Mal ehrlich: man kann noch so eine liebenswürdige Frohnatur sein, wenn sich in der Dusche mal selbst vollgekotzt hat, sich bei seinem ersten Date vor diesem Date in die Hose geschissen hat und in einem Fish & Chips-Laden bewusstlos geworden ist, weil man fünf Tage nur Apfelwein gesoffen hat, ja: da kann es einem schon mal kurz die Laune verhageln. White Trash aus dem englischen Bristol können davon in Babys schlecht gelaunten Interview ein grimmiges Liedchen singen.  

 

Wann bist Du das letzte Mal so richtig ausgeflippt?

„Es braucht schon einiges, um mich ausrasten zu lassen, aber… Als ich das The Computers-Album „Birth Death“ aufgenommen habe, hat mich mein Boss angerufen und für einen Fehler angeschrien, den er begangen hat. Ich konnte einfach nicht mehr anders als los zu schreien und ihm wirklich alles an den Kopf zu werfen, was ich schon immer über ihn gedacht hatte. Ich habe damals richtig gezittert. Aber: wir haben uns ausgesprochen und sind heute wieder Kumpels. „

 

Wenn Du nicht so leicht ausflippst, hast Du dann überhaupt ein Lieblings-Schimpfwort?

„Verfickt! Das einzig verfickte Wort in der verfickten englischen Sprache, das an jeder verfickten Stelle eine jeden Satzes platziert werden kann und dann immer noch verfickten Sinn ergibt. Es ist ein verfickt nochmal brillantes Wort!

 

Aber mal ehrlich: was kann Dir komplett den Tag versauen?

„Wenn jemand einfach so ausrastet. Dann muss ich mich echt zusammenreißen. Das… Oder beschissenes WiFi.“

 

 

Auf dem Weg zum Haus meines Dates hab‘ ich mich komplett eingeschissen“

 

 

Hattest Du mal so ein richtig übles „erstes Date“?

„Hm, ich hatte nicht wirklich viele erste Dates. Aber die, die ich hatte, waren immer ganz gut. Bis auf dieses eine Mal: ich hatte eine Flasche Rotwein getrunken, bevor wir The Distillers in Camden sehen wollten. Das Problem: Aufgrund eines kleinen sexuellen Unfalls musste ich Antibiotika nehmen. Es kam wie es kommen musste und ich habe mich auf dem Weg zum Haus meines Dates komplett eingeschissen. Aber zum Glück hat sie mich nicht ‚das Klo runtergespült‘ und wir sind heute immer noch zusammen.“

 

Dein wirklich absolut miesester Anmachspruch?

„Sowas brauche ich nicht!“

 

Wir kennen es alle: dumme Entscheidungen auf guten Partys. Welche war Deine bescheuertste?

„Auf der Geburtstagsparty eines Mädchens habe ich der Gastgeberin mit einem Feuerlöscher ins Gesicht geschossen. Aus versehen. ich hatte an die Decke gesprüht und sie kam, tippte mir auf die Schulter und bat mich, damit aufzuhören. Ich habe mich dann im Affekt umgedreht und ihr mitten ins Gesicht gesprüht. Sie konnte nicht mehr atmen und ich habe mich richtig mies gefühlt. Außerdem hat sich mein Onkel in dieser Nacht das Bein gebrochen und ich habe ins Haus meiner Oma gekotzt. Ziemlich üble Nacht!“

 

 

Ich bin in einem Fish & Chips-Laden bewusstlos geworden.“

 

 

Und wie war Dein allerallerschlimmster Kater?

„Der Morgen nachdem ich komplett nackt in den Brunnen von Paris getanzt habe, war richtig übel! Aber immer noch nicht so schlimm wie zwei Jahre zuvor, auf dem Rebellion Festival in Blackpool: ich habe fünf volle Tage nur Cider getrunken. In Kombination mit einigen anderen aufputschenden Stöffchen. Das Resultat: ich habe mich in der Dusche selbst vollgekotzt und bin in einem Fish & Chips-Laden bewusstlos geworden. Daher musste ich auch früher abreisen und alle Pläne, die meine tolle Freundin gemacht hatte über Bord werden. Es gab also Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Depressionen und das schlimmste Gefühl der Welt: Schuld. Richtig wild!“

 

Geil! Dann erzähl uns doch mal von Deinem absolut fürchterlichsten Gig:

„Puh. Wo will man da anfangen? Es gab Zeiten, da war man in den Venues komplett alleine. Und mal abgesehen von meinen eigenen Bands wie White Trash spiele ich noch als Session-Drummer für andere Künstler. Vor einem Monat habe ich zum Beispiel für eine Rockabilly-Blues-Band gezockt, in einer richtig schäbigen Sport-Bar. Keiner hatte Bock auf uns. Mitten im dritten Song haben wir deshalb aufgehört zu spielen, aber… Keiner hat es bemerkt. Inklusive dem Chef des Ladens, der uns am Ende tatsächlich komplett bezahlt hat. Obwohl wir nur zehn Minuten Bühnenzeit hatten. Trottel!“

 

Und zum Schluss… Die schlecht gelaunteste Frage überhaupt: Welcher ist der größte Fehler Deiner Karriere?

„Unser alte Management gefeuert zu haben. Um mit einem ‚professionellen‘ Laden zusammenzuarbeiten. Das Ergebnis waren der Verlust von richtig guten Freunden und das Aufgeben von einer richtig guten Zeit in meinem Leben. Aber: scheißegal. Mach einfach weiter mit dem Weitermachen!“

 

Und hier der passende Soundtrack zu Babys Interview der Liebe und Zärtlichkeit mit White Trash: