[dropcap size=big]S[/dropcap]chon mal das Problem gehabt, Euren zerlausten Skater-Freund an den Kaffeetisch Eurer Oma zu bekommen? Schwierig, ne? Drei Gramm Gras in der Birne machen aus der heimischen Couch eine Badewanne voll flüssigem Beton. Hättet Ihr mal auf Muddi gehört und einen von den netten Jungs genommen. Mallory Knox zum Beispiel, keine dieser Bad Boys, die Eure Höschen in süßen Saft hüllen und euch Psychosen fürs Leben schenken. Aber die Babys wollen ja ehrlich mit Euch sein: Das ist alles mehr Schein als Sein. Die schnieken Alternative-Rock-Briten sind zwar zuckersüß, aber unberechenbar. Wie dieser niedliche Quadratschädel Kim Jong-un, dem man am liebsten in die überdimensionale Backe kneifen will. Oder wie die Inspiration für den Bandnamen: Massenmörderin Juliette Lewis in „Natural Born Killers“. Stilvoll, aber störrisch. Wie Vampire! Ist Kim nicht auch einer? Bestimmt. Oder noch besser: Verkappte Werwölfe! Deshalb singt unser Interview-Partner Mikey Chapman (was für ein Name für den perfekten Schwiegersohn, oder?) in Songs wie „Shout At The Moon“ vielleicht auch von einsamen Stunden, wie man den Mond anheult und der Realität entflieht. Stoff, aus dem „Twilights“ gemacht sind. Also Hosen runter! IgittBaby enthüllt: Mallory Knox sind Säufer, Diebe, Krawallmacher in Kneipen und Groupie-Verführer – und, was wohl überwiegt: sie stehen auf Popmusik! Na dann, gute Nacht, sagt wer? Der Wolf.

 

Wer wird in der Band am meisten beneidet?

„Dave [Rawling, Drummer] für seinen Bart, Sam [Douglas, Bassist] wird beneidet für sein Fußball-Wissen, Joe [Savins, Gitarrist] für seinen wunderschönen Teint und seine mächtige Größe und ich wohl am wenigsten, ich habe nicht viel zu bieten.“

 

Also wer schleppt demnach die meisten Groupies ab?

„Wahrscheinlich James [Gillet, Gitarrist], die Groupies zeigen das meiste Interesse an ihm.“

 

Was hört Ihr heimlich, wenn keiner dabei ist?

„Viele von uns mögen Popmusik. Wir hören One Direction und Nicki Minaj. Ich hasse (!) Nicki Minaj.“

 

Was hast Du als Kind geklaut?

„Wir nennen es „pick’n’mix“ in England. Dort gibt es ganz viele kleine Süßigkeiten für vielleicht einen Cent, man kauft sich immer viele. Ich hab‘ mal eins davon geklaut und mich dann so schlecht gefühlt, dass ich nächsten Tag zurückging und mich entschuldigte. Die Verkäuferin war aber sehr nett und schätzte es, dass ich um Entschuldigung bat. Ich kam also damit davon, fühlte mich aber schlecht. Von dem Tag an wusste ich, ich kann keine Dinge stehlen.“

Mallory Knox Schnapschuss
„Up in da butt“…Zwei Fingerchen sollte Licki Minaj schon reinbekommen, glaubt zumindest der gutgläubige Mikey Chapman von Anallory Knox.

 

 

Wer von Euch wurde schon mal aus einer Bar geschmissen?

„Ich schon aus einigen, letztes Jahr erst. Wir sollten in einen Club, um Freitickets fürs Reading Festival zu verlosen. Als Dankeschön gaben sie uns viel Wodka und Whisky. Und wir haben beides in einer halben Stunde geleert. Ein oder zwei Stunden später war ich dann richtig betrunken. Ich hatte eine Diskussion mit dem Türsteher und er schmiss mich raus. (lacht)“

 

Wer greift auf Tour morgens als erstes zur Flasche? Was wird dann bevorzugt geleert?

„Wir haben eine Regel: Keine Drinks vor 13 Uhr. Aber sobald diese Grenze überschritten ist, liegt das Bier schon in der Hand. Also, ich trinke nicht viel, aber Sam, Dave und James. Heute hatte ich aber einen Glühwein auf dem schwedischen Weihnachtsmarkt in Berlin. Mit Orangen.“

 

Was war die peinlichste Situation, in der Du Dich je befunden hast?

„Ich war tierisch verliebt in ein Mädchen. Sie kam zu einem Rugby-Spiel von meinen Freunden und mir. Ich hatte ein Paar Hosen mit Druckknöpfen an, von oben bis unten, die braucht man beim Verschließen nur zuzudrücken. Sie gehen also auch ganz leicht wieder auf. Als mich dann im Spiel einer tackelte, whooosh, war die Hose weg. Ich stand also da, mitten auf dem Platz, mit nur meinen Unterhosen an und genau gegenüber dem Mädchen, in das ich verliebt war. Ja … Ich habe mich nie mehr davon erholt.“

 

[highlight ]“…Nach zwei Songs wurde die Show abgebrochen. Wegen einem Kerl, der verrückt spielte. Der Typ war echt groß. Er haute einfach Türsteher und Securitys um, absolut irrwitzig.“[/highlight]

 

Wer setzt die dämlichsten Dinge auf die Tour-Rider? Beispiele, bitte!

„Wir haben gar nichts so Verrücktes, nur Dinge, die gut schmecken: Viel Cider, Bier, Whisky. Wir mögen „Pot Noodles“ [britisches Äquivalent zur 5-Minuten-Terrine – die allwissenden Babys]. Sonst sind wir sehr langweilig. Einmal haben wir das „50 Shades Of Gray“-Buch draufsetzen lassen. Das war der Höhepunkt, auch wenn es keiner von uns gelesen hat. Das ist Mädchen-Lektüre. Aber Auszüge daraus vorzulesen, war echt lustig.“

 

Welche Show habt ihr so richtig verkackt?

„Einmal hat meine Stimme total versagt, ich konnte nicht eine Note mehr singen. Aber wir waren ja immerhin da, also guckten wir, wie weit wir kommen würden. Ich wünschte, wir hätten’s nicht getan. Weil es schrecklich war. Ich habe eine Stunde gesungen und dabei kein einziges Geräusch gemacht. Keiner war damit glücklich. Und einmal ist ein ein riesiger Kampf entstanden. Ein Typ hat einfach alle zusammengeschlagen. Nach zwei Songs wurde die Show dann abgebrochen, nur wegen dem einen Kerl, der verrückt spielte. Die Fans verstanden es und gingen auch weg. Weil der Typ echt groß war. Er haute einfach Türsteher und Securitys, absolut irrwitzig.“

 

Habt ihr Heimweh auf Tour?

„Manchmal. Wir kommen aber schon besser klar damit. Je mehr du fort bist, desto besser lernst du, damit umzugehen. Wenn wir also traurig sind, haben wir Routinen entwickelt, uns besser zu fühlen. Ob es Musikhören ist oder gutes Essen. Mich macht Essen immer ganz glücklich.“

 

Fett bist du davon aber nicht geworden.

„Richtig. Also habe ich nicht so oft Heimweh. (lacht) Ja, aber die Jungs haben das öfter, und das kann echt hart sein. Man versteht’s, aber man kann einfach nichts daran ändern. Wir können nur unser eigenes Heim da errichten, wo wir eben gerade sind.

Ganz schöne Kleinstadt-Rebellen also, diese Mallory Knox. So erschließt sich auch der Titel ihres Debütalbums „Asymmetry“ – die Wölfe in Schafspelzen! Freitag ist das Ding draußen.