Ach, Serial. Du hast unser Herz gebrochen. Erst führst Du uns auf den Pfad der Liebe zu True Crime-Dokus mit dem unsäglich mysteriösen Fall um Adnan Seyd, nur um uns in Staffel zwei und mit der Geschichte um Desarteur aka Taliban-Überläufer also known as Army-Dummkopf Bowe Bergdahl wieder vor Augen zu führen, dass sich diese Liebe auch mal im Unterholz der Erwartungen verirren kann. Wie gut, dass eben jene außergewöhnliche Erzählweise von Sarah Koenig, Kopf und Herz hinter Serial, nunmehr einen Nachahmer nach dem anderen hervorbringt und mit Unsolved Murders sogar potentielle Nachfolger… Wenn man derbe Verbrechen mag. Und Radio. Und Bekloppte. 

Nein, Unsolved Murders handelt nicht von aktuellen Fällen, sondern von längst vergessenen. Doch gerade darin liegt der Reiz dieses True Crime-Dramas, das von Carter Roy & Wenndy Mackenzie nicht nur liebevoll und auch etwas launisch präsentiert wird, sondern mit jazzigen Soundtracks, altbackenen Sound-Effekten und dem bewussten Verzicht auf Hollywood’eske Dramatik den Charme des Radios früherer Tage versprüht.

 

 

Mama, wer is’n der Mann mit dem Beil?

Mit Stories wie dem Axt-Mann von New Orleans oder dem  Hollywood Murderer erzählen die beiden Hosts Fälle nach, die oftmals so grausam wie mysteriös sind. Jedoch stets mit einer Gemeinsamkeit: sie sind bis heute ungelöst.

Da finden sich dann Axt schwingende Voll-Gestörte, die des Nächtens ihre Opfer im Schlafzimmer besuchen und die Polizei mit grenzdebilen Briefen ärgern. Oder zahnschwitzende Fälle, wie die von William Desmond Taylor, einem Hollywood-Filmboss der Stummfilmzeit, dessen Mord bis heute Stirn-kratzende Ermittler zur Folge hat – und auch den ein oder anderen Krimi inspirierte. Jeder Fall ist so unglaublich wie einzigartig und weiß stets zu fesseln. Ja, auch in Zeiten von True Detective oder eben Serial.

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Die einzig bekannte Aufnahme des Axtmörders…

Schau mal da, ein Mord-lüsternes Dreckschwein!

Zusammen mit dem Hörer gehen Roy & Wenndy Mackenzie auf Mördersuche und legen nicht nur, im abwechslungsreichen Back-to-Back-Moderationsstil, historische Fakten auf den Tisch, sondern wühlen auch in den Schubladen der reinen Spekulation: zwischen allerlei verschwurbelten Fakten und Mythen rund um die besprochenen Morde finden die Hosts tatsächlich das ein ums andere Mal so etwas wie brauchbare Ansätze – die sie dem Hörer am Ende jeder Folge mitteilen – und machen diesen Podcast so zu etwas besonderem… Nämlich persönlich.

Nostalgisches Hörflair im Stile der 1930er, spannende und größtenteils unbekannte Mordfälle und zwei Moderatoren, die so unterschiedlich wie launisch sind machen Unsolved Murders zwar zu keinem neuen Serial, doch das ist auch nicht die Prämisse dieser ersten und insgesamt fünf Fälle. Vielmehr versucht man hier den Hörer in eine andere Zeit mitzunehmen, in der es noch kein iPhone und keine genetischen Abdrücke gab. Und das ist in einem Zeitalter, in der Pokemon Go beliebter ist als ein gutes Buch eine mehr als willkommene Abwechslung.
 
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