston) schiebt Nachtschichten in einem Schweizer Hotel. Das bedeutet für den bescheidenen aber kühlen Nachportier Anrufe von nervigen Russen anzunehmen, Schlüssel auszugeben und Schampus zu den unmenschlichsten Uhrzeiten auf die Zimmer zu koordinieren. Mit anderen Worten: Jonathans Arbeit ist ziemlich öde… Bis Pine eines Tages eine prägende Person aus seiner Vergangenheit wieder trifft (Hugh Laurie). Und diese Person weiß nur nicht, dass der Brite zur Zeit des arabischen Frühlings Manager eines Nobelhotels in Kairo war, sondern damals auch Dokumente der britischen Botschaft zugespielt hat, die eben diese Person mit einem illegalen Waffenhandel in Verbindung bringen – sowie dem Mord an einer jungen Frau. Und das kommt der Mitarbeiterin einer englischen Regierungsbehörde nur gelegen, die in Pine jemanden sieht, der sich in die Organisation des Waffenhändlers einschleichen könnte…

Tom Hiddleston

Ja. Hübsch UND talentiert.

Einmal die Honeydead-Suite, bitte

Rauchen wie ostdeutsche Kohlekraftwerke, Hummersalat-Schlemmerei zwischen Berufsintrigerei und derart luxioriös-elitären Settings, dass einem The Night Manager manchmal ein wenig arg abgehoben vorkommt, machen den Zugang zu diesem Werk nicht so leicht. Dennoch: Tom Hiddleston charismatisches, fast schon federleichter Spiel, lässt seinen Charakter zu jeder Zeit glaubhaft wirken – was eine echte Herausforderung ist, spielt Hiddelston hier einen Mann, der vor Intelligenz fast schon trieft.

Der größte Verdienst Hiddlestons ist es aber zweifelsohne, dem nicht immer einfachen Plot und seinem massiv unterkühlten Helden warmes Blut einzuflössen.

Die stoische, aber stets elegante, Inszenierung von Susanne Bier (Oscar für In einer besseren Welt) lässt Sam Mendes‘ Spionage-Bumbum-Filmchen mit Daniel Craig zudem ziemlich läppisch aussehen.

Die Story dieser mitreißenden 8 Folgen ist sowieso über jeden Verdacht erhaben, basiert diese Miniserie doch auf dem gleichnamigen Roman John le Carrés, der wohl unangefochten als Gottvater psychologischer Agententhriller bezeichnet werden kann: Bewusst zögernd und bedacht lässt Bier die Geschichte wachsen und schafft so ein stimmiges und schlüssiges Setting um einen cleveren, aber schlichten Typen, der sich nicht nur in einen internationalen Waffenschieber-Ring einschleust, sondern auch in die Familien der Gangster, in die Herzen der Kunden – und in das Schlafzimmer des Bösewichts.

The Night Manager ist ein Ritt auf dem Nervenkostüm seiner Zuschauer und die Spannung bereits ab Folge 2 fast nicht mehr auszuhalten.

 

Dr. House, Du mieser Drecksack!

Das verdankt Biers akurate Carré-Verfilmung aber nicht nur einem tollen Drehbuch und seinem Weltklassehauptdarsteller, sondern auch dem Antagonisten der Geschichte: Berufsarschloch Richard Onslow Roper, der neben internationalen Waffengeschäften unter anderem sein Geld damit verdient, andere Menschen leiden zu lassen – jedoch immer mit weltmännischem Stil und meist mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen.

Schönste Zeile Ropers: „Wir müssen wohl einen neuen Meeting-Termin vereinbaren“, als dieser durch einen Selbstmord in seinem „Tagesablauf gestört“ wird.

Hugh Laurie mimt seinen abgrundtief schlechten Charakter, der seinen Job als Waffenschieber über alles liebt, mit einer Hingabe, dass einem wirklich schwer fällt zu glauben, dass Laurie im wahren Leben ein netter Kerl ist. Dr. House ist ein wahres Schätzchen im Vergleich zu Roper.

Hugh Laurie

Ja. Mies drauf UND talentiert.

Schatz, mach die Glotze an… Ich hab diese String-Theorie widerlegt

Ein „Held“, der nicht nur durch Charisma, sondern auch durch nachvollziehbare Handlungen besticht sowie ein wahrlich fieser Antagonist in einer Story, der man nicht einfach so folgen kann: Das hier ist James Bond für Astrophysiker, XxX für Nobelpreisträger in irgendeiner Naturwissenschaft, die eh kein normaler Mensch kapiert, Dame, König, As, Spion für Menschen, die auch im beim Binge-Watching nicht auf kognitive Fähigkeiten verzichten möchten. The Night Manager ist ganz einfach fantastisch-spannende Fernsehkost.

Oder mit anderen Worten… Chapeau, Tom Hiddleston, denn nach diesem Auftritt fragt man sich wirklich:

„Daniel Craig, was soll die Kinderkacke!?“

Läuft bei uns auf Amazon Prime

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DramaKrimiTV-Kritiken

Dieser freundliche Bursche schreibt sehr schöne Artikel. Weil er selbst sehr schön ist. Und schöne Dinge sehr mag. Und dieses sehr schöne Mag betreibt... Zudem wäre er sehr gerne kein Einhorn, jedoch sehr wohl ein Musketier. Sehr Paul McCartney hat er auch schon Mal getroffen, kam aber sehr viel zu spät...Cocaine is eben a sehr hell of a drug... Sehr am Ende? Er fängt doch erst an, sehr geehrte Bitch. Schreib mir: flo@igittbaby.de
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Auch feini fein