[dropcap size=small]J[/dropcap]ournalisten sind ein seltsames Volk und insbesondere deren weiblicher Flügel. Adam Levine ist nämlich nicht nur ein Sänger, der eigentlich nicht singen kann, auch als “schönster Mann der USA” (wegen seines “Ich bin genau so süß wie ein Labrador Welpe”-Blickes?) und “ganz toller Künstler und Persönlichkeit” per se (wollt ihr mich verarschen? Der Typ geht auf rote Teppiche und “versucht” gut auszusehen. Thats it!) macht der Kalifornierer eine ziemlich schlechte Figur. Denn mit Levines Sexyness, Kreativität und Personality verhält es sich ungefähr gleich, wie mit seiner Musik: sie ist ein belangloser Haufen Schei….

Maroon-5-V-Kritik

Ich mag meine Kolleginnen. Manchmal haben sie einfach den besseren Riecher, erkennen “echte Typen” viel schneller, als wir normale Typen, und sowieso sind die meisten Damen unserer Zunft ziemlich stilsicher. Bis, ja bis die Region unterhalb der Hüfte ins Spiel kommt. Dann scheinen jegliche auf der Hand liegenden Argumente wie “dahingehimmelt”.

Ja, ich gebe zu, es liest sich meist ja doch recht plausibel, wenn Journalistinnen Musikalität mit Fruchtbarkeit verwechseln (wer kann den Argumenten einer Frau schon widersprechen), aber mal ernsthaft: Maroon 5 als wohl einer der schlechtesten Bands unserer Zeit zu bezichtigen ist da viel plausibler.

Mama, Youtube ist abgestürzt!?

Da wären zum einen Levines Gesangsfähigkeiten. Ich habe keine Ahnung, welches Ziel Adam Levine mit dem kontinuierlichen Sprengen jeglichen menschlichen Hörspektrums verfolgt, es genügt jedoch einen Maroon 5-Song zu hören, um zu wissen wie es sich anfühlt, durch fremde Hand zwangskastriert worden zu sein – oder gerne mal ein bisschen Kreide zu der neusten Folge von Glee zu schnabulieren. Denn mehr als ein musikalisches Schmierentheater liefert Levine seit jeher nicht ab. Textlich, wie songwriterisch.

Die Fähigkeiten des “Sängers” haben nämlich nichts mehr mit Spektrum, Intonation oder Stil zu tun, sondern viel mehr mit fehlendem Volumen, Selbstüberschätzung und Eindimensionalität. Das ist schlicht und ergreifend Musikschulen-Niveau auf Youtube-Tutorial-Basis – produziert von einem 12-jährigen Transsexuellen.

John Nash, übernehmen Sie!

Monotone Harmonien, dumpfe, ja fast schon dümpelnde Drum-Rhythmen und Refrains, die schon so refrainesk daher kommen, dass sich echt mal jemand hinsetzen sollte, um ein Muster dahinter zu erkennen – oder eine Verschwörung der Countertenöre, die nun endgültig die Weltherrschaft für sich beanspruchen: Kastraten an die Macht!

Auf dem Papier schaut auch “V” ja auch ganz gut aus. Ein Duett mit Gwen Stefani, Lyrics a la “Let me hear you say yeah-yeaaaaah” und und Songtitel wie “Unkiss me“. Der Geschmackslegastheniker wird frohlocken. Mir treibt es bei so viel Berechenbarkeit die Tränen in die Augen.

Auch im Jahr 2015 gehen Maroon 5 ihren Weg weiter – bergab. Was mal als recht ambitionierte Alternative-Band begonnen hat, ist heute nicht mehr als das Sinnbild einer Industrie, die sich an sich selbst verschluckt hat. Wenn das hier eines der großen Dinger in diesem Jahr sein soll (O-Ton des Labels), dann bleibt mir nur eine letzte schlechte Floskel: es kommt nicht auf die Größe an! Sondern auf die Technik. Ende.

P.S. Und wer schreibt jetzt Enter Shikari, dass man ihr Cover geklaut hat?!