2013 war das Jahr, das alles veränderte. Das Jahr, in dem bepinselte Nargaroth-Shirt-Träger vor Verzweiflung ihre Plattensammlung angezündet haben und auf Nimmerwiedersehen im Wald verschwunden sind. Zu verdanken war dieser Aufschrei den Amerikanern von Deafheaven, die die pseudoelitäre Black-Metal-Welt mit einem rosa Albumcover aus den Angeln hoben. Jeder, der seine Gehirnzellen nicht durch allzu lauten NSBM-Konsum verloren hat, erkannte natürlich die Größe dieser Band und feierte sie als neue Heilsbringer der klirrenden Kälte. Völlig zurecht natürlich, wie sie auch mit dem Nachfolger beweisen. „New Bermuda“ ist kantiger, schroffer und bedrohlicher als der Vorgänger, die Themen könnten unverändert die eines der großen existenzialistischen Romane des frühen 20. Jahrhunderts sein. Und wenn eine Black-Metal-Band einen Song namens „Baby Blue“ auf der Platte hat, fühlen wir uns davon natürlich besonders geehrt. Da lassen wir Schreihals George Clarke sogar seine etwas einsilbigen Antworten bei unserem Schampus oder Dosenbier-Feature durchgehen. Er hat schließlich wichtigeres zu tun. Leiden und zweifeln zum Beispiel. Oder eben verdammt packende Musik schreiben. Wir sind uns jedenfalls sicher: Viel besser wird der postmoderne Black Metal nicht. Und intensiver auch nicht. Zumindest hoffen wir das: Wer New Bermuda einmal ohne Schnappatmung oder Gänsehaut durchgehört hat, ist nämlich nicht ganz dicht. Mehr, und es würde psychisch und physisch wehtun. Wir schwören, Alter!

 

Schampus oder Dosenbier?

Wenn schon, dann Schampus!

 

Bist du lieber ein guter Mensch oder ein guter Künstler?

Ein guter Künstler.

 

Mayhem oder Burzum?

Burzum.

 

 

„Kanye!“

 

 

Underground-Glaubwürdigkeit oder eine gemischte Hörerschar?

Und es geht wirklich nicht beides?

 


Tag oder Nacht?

Tag.

 

Kanye West oder Jay-Z?

Kanye!

 

Slayer oder Metallica?

Dann Metallica!

 

 

„Poesie.“

 

 

Kaffee oder Zigaretten?

Kaffee.

 

Poesie oder Prosa?

Poesie.

 

Sommer oder Winter?

Winter.

 

Geld oder Einfluss?

Einfluss.

 

 

 

„Gott.“

 

 

 

Gott oder nichts?

Gott.

 

Oasis oder Blur?

Oasis natürlich.

 

Star Trek oder Star Wars?

Star Wars.

 

Joy Division oder Depeche Mode?

Joy Division.

 

Zufriedenheit und versiegende Inspiration oder Unzufriedenheit und kübelweise Inspiration?

Immer die Inspiration, komme, was wolle.

 

Das hört man seiner Musik auch an. Wie schon unser Maria in seiner Kritik feststellte, sind hier ziemlich derbe Überzeugungstäter am Werk, die einen Scheißdreck auf Satan, Pentagramme und Odinskult geben und sich stattdessen mit dem auseinandersetzen, was das Leben ihnen entgegenwirft. Richtig nette und kaputte Burschen also. Können wir Babys entsprechend gut nachvollziehen.