[dropcap size=big]D[/dropcap]arauf hat die Welt gewartet: Endlich ein paar durchtrainierte Metalcore-Burschen, die vor Innovation nur so übersprudeln wie das Ding da in eurer Taschenmuschi. Was? Of Mice & Men sind in Wirklichkeit einfallslos? Aber jetzt hört’s halt mal auf! Und die Muckis sind auch nur gephotoshopt? Dann verratet uns mal, wie die Mäuschen und Menschlein es gerade geschafft haben, bei Linkin Park Mäuschen zu spielen! Irgendwie haben sich die Kalifornier jedenfalls hinter den Tourbus der Schwiegermutterrocker geklemmt und reiten auf Welle sieben. Der schreiende Riese Austin Carlile sogar so sehr, dass er im Fahrtwind all seine Gesichtszüge als Hautlappen herumschlabbern lässt. Blöd nur, dass er aus der Nummer nicht mehr rauskommt. Ja, die alte Faltenfresse ist ganz schön verlebt. Im Interview gibt sich der Suffkopp aber vorsichtig diplomatisch und rückt auch dann nur mit Promogewäsch und Halbwahrheiten raus, wenn die simple Aufgabe darin besteht, die Hosen runter zu lassen. Nehmen wir’s ihm und seinem Partner im Schleim Valentino Arteaga nicht übel. Strahlemann Austin vereint auf seiner Instagram-Selbstbeweihräucherung immerhin satte 730.000 Teenie-Girls, die sich verzweifelt nach der Testosteronpackung in seiner Unterhose verzehren. Zum Vergleich: Metallica kommen gerade mal auf schnöde 300.000 Social-Media-Fans. Also schluss mit lustig, es geht ans Eingemachte:

 

Was hält deine Familie von deinem Lotterleben?

Valentino Arteaga: „Sie unterstützen uns total, weil sie wissen, was uns die Musik bedeutet. Das ist das, was wir seit Teenager-Zeiten machen wollen, und jetzt können wir es als Job bezeichnen!“
Austin Carlile: „Sie freuen sich sehr für uns.“ [wartet bitte, die Babys entleeren kurz ihre Eingeweide]

 

Wer hat die hässlichste Frisur in eurer Band?

Austin: „Ich glaube, niemand. [lacht]
Valentino: „Ich hatte mal ein paar lustige, bevor ich mich für den Iro entschied. Damals war es sehr kurz, was wirklich seltsam aussah. Ich bat die Friseurin, meine Haare so zu schneiden, wie sie es am coolsten fänden.“

 

Welches Bandmitglied hast du am öftesten nackt gesehen?

Im Einklang: „Aaron Pauley!“ [Bassist und Sänger]
Austin: „Er sieht nackig großartig aus.“
Valentino: „Ja, er trägt immer nur Unterhosen.“
Austin: „Pures Fleisch.“

 

Und wer hat den kleinsten Penis?

Austin: „Oh, das bin dann wohl ich.“

 

Wer setzt die dämlichsten Dinge auf die Tour-Rider? Beispiele, bitte!

Austin: „Kokosnusswasser.“
Valentino: „Laban.“ [griechischer Joghurt]
Austin: „Letzte Nacht waren es Ananasscheiben.“
Valentino: „Wir bekommen Käse und Tortillas für Quesadillas – jede Nacht. Sonst haben wir einen ziemlich normalen Rider: eine Menge Früchte und Gemüse, Bier, Schnaps. Aber wir lieben das Kokosnusswasser.“

 

Wer greift auf Tour morgens als erstes zur Flasche? Was wird dann bevorzugt geleert?

Austin: „Keiner trinkt von uns am frühen Morgen.“
Valentino: „Ja, stimmt. Wir brauchen Kaffee! Für uns ist gerade noch früh, wir sind erst seit zwei Stunden wach, also erst seit 13 Uhr, als der Bus hier ankam. Somit sind unsere ersten Drinks Wasser und Kaffee.“
Austin: „Und Kokosnusswasser.“

 

Aber irgendwann werdet Ihr ja anfangen zu trinken?

Austin: „Wir trinken nicht wirklich viel Bier, wir mögen es, Musik zu spielen.“
Valentino: „Wenn wir trinken, haben wir etwas zu feiern.“
Austin: „Wir feiern nicht oft, aber wenn wir es tun, dann hart.“

 

Wer wurde schon mal auf einer Raststätte vergessen? Wann, wo, was passierte dann?

Austin: „Ich! Weiß bloß nicht mehr, wo und wann – irgendwo inmitten der USA. Es war eine unserer ersten Tourneen und ich war extrem froh, dass jemand an mich gedacht hat. Der Bus hielt am Rand der Interstate an, ich hatte nicht mal ein Handy dabei. Ich bin ja auch nur der Lead-Sänger der Band! Wenn du vergessen wirst, kannst du nur hoffen, dass jemand dich vermisst oder du dein Handy dabei hast.“

 

Welche Show habt Ihr mal so richtig verkackt? Warum?

Valentino: „South By Southwest Festival in Texas! Der Promoter war nicht vorbereitet, hatte also keine angemessene Bühne, damit wir bei schlechtem Wetter hätten spielen können. Sie wussten, da kommt ein Sturm, aber sie taten rein gar nichts. Wir konnten nicht spielen, viele Fans waren enttäuscht, am Boden zerstört, so wie wir. Das Festival fand in einer Baseball-Arena statt und unsere Umkleide war auf einem Logenplatz. Wir hingen dort den ganzen Tag rum und schauten Bands an, also kamen die Fans vom Feld hoch und sangen uns unsere Songs vor, während wir in der Box saßen. Das war das coolst-/schlimmstmögliche Szenario.“

 

Wie geht dein Klingelton?

Einstimmig: „Vibration.“
Valentino: „Kann mich nicht erinnern, welchen ich zuletzt hatte. Dafür habe ich vor kurzem meine SMS-Töne zu Super-Mario-Sounds umgestellt. Sie klingen, als würdest du einen Panzer treten oder an eine Box springen.“ [abgedämpftes Lachen]

Rock’n’Roll geht dann aber doch anders, ihr Mäuse. Üben, üben, üben!