Yak-Alas-Salvation-Review

Wenn man sich so durch die internationale Musik-Presse wühlt, finden sich fast ausschließlich ultimative Lobhuldeleien („Artist you need to know“ im Rolling Stone, „Best New Artist 2016“ im NME) auf die drei jungen Briten. Allerorts scheint man komplett ungläubig, ob der ungestümen Art, der fuzzigen, fast nervösen Songs und deren nackten Produktion. Im Meer der perfekten Band-Produkte müssen Yak jedenfalls herausstechen und man wittert einen gewissen Hype. Rechtfertigt das Debüt „Alas Salvation“ die gereckten Hälse der Industrie oder wird uns da nur heiße Luft um die Ohren geblasen?

 

Zunächst mal zwei Fakten die aufhorchen lassen: An den Reglern im Studio saß Pulp-Bassist Steve Mackey, der unter anderem schon als Songwriter und Produzent für M.I.A. und Florence And The Machine verantwortlich zeichnete. Erschienen ist das Endprodukt schließlich auf Third Man Records, dem Label von Jack White – Na, die Indie-Höschen schon feucht?

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YAK sind was? Das möchte ich nicht hören!

Scheinbar planlos

Besoffen, verrotzt und scheinbar planlos sind die Adjektive, die Songwriting, Stimme und Produktion von „Alas Salvation“ wohl am besten beschreiben. Und ja, da haben alle Laudatoren recht: Das ist wirklich ziemlich erfrischend! Schon wenn Yak mit dem Opener Victorious (National Anthem) losrollen, fallen Hüllen und Hemmungen und das Trio rammt uns bratzige, repetitive Klänge in die Gehörgänge. Nach den ersten drei, ziemlich unkontrollierten, dahingaloppierenden Smashern wird es dann glücklicherweise auch schon etwas nachdenklicher und Roll Another erinnert schon fast ein bisschen an Nick Cave.

 

La Bouche

Heißt: Sänger Oli Burslem – der nebenbei günstigerweise auch noch die nötige Rock’n’Roll-Sexyness mitbringt – verfällt in ein jammerndes, fast wimmerndes Tremolo. So langsam dämmert es, dass sich hier vielleicht wirklich etwas Besonderes den Weg in die Indie-Clubs dieser Welt bahnt und die musikindustriellen Zugpferde aus gutem Grunde vor dem Karren vorweg stolzieren.

Die noch recht jungen Musiker erscheinen keines Wegs zusammengepfercht, zurechtgestutzt und wieder ausgespuckt, sondern feiern hier ihre eigene, wilde Party.

 

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Voll gut… Das „Esspapier“

Acid, Baby!

Wie in einem Drogenrausch fühlt sich, wer sich durch die 13 Songs – na gut, zwei Interludes sind dabei, wer’s braucht… – am Stück wühlt. Vor allem aber kommt der unbändige Wunsch auf, sich das mal Live und aus nächster Nähe anzusehen. Auch wenn am Ende die Forderung Please Don’t Wait For Me im Raum steht. Wir warten!

 

Hat es irgendwie gefallen?

Lassen wir zum Schluss den Künstler selbst, in Gestalt von Sänger Oli zu Wort kommen: „Ich habe versucht, ein leicht schizophrenes Album zu machen. Am Ende soll jeder, der es gehört hat, verwirrt sein und sich fragen: Was zur Hölle war das? Ich weiß nicht, was das war, aber es hat mir irgendwie gefallen.“

Dieses hehre Ziel? Erfüllt!