Wenn wir mal wieder nicht weiterwissen in diesem gemeinen, kalten, ungerechten Leben, haben wir ja nicht so viele Alternativen: Gott, Pegida, Schnaps, danach erschöpft es sich schon langsam. Mit Fraktus gibt es glücklicherweise noch ein weiteres Refugium, eine rettende Insel in diesem Ozean des Lebens. Wir haben uns mal mit Dickie Starshine, einer besonders hell strahlenden Kerze auf der Torte des Intellekts, unterhalten, um mehr über das Leben zu erfahren.

 

Du bist neulich auf ein Bierbike umgestiegen. Hast du Angst, dass die Automobilindustrie irgendwann zusammenbricht?

Natürlich. Ein Bierbike funktioniert auch dann noch, wenn alle Motoren dieser Welt ausgefallen sind!

 

Mir scheint, dass ihr die Welt wirklich durchschaut. Gebt ihr deswegen so viele Interviews?

Die Anfragen sind so massiv, außerdem haben wir den Leuten der Welt aber natürlich auch etwas zu sagen, klar. Fraktus ist eine Band, die mit ihren Botschaften sehr spendabel umgeht.

 

Auch wenn ihr dabei zu dritt in einem Raum sein müsst?

Das passiert nicht! Wir haben auch die Bühne aufgeteilt und Striche gezogen, die man nicht überschreiten darf. Die PA-Anlagen sind außerdem so aufgestellt, dass das Publikum sich aufteilen und dann vor dem stehen kann, den es am besten findet. Wir spielen alle auch unterschiedliche Musik, es finden also drei Konzerte gleichzeitig statt. Das macht mir große Freude, und ich bin mir sicher, dass ein Großteil des Publikums den Weg in mein Drittel in der Mitte finden wird. Ich lasse heimlich die beste Anlage aufbauen, also beschalle ich die anderen Drittel gleich mit.

 

 

 

„…alles an denen scheiße.“

 

Was regt dich am meisten an den anderen auf?

Alles! Ich kann das ja ganz offen sagen, ich finde alles an denen scheiße. Wie die aussehen, wie die reden, wie die musizieren, da ist nichts interessant oder spannend, sondern einfach überflüssig.

 

Aber das war ja nicht immer so?

Das war nicht immer so. Von 1980 bis Frühjahr 1981 war das nicht so. Dann kam Torsten Bage dazu, und alles war vorbei.

 

Ihr werdet ja von vielen als Held gesehen. Hattest du auch einen Held?

Evel Knievel vielleicht, aber ich habe schon frü mit der Idolisierung aufgehört, weil ich das nicht gebraucht habe. Ich selber bin mir Idol. Mir ist eben ganz wichtig, dass ich jemandem habe, den ich folgen kann. Ich will meinen Weg gehen – und wenn alle anderen hinterhergehen wollen, kann ich nichts dagegen tun.

 

 

Ich bin überall.“

 

 

Mir scheint, du bist der richtige für etwas tiefergehende Fragen. Verrate uns doch: Worauf kommt es im Leben an?

Die Arbeit an der vordersten Spitze dessen, was die Menschheit voranbringt. Und das ist eindeutig Technik. Deswegen lebe ich mein Leben seit eineinhalb Jahren auf einem Segway. Ich mache nichts mehr ohne ihn. Andere werden sagen, das sind nur Äußerlichkeiten oder Dinge, aber ich glaube, dass das der Weg ist, den wir gehen werden. Und da bin ich ganz vorn dabei. Ich bin überall und jederzeit.

 

Was geschieht nach dem Tod?

Ich habe meinen Körper für Körperwelten freigegeben, der Vertrag ist schon ausgefüllt. Eine Bedingung habe ich jedoch aufgestellt: Wenn in 100 Jahren die Möglichkeit zur Wiederbelebung in der Welt existiert, müssen die Körperwelten-Leute meinen Körper wieder zusammensetzen und wiederbeleben.

 

Was war zuerst? Die Henne oder das Ei?

Das ist doch klar. Eine sehr einfache Frage. Natürlich war es die Henne. Denn erst dann kann ein Ei gelegt werden. Wie denn sonst?

 

„Das nennt man Liebe.“

 

Gibt es außerirdisches Leben im All?

Interessante Frage. Da kann selbst ich nur mutmaßen. Man sieht ja immer die ganzen Objekte da oben, vor allem diese weißen Streifen. Die meisten sagen da, es sind Wolken, Wetter oder Wind oder so, aber ich glaube, das ist mehr. Diese länglichen weißen Streifen müssen ja etwas sein, das von intelligentem Leben verursacht wird.

 

Was ist Liebe?

Ja, wenn der Mann sich auf die Frau drauflegt und dann einschläft. Das nennt man Liebe.

 

Wären wir als Millionäre glücklicher?

Ich glaube nicht, dass Geld allein glücklich macht. Besitztümer machen glücklich. Weltliche Dinge. Häuser, Autos, Schiffe. Gegenstände machen einen glücklich. Aber nicht Geld. Geld ist ja nur die Visualisierung von Gegenständen.